Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Colias Palaeno

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
EU M-EU 07013 Colias palaeno (LINNAEUS, 1761) - Hochmoorgelbling

Ssp. europome

1-2, ♀♀: Österreich, 3 km S Karlstift, Latschen-Hochmoor, 875 m, 6. Juli 2005 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
3, ♂, 4,♀: Schweiz, Kt. Bern, Voralpen, Eriz, 2. Juli 2008 (Freilandfotos: Bernhard Jost), det. Bernhard Jost [Forum]
5, ♂: Schweiz, Kt. Luzern, Voralpen, vic. Sörenberg, 1450 m, 26. Juni 2010 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
6, ♂: Deutschland, Bayern, Penzberg, 18. Juni 2005 (Freilandfoto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]
7, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Südschwarzwald, Hochmoor vic. Hinterzarten, 1000 m, 28. Juni 2010 (Freilandfoto: Helmut Kaiser), det. Helmut Kaiser [Forum]
8, ♀: Deutschland, Bayern, Oberallgäu, Diepolz-Reute, 940 m, 16. Juni 2011, (Freilandfoto: Dieter Gschwend), det. Dieter Gschwend [Forum]
9, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Oberschwaben, NSG Wurzacher Ried bei Bad Wurzach,, ca. 650 m, 7. Juli 2013 (Freilandfoto: Peter Schmidt), det. Peter Schmidt [Forum]
10-12, ♂♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Oberschwaben, NSG Wurzacher Ried bei Bad Wurzach, ca. 650 m, 7. Juni 2014 (Freilandfotos: Peter Schmidt), det. Peter Schmidt [Forum]


Ssp. europomene

1, ♂: Italien, Südtirol, Stilfser Joch, ca. 2200 m, 26. Juli 2008 (manipuliertes Freilandfoto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
2, ♂: Italien, Südtirol, Stilfser Joch, ca. 2200 m, 26. Juli 2008 (Freilandfoto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
3, f. illgneri, ♀: Schweiz, Oberwallis, Blashorn bei Ullrichen, 2100 m, 6. August 1990 (Foto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
4, f. illgneri, ♀: Schweiz, Graubünden, Val Costainas, (zwischen Sta. Maria und Umbrailpass), 2400 m, 26. Juli 2009 (Freilandfoto: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler [Forum]
5: Italien, Südtirol, Schnalstal, ca. 2200 m, 9. Juli 2012 (det. & Freilandfoto: Peter Ginzinger) [Forum]


Balz

1, ssp. europome: Deutschland, Baden-Württemberg, Oberschwaben, NSG Wurzacher Ried bei Bad Wurzach, ca. 650 m, 21. Juni 2014 (Freilandfoto: Peter Schmidt), det. Peter Schmidt [Forum]


Kopula

1, ssp. europomene: Italien, Südtirol, Stilfser Joch, ca. 2200 m, 26. Juli 2008 (Freilandfoto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]


Eiablage

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Südlicher Kammschwarzwald, Hinterzarten, Hochmoor, 16. Juli 2009 (Freilandfoto: Georg Paulus), det. Georg Paulus [Forum]


Raupe

1, junge Raupe mit typischem Fensterfraß (ex-ovo-Zucht): leg. (♀), Deutschland, Bayern, Königsdorf, Hochmoorkomplex 16. Juni 2006 (Studiofoto: Mario Peluso, 15. Juli 2006), cult. & det. Mario Peluso [Forum]
2, junge Raupe nach Überwinterung (ex-ovo-Zucht): leg. (♀), Deutschland, Bayern, Königsdorf, Hochmoorkomplex 16. Juni 2006 (Studiofoto: Mario Peluso, 31. März 2007), cult. & det. Mario Peluso [Forum]
3-5: Deutschland, Baden-Württemberg, Südlicher Kammschwarzwald, Hinterzartener Hochmoor, 17. Mai 2011 (Freilandfoto: Georg Paulus), det. Georg Paulus [Forum]


Puppe

1-2, (ex-ovo-Zucht): leg.(♀), Deutschland, Bayern, Königsdorf, Hochmoorkomplex, 17. Juni 2007 (Studiofotos: Mario Peluso), cult. & det. Mario Peluso [Forum]
3-4: Polen, Puszcza Solska, Huta Rozaniecka, 23. Mai 2007 (Fotos: Jarosław Bury), det. Jarosław Bury [Forum]


Ei

1: Deutschland, Bayern, Königsdorf, Hochmoorkomplex, 16. Juni 2006 (Freilandfoto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]
2: Polen, Karpatenvorland, Podkarpacie, 2. Juli 2008 (Foto: Jarosław Bury), det. Jarosław Bury [Forum]
3-4, ssp. europomene: Italien, Südtirol, Stilfser Joch, ca. 2200 m, 26. Juli 2008 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner



Diagnose

Falter

Colias palaeno kann bei flüchtiger Betrachtung mit verwandten Gelblingen verwechselt werden. Im Unterschied zu allen anderen Gelblingen, die mit ihm den Lebensraum teilen, befinden sich in der dunklen Randbinde seiner Flügel-Oberseite jedoch keine hellen Flecken. Sieht man nur die Unterseite des ruhenden Falters, so kann man ihn in den Alpen und Nordkarpaten noch am ehesten mit C. phicomone sowie in Lappland und Nordrussland mit C. tyche verwechseln. Bei diesen beiden Arten scheint jedoch die hellere Randbinde der Hinterflügel-Oberseite auf die Unterseite durch. Bei C. palaeno ist die Randbinde hingegen schwarz gefärbt.


