Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Chiasmia Aestimaria

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Geometridae (Spanner)
EU M-EU 07549 Chiasmia aestimaria (HÜBNER, [1809]) - Tamariskenspanner

1: Malta, Gozo, Nadur, Ramla Bay, 8.10.2006 (Foto: Armin Dahl) det. Egbert Friedrich [Forum]
2: Frankreich, Languedoc-Roussillon, Vias Plage (N43°17'33.33" E3°24'54.11"), 2. September 2008 (Foto: Manfred Hund), det. Manfred Hund, conf. Axel Steiner [Forum]
3: Griechenland, Kalymnos, Kantouni, auf Meereshöhe, Tagfund, 19. Oktober 2007 (Foto: Thomas Kissling), det. Egbert Friedrich [Forum]
4: Griechenland, Samos, Feuchtgebiet Richtung Flughafen (antike Stätte), 2. April 2010 (Foto: Heiner Ziegler), det. Dieter Fritsch [Forum]
5: Spanien, Mallorca, Alcudia, Albufera, 14. Mai 2011 (Freilandfoto: Manuela Semisch), det. Martin Semisch, conf. Michel Kettner [Forum]
6: Deutschland, Rheinland-Pfalz, 76767 Hagenbach, 104 m, Ortslage, am Licht, 14. Mai 2011 (det. & Foto: Dieter Kremb) [Forum]
7: Deutschland, Rheinland-Pfalz, 76767 Hagenbach, 104 m, Ortslage, 21. August 2011 (det. & fot.: Dieter Kremb) [Forum]
8-9: Deutschland, Baden-Württemberg, 77815 Bühl-Baden, südliche Ortsrandlage, 135 m, 27. Juli 2012, am Licht (Fotos: Willy Dresel), det. Axel Steiner [Forum]
10, ♂: Griechenland, Kreta, östlich Georgioupoli, Strand, Meereshöhe, 23. Mai 2012 (leg., det. & fot.: Egbert Friedrich) [Forum]
11: Griechenland, Peloponnes, Messinia, Romanos, N 36° 59’ 50“ E 21° 38’ 50“, mediterraner Garten im Hotelareal, 10 m, 4. Juli 2012 (det. & fot.: Christian Papé), conf. Michel Kettner [Forum]
12: Deutschland, Rheinland-Pfalz, 76767 Hagenbach, 104 m, Ortslage, am Licht, 12. Juni 2013 (Foto: Elke Kremb), det. Dieter Kremb [Forum]
13: Deutschland, Baden-Württemberg, Speyrer Rheinniederung, Philippsburg, 100 m, 11. Juni 2013, Tagfund (det. & fot.: Friedrich von Ramin) [Forum]
14: Spanien, Balearen, Menorca, Cala Fornells, Feriensiedlung auf den Klippen, 10 m, 18. August 2013, am Licht (Foto: Jörg Siemers), det. Axel Steiner [Forum]
15: Griechenland, Kreta, Nordwestkreta, Bucht bei Afrata (Halbinsel), 15. April 2014 (fot.: Christoph Bausch), det. Egbert Friedrich [Forum]


Raupe

1-2: Spanien, Mallorca, Alcudia, Albufera, an Tamariske, 6-12. November 2008 (Freilandfotos:Martin Semisch), det. Martin Semisch, conf. Erwin Rennwald [Forum]
3-4: Griechenland, Kalymnos, Plati Gialos, am Strand an Tamariske, 22. Mai 2008 (Foto: Thomas Kissling), det. Thomas Kissling, conf. Michel Kettner [Forum]
5: Deutschland, Rheinland-Pfalz, 76767 Hagenbach, 104 m, Ortslage, an einer Tamariske, 31. August 2012, Nachtfund (det. & Studiofoto: Dieter Kremb) [Forum]
6: Deutschland, Baden-Württemberg, 69256 Mauer (nördl. Kraichgau), 140 m, NSG Mauermer Elsenzaue, Kleingartenanlage, 19. Oktober 2012 (det. & fot.: Jutta Bastian) [Forum]
7-8: Frankreich, Elsass, Mulhouse-Staffelfelden, ca. 200 m, 25. Juni 2013 (fot.: Florian Nantscheff), leg. und det. Dieter Fritsch [Forum]



Diagnose

1-2 und 3-4, zwei ♂♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)

1-2 und 3-4, zwei ♀♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Erstbeschreibung

HÜBNER ([1809]: pl. 64 fig. 333) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Deutschland, Baden-Württemberg, 69256 Mauer (nördl. Kraichgau), 140 m, NSG Mauermer Elsenzaue, Kleingartenanlage, 19. Oktober 2012 (det. & fot.: Jutta Bastian) [Forum]
2-3: Spanien, Mallorca, Alcudia, Albufera, 6. November 2008 (Foto: Martin Semisch) [Forum]
4: Griechenland, Kreta, östlich Georgioupoli, Strand, Meereshöhe, 23. Mai 2012 (fot.: Egbert Friedrich) [Forum]
5: Frankreich, Elsass, Mulhouse-Staffelfelden, ca. 200 m, 25. Juni 2013 (fot.: Florian Nantscheff) [Forum]


