Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Colias Hyale

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
EU M-EU 07021 Colias hyale (LINNAEUS, 1758) - Weißklee-Gelbling, Goldene Acht

1, ♀: Schweiz, Graubünden, Haldenstein, Kleeacker, 17. Juli 2005 (det. & Freilandfoto: Heiner Ziegler) [Forum]
2-3, ♀, 1. Gen., blassgelbe Farbvariante: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, e.o. 11. Mai 2007 (Studiofotos: Jürgen Hensle), cult. & det. Jürgen Hensle
4, ♀, 2. Gen.: Deutschland, Bayern, Futterwiese Nähe Ebern/Unterfranken, 30. Juli 2007 (Freilandfoto: Justus Vogt), det. Jürgen Hensle nach Habitatangabe
5, ♀ Deutschland, Bayern, Übersee, Tiroler Ache, Achendamm, ca. 530 m, 17. September 2011, (Freilandfoto: Peter Ginzinger), det. Peter Ginzinger [Forum]
6-10, ♂♂, 11-12 ♀♀ der 3. Gen.: Deutschland, Baden-Württemberg, Trockenaue bei Neuenburg-Grissheim, 208 m, 5. September 2009 (Freilandfotos: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler [Forum]


Balz

1, Abwehrverhalten: Deutschland, Bayern, Übersee, Tiroler Ache, Achendamm, ca. 530 m, 17. September 2011 (Foto: Peter Ginzinger) [Forum]
2, Abwehrverhalten: Deutschland, Bayern, Südliche Frankenalb, Truppenübungsplatz bei Hepberg, Kalkmagerrasen, 3. Oktober 2015 (Freilandfoto: Steffen Schmidt), det. Hermann Falkenhahn [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Niedersachsen, Haarberg bei Rehburg, Kreis Nienburg a. d. Weser, 70 m, 25. September 2009 (Freilandfoto: Dietrich Zawischa), det. Dietrich Zawischa [Forum]


Eiablage

1: Österreich, Bundesland Salzburg, Pinzgau, Saalfelden-West, Euring, Saalach-Deich, 707 m, 18. Mai 2016 (det. & unmanipuliertes Freilandfoto: Sabine Flechtmann) [Forum]


Erwachsene Raupe

1: Deutschland, Bayern, Penzberg, ex-ovo-Zucht, ♀ leg. 19. August 2006 (Studiofoto am 18. März 2007: Mario Peluso), cult. & det. Mario Peluso [Forum]
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Schwäbische Alb, Filsenberg bei Sonnenbühl, 760 m, 29. April 2012 (det. & fot.: Daniel Bartsch) [Forum]
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, 26. November 2006 (Zuchtfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Jüngere Raupenstadien

1-2, L3: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, 29. Oktober 2005 (Zuchtfotos: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
3-4, L1: Polen, Podkarpacie Region, Markowa, auf Medicago sativa, 2. August 2012 (det. & fot.: Jarosław Bury) [Forum]


Puppe

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, e.o. (Studiofoto am 26. November 2006: Jürgen Hensle), cult. & det. Jürgen Hensle
2-3: Deutschland, Bayern, Penzberg, ex-ovo-Zucht, ♀ leg. 19. August 2006 (Studiofoto am 22. März/ 5. April 2007: Mario Peluso), cult. & det. Mario Peluso [Forum]


Ei

1: Deutschland, Brandenburg, Königs Wusterhausen, an Weiß-Klee (Trifolium repens), 16. September 2002 (Freilandfoto: Frank Rämisch), det. Frank Rämisch [Forum]
2: Deutschland, Thüringen, Kühndorf, an Hornklee, 6. August 2007 (Foto: Carsten Wilkening), det. Carsten Wilkening [Forum]



Diagnose

Falter

coll. Heiner Ziegler

1+2, ssp. hyale, ♂&♀: Schweiz, BL, Diegten Chilpen, e.o. IV.1987 (Fotos 1-2: Heiner Ziegler) leg. Heiner Ziegler