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1761: 272) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org].



Biologie

Habitat

1, Habitat ssp. europome: Schweiz, Kt. Bern, Voralpen, vic. Eriz, 2. Juli 2008 (Foto: Bernhard Jost)
2, Habitat ssp. europome: Deutschland, Baden-Württemberg, Südlicher Hochflächenschwarzwald, Bruderhalde bei Titisee, Hochmoorrandbereich auf 850 m, 14. Juni 2008 (Foto: Jürgen Hensle)
3, Habitat ssp. europome: Schweiz, Kt. Luzern, Voralpen, vic. Sörenberg, 1450 m, 26. Juni 2010 (Foto: Jürgen Hensle)
4, Habitat ssp. lapponica: Schweden, Norrbotten, Abisko-Nationalpark, Slåttatjåhka-Südosthang, 550 m, 11. Juli 2013 (Foto: Jürgen Hensle) [Forum]

C. palaeno fliegt dort, wo die Nahrungspflanze seiner Raupe, die Moorbeere (Vaccinium uliginosum) in größerer Anzahl vorkommt. Also vor allem auf und um Hochmoore. Oberhalb der Waldgrenze tritt diese Pflanze jedoch oftmals in reichen Beständen auf trockeneren Böden auf. Speziell in den Zentralalpen kann C. palaeno auf solchen Flächen dann oftmals sehr häufig sein. Aber auch in den ausgedehnten Mooren Skandinaviens und Russlands ist sie noch in reicher Anzahl vertreten. In den letzten Moorgebieten des südlichen Mitteleuropas hingegen, also z. B. im Jura, im Schwarzwald, im Alpenvorland, den Voralpen und im Fichtelgebirge, ist sie auf wenige Reststandorte zurückgedrängt worden. Schuld hieran sind vor allem die großflächigen Abtorfungen früherer Zeit. In solchen trocken fallenden Mooren breitete sich die Moorbeere zwar zunächst einmal stark aus, so dass der Falter häufiger wurde. Bald wurden die Flächen jedoch mit Fichten aufgeforstet oder in Ackerland umgewandelt, so dass die Nahrungspflanze und mit ihr der Falter ausstarben.
In Nordeuropa fliegt C. palaeno ab Meereshöhe, in Süddeutschland und der Nordschweiz etwa ab 600 m ü. NN. In den Alpen kann er bis 2500 m steigen.


Gefährdung und Lebensweise

In den letzten Jahren bereitet dem Falter die Klimaerwärmung große Probleme, da seine Raupe eine dicke Schneedecke benötigt, um den Winter zu überleben. Zudem sind die Hochmoore selbst recht arm an Blütenpflanzen, so dass die Falter zur Nahrungsaufnahme auf angrenzende Wiesen fliegen müssen. Oftmals stehen aber nur die Moore selbst, nicht aber die Umgebung unter Naturschutz. Die Wiesen werden dann meist überdüngt, wodurch der Reichtum an Blütenpflanzen stark abnimmt und zudem zur Falterflugzeit gemäht.
Der Falter fliegt in einer Generation, abhängig vom Witterungsverlauf des jeweiligen Jahres und der Höhenlage seines Fundortes von Anfang Juni bis Ende August.
Die Raupe überwintert nach der 2. Häutung.


Nahrung der Raupe

Moorbeere (Vaccinium uliginosum): Deutschland, Baden-Württemberg, Südlicher Hochflächenschwarzwald, Oberkrummen ob. Schluchsee, 1060 m, Hochmoorrand, 18. Juli 2014 (Foto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„Name einer Nymphe: soll an den Aufenthalt des Schmetterlings auf Moor und feuchten Wiesen anspielen.“
SPULER 1 (1908: 9R)


Andere Kombinationen

Unterarten


Verbreitung

C. palaeno ist eine Nordeurasische Art. In Europa fliegt sie von Norwegen und Ostfrankreich (Jura, Westalpen) über Süddeutschland und die Alpen durch Osteuropa bis zum Ural. In Asien kommt sie in Sibirien, mit Ausnahme des äußersten Nordostens, in der nördlichen Mongolei, Nordostchina, Korea und Japan vor.


Literatur

Autor: Jürgen Hensle


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am August 14, 2016 20:09 von Michel Kettner
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