Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Carcharodus Lavatherae

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Hesperiidae (Dickkopffalter)
EU M-EU 06884 Carcharodus lavatherae (ESPER, [1783]) - Loreley-Dickkopffalter

1: Italien, Südtirol, Vintschgauer Sonnenberg, 25. August 2005 (Foto: Jochen Goldsche), conf. Ernst Brockmann [Forum]
2, ♂: Schweiz, Wallis, Leuk, Felsensteppe, 620 m, e.l. 1. Juli 1994, leg. Raupe an Stachys recta im Frühjahr 1994 Peter Sonderegger (Foto: Rudolf Bryner), cult. & det. Rudolf Bryner
3: Schweiz, Wallis, Stalden, 22. Juni 2008 (Freilandfoto: Bernhard Jost), det. Bernhard Jost [Forum]
4: Schweiz, Wallis, Varen, am Südhang, auf ca. 800 m, 27. Juli 2008 (Foto: Stefan Egli), det. Stefan Egli, conf. Markus Schwibinger [Forum]
5-6: Frankreich, Provence-Alpes-Côte d'Azur, Dept. Var, Bormes-les-Mimosas, am Col de Babou, ca. 400 m, 28. Mai 2009 (Fotos: Herbert Fuchs), det. Herbert Fuchs, conf. Ernst Brockmann [Forum]
7: Armenien, Vayots Dzor, Sulemapass Südseite, 2100 m, 22. Juni 2011 (det. & fot.: Bernhard Jost) [Forum]
8: Italien, Südtirol, Vinschgau, Schlanders, Sonnenberg, lichter Wald, 27. Juli 2011 (det. & fot.: Markus Dumke) [Forum]
9, ♀: Frankreich, Provence, Umgeb. Methamis (Mont Ventoux), 475 m, 2. Juni 2012, Berghang (det. & fot.: Joachim Rutschke) [Forum]
10, ♂: Schweiz, Wallis, Salgesch, 970 m, 22. Juni 2013 (det. & fot.: Martin Albrecht) [Forum]
11-12: Österreich, Niederösterreich, Umgebung Dürnstein, 300 m, 12. Juni 2015 (Freilandfotos: Ingrid Langer), det. Wolfgang Langer [Forum]


Raupe

1, ausgewachsene Raupe: Schweiz, Wallis, Leuk, 700 m, 4. Mai 2008 (Zuchtfoto: Martin Albrecht), det. Martin Albrecht [Forum]
2: Schweiz, Wallis, Kalpetran, 3. Mai 2008 (manipuliertes Freilandfoto: Heiner Ziegler), leg. & det. Martin Albrecht [Forum]


Puppe

Schweiz, Wallis, Leuk, 700 m, 27. Mai 2008 (Zuchtfoto: Martin Albrecht), det. Martin Albrecht [Forum]


Ei

Zwei Eier an Stachys recta: Schweiz Wallis, Hohtenn, 1040 m, 16. Juli 2007 (Foto: Martin Albrecht), det. Martin Albrecht [Forum]



Diagnose

Erstbeschreibung

ESPER ([1783]: 148-149, pl. LXXXII fig. 4) [nach Scans des Göttinger Digitalisierungszentrums [GDZ] mit schriftlicher Genehmigung des GDZ. Besitzerin der Vorlage: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek]



Biologie

Habitat

1: Schweiz, Wallis, Rhônetal, Leuk, 780 m, 26. Juli 2007 (Foto: Martin Albrecht).
2, Fundstelle der letzten (fraglichen, siehe Faunistik) Meldung aus Deutschland von 2004: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mittelrhein, Loreley-Felsen, südliches Tunnelportal (Foto am 18. Juli 2015: Jürgen Rodeland)


Nahrung der Raupe

Einzige bisher dokumentierte Eiablage- und Raupennahrungspflanze scheint der Aufrechte Ziest zu sein. Die Beobachtungen dazu stammen aus der Südschweiz, Norditalien und den Pyrenäen.

TOLMAN & LEWINGTON ((1998) führen neben S. recta auch Stachys germanica (Deutscher Ziest) und Stachys arvensis (Acker-Ziest) an. Konkrete Freiland-Funde an jenen Pflanzen werden aber nicht genannt. Ähnliche Überlegungen gelten für die herumgeisternden Angaben zu Sideridis als Nahrung der Raupe.