Die Weibchen von C. alfacariensis lassen sich auch anhand der Flügel-Oberseite oft nicht sicher von denen von C. hyale unterscheiden. Insbesondere für die Männchen gilt aber, dass von der Flügelbasis her die Vorderflügelzelle bei C. alfacariensis i.d.R. nicht mit dunklen Schuppen bestäubt ist (von den Flügeladern her können aber durchaus auch bei C. alfacariensis dunkle Schuppen in die Zelle hineinreichen), während die Bestäubung der Zellbasis bei C. hyale meist mehr oder weniger ausgeprägt ist. Zudem gibt es bei C. hyale oft auffällig hell gefärbte Männchen, die dann schon im Flug deutlich auffallen. Der Umkehrschluss ist jedoch unzulässig! Kräftig gelb gefärbte Männchen können sowohl solche von C. alfacariensis, als auch solche von C. hyale sein. Weitere, weniger zuverlässige und zudem geographisch variierende Merkmale sind: Der Fleck in der Mitte der Hinterflügel-Oberseite ist bei mitteleuropäischen C. alfacariensis meist recht kräftig gefärbt, wirkt dadurch wie aufgemalt. Bei C. hyale ist er oft blasser und kleiner.
Die Flügelform ist bei C. alfacariensis oft etwas rundlicher.
Der Vorderflügel-Diskoidalfleck ist bei C. alfacariensis gegenüber C. hyale durchschnittlich breiter. Zudem ist auf der Flügel-Unterseite die Zellab­schluss-Ader als "Kernung" dieses Flecks bei C. alfacariensis viel seltener erkennbar.
Auf der Hinterflügel-Oberseite ist bei C. hyale die Randbinde häufig doppelt angelegt, was bei allen C. alfacariensis-Ssp. zu den großen Seltenheiten gehört. Bei letzterer Art sind von der inneren Binde allenfalls die ersten ein bis zwei Flecken zur Flügelbasis hin dunkel eingefasst. Wenn bei C. alfacariensis eine innere Fleckenreihe erscheint, was eher bei den Weibchen vorkommt, dann ist trotzdem das Mittelfeld gegenüber der Randzone farblich nicht abgesetzt. Bei C. hyale ist häufig auch das dunklere Mittelfeld, besonders bei den Weibchen, gegenüber der helleren Submarginalzone deutlich abgesetzt, auch wenn keine Submarginalbinde vorhanden ist.
Eine sichere Methode, die Artzugehörigkeit eines Weibchens zu erkennen, ist, es bei der Eiablage zu beobachten. Legt dieses an einer anderen Pflanze als Hippocrepis spec., Securigera spec. oder evtl. auch noch Coronilla emerus ab, ist es nie C. alfacariensis. Auch hier gilt der Umkehrschluss nicht. Eiablage an Hippocrepis spec. oder Securigera spec. alleine beweist gar nichts, da diese Pflanzen von beiden Arten als Eiablagepflanzen genutzt werden.

Falterfotos auf der Seite des Artkomplexes

In Südosteuropa, nordwestlich bis Tschechien und Niederösterreich, fliegt zudem auch noch C. erate, die in mehreren Farbmorphen auftritt. C. alfacariensis ähnlich ist die zitronengelbe und die weiße Weibchen-Form. Den Männchen dieser Art fehlen meist (nicht immer!) die hellen Flecken in der dunklen Randbinde der Vorderflügel-Oberseite. Zudem ist der gelben Farbmorphe von C. erate ein kalter, leicht grünstichiger Gelbton zu eigen. Die Weibchen von C. erate tragen auf der Hinterflügel-Oberseite eine etwas dunklere Beschuppung und eine meist breitere Randbinde. Dennoch sind speziell weiße Weibchen von C. erate oft nicht leicht von C. alfacariensis-Weibchen zu unterscheiden.
Weitere Colias-spp. sind leicht an deren mehr oder weniger orangen Grundfarbe zu unterscheiden. Deren weiße Weibchen-Formen aber, können C. alfacariensis ebenfalls ähnlich sehen. In Europa ist das vor allem C. croceus. Dessen weiße Weibchen tragen jedoch auf der Hinterflügel-Oberseite eine intensive dunkle Bestäubung.