Nahrung der Raupe

Die Art lebt als Raupe oligophag an Tamarisken, vermutlich noch weiteren als den hier genannten Arten.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„aestimatus geschätzt.“
SPULER 2 (1910: 97R)


Andere Kombinationen

Unterarten


Taxonomie

Bei KARSHOLT & RAZOWSKI (1996) wird Chiasmia aestimaria unter dem Namen „Godonella aestimaria” geführt. SCOBLE & KRÜGER (2002) stellten fest, dass das zum einen eine falsche Schreibweise war, da BOISDUVAL (1840) die Gattung „Godonela“ nannte. Zum anderen machte ihre Revision der Gruppe die Gattung überflüssig, sie wurde jetzt in die Gattung Chiasmia einbezogen. Zum Teil findet sich die Art auch noch unter „Semiothisa aestimaria“.


Faunistik

Auf der Seite [planet - thanet] wird das Foto eines Falters dieser Art gezeigt, aufgenommen am 17. August 2004 bei Kent. Es handelte sich bei diesem nicht gesammelten Tier um die Erstbeobachtung der Art in Großbritannien.

Dem scheint eine Nordausbreitung in Frankreich vorangegangen zu sein. Nach Funden bei Nancy und Thionville (Lothringen) hatte sich bereits eine Arealerweiterung angedeutet. 2003 wurden dann etliche Falter und Raupen an einer Tamariske in einem Garten in Lembach im Elsass registriert (F. Spill nach BLÄSIUS 2008), also nur 5 km von der Pfalz - und damit Deutschland - entfernt.

SCHMIDT-KOEHL & WERNO (2006) berichten dann über den nicht ganz unerwarteten Erstnachweis von Godonella aestimaria (HUEBNER, 1809) im Saarland (TK 6808), in Deutschland und damit auch in D - CH - A und bilden das Sammlungsexemplar als Farbfoto ab. Da es nach dem Einzelfund noch keinen klaren Hinweis auf Bodenständigkeit gab, wurde die Art hier zunächst mit "?" für Deutschland geführt. Das konnte bald geändert werden: BLÄSIUS (2008) berichtete über den Lichtfang-Fund eines Falters am 11. August 2008 in Eppelheim bei Heidelberg (Erstnachweis für Baden-Württemberg). Da er in der Arbeit auch über weitere Funde im Saarland (Saarbrücken: 25. Mai und 27. Juli 2007 H. Martin, Dirmingen: 4. Juli 2008 R. Hinsberger) informieren konnte, schien die Etablierung im lothringisch-saarländischen Grenzgebiet mittlerweile gelungen zu sein. Mittlerweile kommen aus der Region diverse weitere Falter- und Raupenfunde hinzu.

Sollte die als Raupe an Tamarisken (Tamarix spp.) lebende Art in Deutschland weiter in Ausbreitung begriffen sein? [Raupenfoto siehe GÓMEZ DE AIZPÚRUA (2001)] [GÓMEZ DE AIZPÚRUA (2001)]. Dann ist sie dabei ganz auf Gärten angewiesen, denn wildwachsende Tamarisken der Gattung Tamarix gibt es in Deutschland nicht, und die "Deutsche Tamariske" (Myricaria germanica) ist räumlich weit von den südwesteuropäischen Vorkommen des Falters getrennt. BLÄSIUS (2008) kommt hier zum Schluss: „Verschiedene Arten der Gattung Tamarix werden entlang der Autobahnen, in Hausgärten oder Parkanlagen in genügender Stückzahl angepflanzt, so dass diese Orte als Trittsteine für eine weitere Ausbreitung dienen können.“ Ein Vorkommen in der Pfalz war schon nach dem ersten Nachweis in Baden-Württemberg und dem Fund etlicher Falter und Raupen 2003 in Lothringen 5 km von der Pfalz entfernt zu vermuten, mittlerweile ist die Art in Teilen der Pfalz und auch in der badischen Oberrheinebene stabil vorhanden (z. B. [Forumsbeitrag D. Kremb 31. August 2012], [Forumsbeitrag J. Bastian, 20. Oktober 2012], [Forumsbeitrag D. Kremb, 12. Juni 2013], [Forumsbeitrag F. Ramin, 12. Juni 2013], [Forumsbeitrag D. Fritsch, 26. Juni 2013], [Forumsbeitrag M. Hund, 27. September 2015]). Die weitere Ausbreitung dürfte nach BLÄSIUS (2008) Richtung Luxemburg, Rheinland und Südhessen erfolgen.

(Autor: Erwin Rennwald)

M. PASTORE (2012) berichtet über den Erstnachweis für die Schweiz: Er entdeckte am 26. Mai 2011 das Tier an einer Mauer seines Hauses in Chambèsy, Kanton Genf (conf. Jacques Bordon).


Literatur


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EU M-EU 07549 Chiasmia aestimaria (HÜBNER, [1809]) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juni 24, 2017 9:03 von Erwin Rennwald
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