TSHIKOLOVETS (2011) führt neben Stachys-Arten auch noch Lavatera thuringiaca an. Lavatera thuringiaca ist dabei bestenfalls als Fehlbestimmung zu werten, möglicherweise aber auch nur als Phantasieprodukt. Der Namensgeber, ESPER, hat die Raupe wohl nie gesehen und auch nicht behauptet, dass sie an Lavatera lebt (siehe Etymologie).

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„eine malvenartige Pflanze, irrtümlich für die Nahrung der Raupe gehalten.“
SPULER 1 (1908: 73R)

Bei der Beschreibung von Carcharodus alceae berichtet ESPER ([1780-1786]) über zahlreiche eigene Raupen-, Ei- und Puppenfunde an Alcea rosea, weshalb er zur Benennung jener Art schreibt: "so nenne ich ihn von der gewöhnlichsten Futterpflanze, der alcea rosea unserer gemeinen Gartenmalve". Er unterschied jenen Falter von "P. malvae", stellte beim Vergleich aber fest, dass ihm selbst kein Raupenfund von Pyrgus malvae gelang, dass die damals existenten Raupenbeschreibungen von "P. malvae" aber exakt auf seine neue Art passten, es also keinen erkennbaren Unterschied gab [, was schlichtweg damit zusammenhing, dass die alten Raupenbeschreibungen in Wirklichkeit alle zu C. alceae gehörten]. Malva als Nahrung für die kleinste Art, Alcea als Nahrung für die größere - was lag da näher, bei der Beschreibung der dritten, noch größeren Art einfach ein noch größeres Malvengewächs als Namensgeber zu verwenden: "Ich habe für diese eigene Gattung einen Namen von den Malvengeschlechtern gewählt, wobei ich bereits drey ähnliche Species unterschieden. Die Lavathera, die Baummalve zeichnet sich durch den ahnsehnlichen Wuchs vor den übrigen aus; unser Falter ist eben auch der größte unter seinen verwandten Arten."

(Autor: Erwin Rennwald)


Andere Kombinationen

Synonyme


Faunistik

Die Art kam (kommt?) in Deutschland nur am Mittelrhein entlang in Hessen und Rheinland-Pfalz vor. Das von ALBRECHT (2014: Folie 26) kartographisch skizzierte Areal reichte vom Mainzer Sand bis Braubach. Im einzelnen nennt er in dieser Karte folgende Fundorte mit dem Jahr des jeweils letzten bekannten Nachweises, hier in flussabwärts führender Reihenfolge zitiert: Rechtsrheinisch „Mombacher Heide/Mainzer Sand: ca. 1900“, „Assmanshausen: 1932“, „Lorch: 1964“, „Dörscheider Heide: ca. 1985“, „Bornich: 1888“, „Loreley: 1968 (2004)?“, „St. Goarshausen: 1936“, „Kestert: 1985“, „Kamp-Bornhofen: 1941“ und „Braubach: 1963“. — Die Daten eines späteren Beleges aus Lorch bringt BAUMANN (2000): „20.6.1978 von Lorch, leg. G. MÜLLER“.

Zur letzten Fundmeldung aus Deutschland 2004 äußert sich ALBRECHT (2014: Folie 32) kritisch: Die Einzelbeobachtung stamme nicht von einem Hesperiiden-Spezialisten, und es sei kein Beleg oder Foto vorhanden. Es sei die mit weitem Abstand letzte Meldung vom Mittelrhein. „Aber: Flugzeit und Beschreibung passen, Art ist kaum zu verwechseln. Trotzdem: Große Skeptis ist angebracht!“. Er zieht das Fazit: „Die Bestandssituation von C. lavatherae am Mittelrhein ist sehr kritisch (gemäß Literatur und Befragung diverser Kollegen). Vermutlich ist die Art bereits ausgestorben. Aber: Fehlende gezielte Suche ist auch eine (letzte) Chance!“

Armin Dahl präzisiert die Fundstelle von 2004 in einem [Forumsbeitrag]: „Der letzte Nachweis stammt vom Tunnelportal der Bahn direkt unter der Loreley, von 2004 (Günter Hahn).“ Es kann sich nur um das südliche Portal handeln, denn das nördliche ist von dichtem Wald umgeben.

(Autor: Jürgen Rodeland)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir übernehmen hier die detailliert von HEPPNER (1981) recherchierten Publikationsjahre.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am März 28, 2017 22:40 von Erwin Rennwald
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