Raupe


C. hyale

C. alfacariensis

Eine weitere sichere Methode der Unterscheidung von C. alfacariensis ist die anhand der Raupen!


Ähnliche Arten


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1758: 469) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]

Beschreibung von John Curtis

CURTIS (1823-1840) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Lebensraum und Lebensweise

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Trockenaue bei Neuenburg-Grissheim, 208 m, 5. September 2009 (Foto: Heiner Ziegler) [Forum]
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittlerer Schwarzwald, Elztal, mesophile Wiese bei Gutach-Stollen, 330 m, 6. September 2009 (Foto: Jürgen Hensle)
3: Österreich, Bundesland Salzburg, Pinzgau, Saalfelden-West, Euring, Saalach-Deich, 707 m, 18. Mai 2016 (Foto: Sabine Flechtmann) [Forum]

Der Falter fliegt auf Wiesen, Klee- und Luzernefeldern. In Jahren mit starkem Wandergeschehen werden auch eher untypische Habitate, wie z. B. breite Waldwege besiedelt (Abb. 1). Im Gebirge steigt er bis etwa 1800 m. Wandernde Einzelfalter können jedoch noch viel höher angetroffen werden.
Eine der Hauptnahrungspflanzen der Raupe ist die Luzerne (Medicago sativa agg.), ähnlich wichtig sind Rot- und Weißklee (Trifolium pratense, T. repens). Daneben werden aber auch Steinklee (Melilotus-sp)., Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), Kronwicke (Coronilla-spp.) und andere Leguminosen angenommen. Die junge Raupe überwintert.
C. hyale bildet von April/Mai bis September/Oktober drei bis vier Generationen aus. Die 1. ist meist recht selten. Im Hochsommer und Herbst kann die Art auf blütenreichen Wiesen jedoch sehr häufig werden. In manchen Gebieten fehlt sie oft jahrelang. Da sie ein ausgeprägtes Wanderverhalten zeigt, kann sie nach Zuwanderung aber auch dort plötzlich wieder ungemein häufig aufzutreten. Manchmal ist sie im nächsten Jahr dann aber auch schon wieder verschwunden.

Autor: Jürgen Hensle


Prädatoren

1, Krabbenspinne Thomisus onustus WALCKENAER, 1805 (det. Sabine Flechtmann): Deutschland, Brandenburg, Hennigsdorf bei Berlin, Teufelsbruchwiesen, ehem. Militärflugplatz, 33 m, Tagfund, 20. August 2015 (Foto: Martin Semisch) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„griechische Waldnymphe.“
SPULER 1 (1908: 9R)


Andere Kombinationen

Synonyme


Verbreitung

C. hyale ist eine Art mittlerer Breiten. Sie ist von den Pyrenäen bis Nord-China verbreitet, meidet heiße und trockene Gebiete ebenso wie ausgesprochen kalte. Daher fehlt sie im Mittelmeerraum und in Südasien und tritt in England und Skandinavien nur im Süden als gelegentlicher Zuwanderer auf. Auch in Norddeutschland und den Niederlanden ist sie nicht jedes Jahr anzutreffen. Da sie jedoch ein ausgeprägtes Wanderverhalten zeigt, kann sie auch in Gebieten, in denen sie jahrelang nicht mehr beobachtet wurde, plötzlich wieder gehäuft auftreten.

Autor: Jürgen Hensle


Typenmaterial

HONEY & SCOBLE (2001: 332): “LSL [The Linnean Society of London, Anm. Red. Lepiforum]: 1 ♂ labelled “71. Hyale.” [by Linnaeus], “Hyale 764.” [by Smith], here designated as LECTOTYPE; [...].”


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Oktober 15, 2016 11:39 von Michel Kettner
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