Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Colias Tyche

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
EU 07012 Colias tyche DE BOEBER, 1812

ssp. werdandi

1, ♀: Schweden, Lappland, bei Abisko, 800 m, 20. Juni 1995 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
2, ♂: Finnland, Enontekiön Lappi, Enontekiö, Skirhasjohka, ca. 640 m, 8. Juli 2007 (Freilandfoto: Juha Tyllinen), det. Juha Tyllinen [Forum]
3, ♂: Finnland, Lappland, Enontekiö, Jeahkasjavri, 19. Juli 2004 (Freilandfoto: Janne Rainio), det. Janne Rainio



Diagnose

ssp. tyche


1-2, ♂ & 3-4, ♀: Mongolei, Zentral-Aimak, Umgebung des Ortes Terelj, leg. & det. Ulrich Salk, 9. Juli 1983 (fot: Michel Kettner)


Falter

Sieht man nur die Unterseite des ruhenden Falters, kann Colias tyche in seinem Lebensraum mit C. sulitelma und C. palaeno verwechselt werden. Sie unterscheidet sich von C. sulitelma durch die deutlich hellere Grundfärbung (bei C. sulitelma ist diese gelborange). C. palaeno hat auch auf der Oberseite der Hinterflügel einen recht breiten dunklen Außenrand. Der Hinterflügelsaum ist bei C. tyche hingegen sehr schmal, dieser Flügelbereich unterseits heller, nicht dunkler gefärbt. Das Weibchen von C. tyche sieht dem Weibchen des Alpengelblings (C. phicomone) recht ähnlich. Diese Art tritt jedoch nirgendwo in der Arktis auf. Weitere ähnliche Arten fliegen in den Tundren Sibiriens und Nordamerikas.


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

DE BOEBER (1812: 21) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]

Tafel 1, auf die im Text verwiesen wird, ist in diesem Band nicht enthalten (vielleicht im derzeit noch nicht digitalisierten Band vom Vorjahr?).



Biologie

Habitat

1-2: Schweden, Norrbotten, oberhalb Abisko-Touriststation, 550 (1) bzw. 700 m (2), 20. Juni 1995 (Fotos: Jürgen Hensle)
3: Norwegen, Storfjord, Rihpojavri, 500 m, 8. Juli 2011 (Foto: Paula & Juha Tyllinen) [Forum]
4: Schweden, Norrbotten, oberhalb Abisko-Östra, 700 m, 14. Juli 2013 (Foto: Jürgen Hensle)
5: Schweden, Norrbotten, Lapporten bei Abisko-Östra, 800 m, 14. Juli 2013 (Foto: Jürgen Hensle)

C. tyche ist in Europa in erster Linie eine Art des arktischen Hügel- und Berglands. An der norwegischen und russischen Nordküste kann sie aber zuweilen bis auf Meereshöhe herabsteigen. Man findet den Falter an offenen, felsdurchsetzten Stellen in den Birkenwäldern, in und um Hochmoore und auf kurzrasigen Rentierweiden, wo er bis auf über 1000 m steigen kann. Am häufigsten ist er aber auf den mit niederem Gebüsch bestandenen steinigen Flächen knapp oberhalb der Waldgrenze. Aus der weiteren Umgebung treffen sich die Falter oftmals an speziellen Paarungsplätzen, wo sie dann sehr zahlreich anzutreffen sind, während man andernorts nur einzelne umherstreifende ♀ ♀ sieht.


Lebensweise

Der Falter fliegt in der Arktis im Frühjahr als einer der ersten. Seine Flugzeit beginnt, kaum dass der Schnee geschmolzen ist und die ersten Birken austreiben, oft schon Mitte Mai. Ende Juni ist sie auch in den höheren Lagen meist schon zu Ende. Nur in kalten Jahren findet man sie bis Mitte Juli. Die Nahrungspflanze der Raupe ist die Moorbeere (Vaccininum uliginosum), vielleicht werden auch Alpen-Tragant (Astragalus alpinus) und Fahnenwicke (Oxytropis nigrescens) angenommen. Die Raupe überwintert halberwachsen und im nächsten Jahr die Puppe noch einmal. Die für Colias- spp. untypische Überwinterung als Puppe ermöglicht dem Falter sein frühes Erscheinen.

Autor: Jürgen Hensle



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

nastes: „Nastes: Name eines Heerführers.“
SPULER 1 (1908: 9R)


Synonyme

Die nordeuropäische Colias tyche werdandi (ZETTERSTEDT, 1840), wurde früher zur von Ostsibirien bis Labrador und Grönland verbreiteten Colias nastes BOISDUVAL, 1832 [so auch in KARSHOLT & RAZOWSKI (1996)] gestellt.


Verbreitung

C. tyche ist eine in den arktischen und subarktischen Gebieten Nordeuropas und Nordasiens, östlich bis Jakutien und südöstlich bis zum Altai, der Mongolei und in die Mandschurei verbreitete Art. In Europa tritt sie vor allem in den Bergen Nordnorwegens und Nordschwedens nördlich des Polarkreises auf, aber auch im Polarural, auf der Jamal- und Taimyr-Halbinsel sowie auf Novaja Semlja.

(Autor: Jürgen Hensle)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)

(weitere Informationen und Literaturangaben auf der [Website von Dr. Heiner Ziegler]).


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EU 07012 Colias tyche DE BOEBER, 1812 non-d-ch-a

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Letzte Änderung am August 14, 2016 20:07 von Michel Kettner
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