Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Coenonympha Macromma

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU 07328a Coenonympha macromma TURATI & VERITY, 1911
Artstatus umstritten!

[Hinweis: Möglicherweise hierher gehörende Fotos im [Lepiforumsbeitrag Jens Philipp, 18. Januar 2018]]



Diagnose

Erstbeschreibung

TURATI & VERITY (1911: 237-238, 281, pl. I fig. 8) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Nahrung der Raupe

LAFRANCHIS et al. (2015) berichten über zwei Eiablage-Beobachtungen an "Pâturin à feuilles étroites" (Poa angustifolia) und "Agrostide capillaire" (Agrostis capillaris), jeweils an trockene Pflanzenteile - vermutlich sind das auch die Gräser, die dann später befressen werden.


Lebensweise

LAFRANCHIS et al. (2015) glauben, auch bei den Raupen einen Unterschied zwischen C. macromma einerseits und C. gardetta/ C. arcania andererseits gefunden zu haben: Zwar überwintern beide Arten im jeweils vorletzten Raupenstadium, doch bei C. macromma soll dies das dritte (von insgesamt vier), bei C. gardetta schon das vierte (von insgesamt fünf) Raupen-Stadium sein. Ob das ein Zufallsergebnis einer Einzelzucht war oder ein allgemein gültiger Befund ist m.E. noch völlig offen.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

TURATI & VERITY (1911) weisen in ihrer Beschreibung auf die im Vergleich zu C. arcania sehr großen Augenflecke hin.


Andere Kombinationen


Taxonomie

Das Taxon macromma wurde als Unterart (oder eigentlich Form) von C. arcania beschrieben, seither meist als Unterart oder Synonym zu C. darwiniana oder – zusammen mit diesem – (als Unterart oder infrasubspezifisches Taxon) zu C. gardetta gestellt. SCHMITT & BESOLD (2010) kamen in einer sehr umfangreichen Studie auf der Basis von Allozym-Elektrophorese zum Schluss, dass der Artenkomplex um Coenonympha arcania und C. gardetta in den Alpen nicht aus zwei oder drei, sondern aus vier Arten besteht, zwischen denen es teilweise zwar Hinweise auf (teilweise noch aktuelle) Hybridisierungen gibt, diese die Artgrenzen aber nicht verwischen. Sie schließen aus ihren Ergebnissen: “The four taxa analysed of the C. arcania species complex can be genetically discriminated at an individual as well as at a population level. This classification was supported by neighbor-joining clustering in combination with equal genetic distances, STRUCTURE analyses with varying K, and difference indices between pairs of populations. All four taxa differ considerably in their vertical and horizontal distribution and their ecological adaptation. Coenonympha arcania is a typical Mediterranean species expanding northwards during the postglacial, whereas C. gardetta is an alpine species sensu stricto. Coenonympha darwiniana and C. macromma are two mid-altitude taxa of strictly allopatric distributions most probably performing limited vertical shifts when climatic conditions change. Coenonympha arcania, C. gardetta, and C. macromma are the evolutionary products of subsequent cladogenesis events, whereas C. darwiniana may share a common ancestor with C. gardetta, or represent the product of hybridogenesis between C. gardetta and C. arcania. We recommend species rank for all of these taxa.” [Hervorhebung durch E.R.].

Für C. macromma wird festgestellt, dass sie mehr Allele mit C. arcania gemeinsam hat, also sich eher von jener Art abgespalten hat als von der äußerlich ähnlicheren C. darwiniana.


Faunistik

Locus typicus ist Terme di Valdieri in der italienischen Provinz Cuneo. Die Art ist in Italien auf die niederen Alpenlagen im Grenzgebiet zu Frankreich beschränkt, in Frankreich ebenso auf ein kleines Gebiet der Alpen im Grenzbereich zu Italien (Departements Alpes-Maritimes, Alpes-de-Haute-Provence und Hautes-Alpes). Es gibt keine räumliche Überschneidung zu C. darwiniana. Nach LAFRANCHIS et al. (2015) reicht die Höhenspanne des Vorkommens von 1400 bis 2450 m, wobei die meisten Funde zwischen 1800 und 2200 m erfolgten. C. arcania soll nach diesen Autoren in den Alpen maximal 1800 m erreichen (in den Pyrenäen 2000 m).

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Februar 8, 2018 9:31 von Erwin Rennwald
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