Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Celypha Woodiana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04729 Celypha woodiana (BARRETT, 1882) - Weißer Mistelwickler

1-2: Österreich, Niederösterreich, 1 km SW Winzendorf, Kalktrockenrasen, Schwarzföhrenwald, 380 m, 11. Juli 2004 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Söllingen, Baden-Airpark, ehem. Munitionsdepot, 20. September 2006 (Studiofoto: Dietmar Laux), conf. Rudolf Bryner [Forum]
4-6: Deutschland, Sachsen, bewaldetes Teichgebiet bei Mortka, 140 m, 7. Juli 2013, am Licht (leg., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
7-10: Deutschland, Sachsen, Neustädter Heide, 121 m, 28. August 2014, am Licht (leg., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
11: Frankreich, Beuvron-en-auge, leg. Raupe an Laubholz-Mistel (Viscum album) 4. Juni 2016, e.p. 15. Juni 2016 (leg., cult., det. & Foto Ruben Meert)
12-13, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 3. September 2018 (det. & fot.: Horst Pichler) [Forum]


Raupe

1-2, erwachsene bzw. jüngere Raupe: Frankreich, Beuvron-en-auge, leg. an Laubholz-Mistel (Viscum album) 4. Juni 2016 (leg., cult., det. & Fotos Ruben Meert)


Puppe

1-2: Frankreich, Beuvron-en-auge, leg. an Laubholz-Mistel (Viscum album) 4. Juni 2016 (leg., cult., det. & Fotos Ruben Meert)


Minen

1-6, Minen mit jüngeren [1-4] bzw. erwachsenen [5-6] Raupen: Frankreich, Beuvron-en-auge, leg. an Laubholz-Mistel (Viscum album) 4. Juni 2016 (leg., cult., det. & Fotos Ruben Meert)



Diagnose

Geschlecht nicht bestimmt

1: Deutschland, Sachsen, Oberlausitz, Königsbrück, 145 m, Lichtfang, 9. September 2005 (leg., det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Genitalien

Männchen

1, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 3. September 2018 (präp., det. & fot.: Horst Pichler) [Forum]


Erstbeschreibung

BARRETT (1882) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Nahrung der Raupe

BARRETT (1882) erhielt für seine Erstbeschreibung eine kleinere Anzahl an Faltern, die John H. Wood 1877 und wieder 1880 in einem Obstgarten in Herefordshire/ England gefunden und ihm zur Begutachtung vorgelegt hatte. BARRETT (1882) schrieb, dass Dr. Wood auch einen Falter mit noch weichen Flügeln an einem Apfelbaum-Stamm hinaufklettern sah und daher fest überzeugt war, dass die Raupe vom Apfelbaum leben müsste; dabei übersah er zunächst, dass der Apfelbaum nicht nur Äpfel, sondern auch Misteln trug ...
Was macht man, wenn so ein Tier nach einem selbst benannt wird: Brachytaenia woodiana und man schon damals so kurz vor der Klärung der Biologie der neuen Art stand ? Man sucht und sucht auf Apfelbäumen nach Raupen, man sperrt Weibchen ein, um sie zur Eiablage zu bewegen und die Raupen erst einmal in der Zucht zu beobachten, damit man sie dann auch draußen gezielter suchen kann. Jahr um Jahr. Und manchmal unterbricht man die Suche und schaut sich um, was es sonst noch so gibt. Richtig: Da ist ein großer Apfelbaum umgestürzt, und so kann man die große Mistel im Kronenraum des Baumes vom Boden aus nach interessanten Wanzen oder Blattläusen absuchen ... Aber was ist das? Da gibt es Minen in den fleischigen Mistel-Blättern - Fliegen-Larven? Nein, Lepidopteren-Larven! Auch wenn das natürlich gar nicht zu einem Wickler passt: man notiert das gleich mal als "woodiana", sammelt noch ein paar Dutzend von diesen Minen ein und wundert sich dann, dass das Zuchtergebnis tatsächlich woodiana ergibt. Und jetzt muss man es auch publizieren, 10 Jahre nach der Erstbeschreibung in der selben Zeitschrift: "WOOD (1892): The larva of Ditula woodiana feeds on Viscum album". WOOD (1892) beschrieb die Minen und das Verhalten der Raupen genau - aber das ist alles auch auf den oben gezeigten Fotos von Ruben Meert zu sehen.

SCHÜTZE (1931) hatte es leichter und schrieb zur Raupe: "September bis Mai an Viscum album, erst minierend, dann die Blätter fleckig benagend. Die Raupen leben sowohl in Laubholz-Misteln als auch in Kiefern-Misteln, und so kann [Friedmar Graf] für Sachsen feststellen: Die Raupe lebt an Kiefernmistel (Viscum album). Dementsprechend ist der Falter in und um Kiefernwälder zu finden." Ob auch die Tannen-Mistel (Viscum album ssp. abietis [= Viscum abietis]) genutzt wird, ist wohl noch zu klären.

REICHHOLF (2008) beschreibt die bequeme herbstliche Raupensuche und bespricht interessante "Aspekte der Biologie und Fragen zur Verbreitung des Mistelwicklers Celypha woodiana Barrett, 1882, in Bayern".

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Die Art ist nach ihrem Finder - John H. Wood - benannt.


Andere Kombinationen


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04729 Celypha woodiana (BARRETT, 1882) - Weißer Mistelwickler Weisser Mistelwickler art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am November 20, 2020 21:16 von Erwin Rennwald
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