Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Colias Myrmidone

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
EU M-EU 07017 Colias myrmidone (ESPER, [1781]) - Regensburger Gelbling


Colias myrmidone myrmidone

1, ♂: Deutschland, Bayern, Oberpfalz, Kallmünz, 31. Mai 1994 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
2, ♂: Deutschland, Bayern, Oberpfalz, Keilstein bei Regensburg, 15. Mai 1990 (Foto: Martin Miethke), det. Martin Miethke [Forum]
3, ♀: Rumänien, Siebenbürgen, Cluj-Napoca, 25. Mai 2011 (Freilandfoto: Stefan Birrer), det. Stefan Birrer
4, ♂: Rumänien, Siebenbürgen, Cluj-Napoca, 25. Mai 2011 (Freilandfoto: Stefan Birrer), det. Stefan Birrer


Colias myrmidone ermak

1, ♂: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Station Nerskaja, 31. Juli 2013 (det. & Freilandfoto: Andrey Ponomarev)
2-4, ♂: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Station Nerskaja, 3. August 2013 (det. & Freilandfotos: Andrey Ponomarev) [Forum 1-4]


Kopula

1: Deutschland, Bayern, Oberpfalz, Kallmünz, 8. Mai 1993 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger


Raupe

1-3: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Station Nerskaja, auf Chamaecytisus ruthenicus (Ruthenischer Zwergginster), 2. Juli 2013 (det. & Fotos: Andrey Ponomarev)
4-5: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Station Nerskaja, auf Chamaecytisus ruthenicus (Ruthenischer Zwergginster), 7. Juli 2013 (det. & Fotos: Andrey Ponomarev) [Forum 1-5]


Puppe

1-3: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Station Nerskaja, 7. Juli 2013 (det. & Fotos: Andrey Ponomarev) [Forum]



Diagnose

Colias myrmidone ist C. croceus weniger auch C. chrysotheme und der orangen Farbmorphe von C. erate ähnlich. Wie sein zweiter deutsche Name Orangeroter Heufalter schon andeutet, ist die Variationsbreite des orangen Farbtons bei C. myrmidone kleiner als bei diesen. Heller orange gefärbte Tiere treten hier kaum auf. Andererseits können kräftiger gefärbte C. croceus aber durchaus genauso intensiv orange gefärbt sein, wie C. myrmidone Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit sind die schwarzen Randbinden, die bei Colias croceus und Colias chrysotheme oft von gelben Adern durchschnitten werden, bei mitteleuropäischen C. myrmidone fehlen diese weitestgehend. Letztlich ist der Innenarnd der schwarzen Randbinde auf der Vorderflügel-Oberseite bei C. myrmidone gleichmäßig konkav gebogen. Bei ''C. croceus ist er hingegen stets deutlich geknickt.
C. erate hat meist auffällig spitzwinklige Vorderflügel und ist auch oft kleiner. Den Männchen dieser Art fehlt zudem oftmals oberseits der helle Duftschuppenfleck neben der Wurzel der Hinterflügel, den die Männchen von C. myrmidone und C. croceus immer haben. Auch C. chrysotheme fehlt dieser Fleck immer.

Autor: Jürgen Hensle

1-2, ♂: Deutschland, Bayern, Oberpfalz, Naabtal, Schirndorf, cult. P. Zetzl, e.p. 26. Juli 1965 (det. & fot.: Michel Kettner)
3-4, ♀: Deutschland, Bayern, Oberpfalz, Naabtal, Schirndorf, cult. P. Zetzl, e.p. 24. Juli 1965 (det. & fot.: Michel Kettner)
5-6, ♂: Österreich, Kärnten, Rückersdorf, 550 msm, leg. W. Seizmair am 24. August 1972 (det. & fot.: Michel Kettner)
7-8, ♀: Österreich, Kärnten, Rückersdorf, 450 msm, leg. W. Seizmair am 4. August 1974 (det. & fot.: Michel Kettner)


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

ESPER ([1781]: 88-89, pl. LXV figs. 1-2) [nach Scans des Göttinger Digitalisierungszentrums [GDZ] mit schriftlicher Genehmigung des GDZ. Besitzerin der Vorlage: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek]



Biologie

Lebensraum und Lebensweise

C. myrmidone fliegt auf trockenen, sonnigen und warmen, meist in Südhanglage gelegenen Wiesen und Weiden. Diese sind oft mit wärmespeichernden Felsen durchsetzt. Seine Wärmebedürftigkeit wird auch dadurch angezeigt, dass er kaum über 500 msm steigt. Er ist jedoch keine echte Steppen-, sondern eine Waldsteppenart, worauf schon sein Fehlen in Zentralasien hinweist. So sind seine Vorkommensorte stets mit einigen Büschen und Bäumen bestanden, bzw. grenzen an Wald an. Auch bei den Nahrungspflanzen der Raupen handelt es sich nicht um Kräuter, sondern um Zwergsträucher. Entgegen dem nahe verwandten C. croceus ist er kein ausgesprochener Wanderfalter, sondern grundsätzlich sehr standorttreu. Dennoch sind auch von ihm schon Wanderungen von Einzelfaltern bekannt geworden. Aufgrund seiner speziellen Standortansprüche, sind seine Fluggebiete meist isolierte, kleine und weit voneinander getrennt liegende Inseln. Dadurch ist die Art auch in ihrem Überleben stark gefährdet, speziell im westlichen Teil des Verbreitungsgebietes.

1, Habitat: Rumänien, Siebenbürgen, Cluj, Casele Micesti, 46.6914, 23.571374, 650 msm, 29. Mai 2011 (Foto: Christian Papé) [Forum]
2-3, Habitat: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Station Nerskaja, 31. Juli 2013 (Fotos: Andrey Ponomarev) [Forum]

Nahrungspflanzen der Raupe sind verschiedene Steinklee-Arten, auch Zwergginster genannt, wie der Regensburger Steinklee, Chamaecytisus ratisbonensis und der Kopf-Steinklee, Chamaecytisus supinus.
Der Falter fliegt in zwei Generationen, die erste Ende Mai bis Mitte Juni und die zweite Mitte Juli bis Mitte September.
Die halberwachsene Raupe, die von der 2. Generation abstammt, überwintert.



Weitere Informationen

Etymologie

„Myrmidonen hieß ein thessalischer Volkstamm.“
SPULER 1 (1908: 10R)


Verbreitung

Die westlichsten -isolierten- Fundorte von C. myrmidone fanden sich einst im Oberpfälzer Jura bei Regensburg, in Südböhmen und im östlichen Österreich. Seit Ende der 1990er-Jahre ist er dort ausgestorben. Näheres hierzu unter: http://lepidopteraresearchfoundation.org/pdf/pdf38/38-051.pdf. Heute zieht sich sein Verbreitungsgebiet von Südpolen über die Slowakei, Ungarn und Rumänien bis nach Westrussland. Der Ural wird nur wenig nach Osten überschritten; sein östlichster Fundort liegt bei Kurgan im Westsibirischen Tiefland. Die Verbreitungswestgrenze liegt heute in den Kleinen Karpaten (Male Karpaty), nördlich von Bratislava und den Weißen Karpaten (Biele Karpaty/Bílé Karpaty) an der tschechisch-slowakischen Grenze.

Autor: Jürgen Hensle


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir übernehmen hier die detailliert von HEPPNER (1981) recherchierten Publikationsjahre.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Februar 14, 2014 22:07 von Erwin Rennwald
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