Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cameraria Ohridella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer)
EU M-EU 01330 Cameraria ohridella DESCHKA & DIMIĆ, 1986 - Rosskastanien-Miniermotte, Biergartenmotte

1-2: Österreich, Niederösterreich, Katzelsdorf, Schule, 27. April 2004 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner [Forum]
3-4: Deutschland, Baden-Württemberg, Gaggenau, Garten, 17. Mai 2005 (Fotos: Dietmar Laux) [Forum]
5: Deutschland, Bayern, München, Anfang Mai 2005 (Foto: Annette von Scholley-Pfab), det. Rudolf Bryner [Forum]
6-7: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 22. April 2007, an einem Kastanienstamm (Freilandfotos, beide um 90° nach rechts gedreht: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland
8-9: Deutschland, Bayern, Aichach-Sulzbach, Falter am Licht, 14. Juli 2007 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner, conf. Jürgen Rodeland [Forum]
10: Hohe Abundanz bereits in der als Puppen überwinterten Generation: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mainz, Rosengarten, 13. Mai 2008 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland
11: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Niederfell/Mosel, 22. Mai 2012, Tagfund (Foto: Ernst Herkenberg), det. Karola Winzer [Forum]
12-15: Deutschland, Sachsen, Basaltbruch Baruth, 187 m, 16. April 2014, Tagfang (leg., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Niederfell/Mosel, 22. Mai 2012, Tagfund (Foto: Ernst Herkenberg), det. Karola Winzer [Forum]


Raupe


1-2: verpuppungsreife Raupe, die bereits die Puppenwiege gesponnen hat
3-4: Blattmine mit durchscheinender Raupe und dieselbe Raupe im Detail
5: Parasitierte Raupe, Mine zum Fotografieren geöffnet
1-5: Deutschland, Hessen, Oberkaufungen, 19. September 2005 (Freilandfotos, Nr. 2, 4 und 5 manipuliert: Jürgen Rodeland)


Fraßspuren und Befallsbild

1, Fraßbild an Rosskastanie (Aesculus hippocastanum): Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 22. Juni 2007 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland
2, Minen an Rosskastanie (Aesculus hippocastanum): Deutschland, Bayern, Furth im Wald, 4. September 2005 (Foto: Ingrid Altmann), det. Ingrid Altmann
3, Minen an Bergahorn (Acer pseudoplatanus): Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 22. Juni 2007 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland


Puppe

1: leere Puppenwiege, aus der ein Falter geschlüpft ist
2-3: Puppenwiege, auf dem 3. Foto geöffnet
1-3: Deutschland, Hessen, Oberkaufungen, 19. September 2005 (Freilandfotos, Nr. 3 manipuliert: Jürgen Rodeland)
4, in der Laubstreu überwinterte Puppe: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 10. März 2007 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland


Ei

1-2: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 22. Juni 2007 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland (Beobachtung der Eiablagen)



Diagnose

Falter:

1, ♂: Schweiz, Bern, La Neuveville, 530 m, 28. April 2003, Lichtfang (leg., det. & fot.: Rudolf Bryner) [Forum]

Cameraria ohridella, welche den Phyllonorycter-Arten sehr nahe verwandt ist, erkennt man "daran, dass die weißen Binden nur gegen außen schwarz begrenzt sind. Bei den Phyllonorycter-Arten ist die schwarze Begrenzung der weißen Binden entweder nur innen, auf beiden Seiten oder sie fehlt ganz." [Anmerkung Rudolf Bryner, CH]

Eier: Die Eier sind mit bloßem Auge gerade noch als weißliche Punkte auf der Oberseite der Kastanienblätter erkennbar. Ein Dutzend bei der Eiablage beobachtete Weibchen zeigten alle das gleiche Verhalten: Zunächst dreht sich der Falter, während er beide Fühler lebhaft gegenläufig vor und zurück bewegt, mehrmals auf der Stelle im Kreis. Dann hält er für einige Sekunden inne, krümmt den Hinterleib gegen die Blattfläche und vibriert im Augenblick der Eiablage mit dem ganzen Körper. Fast alle Eier werden in Blattadern abgelegt (vgl. Bild 2; Bild 1 zeigt eine seltene Ausnahme; Beobachtung von Jürgen Rodeland am 22. Juni 2007).



Biologie

Habitat

1: Deutschland, Sachsen, Moritzburg, Schlossallee mit Kastanien, 2. Oktober 2011 (Foto: Jürgen Rodeland)
2: Deutschland, Thüringen, Erfurt, unterhalb der Severikirche, 6. Oktober 2011 (Foto: Jürgen Rodeland)


Nahrung der Raupe

Die Art miniert oberseitig an Gewöhnlicher Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), spärlicher anderen Rosskastanien-Arten. Auch Bergahorn (Acer pseudoplatanus), der in unmittelbarer Nähe von befallenen Kastanien steht, kann als Raupennahrung dienen.



Weitere Informationen

Abweichende Schreibweisen


Verbreitung

Zu diesem Neozoon, das sich innerhalb weniger Jahre quer durch Europa ausgebreitet hat und ein sehr auffälliges Fraßbild an Kastanienblättern erzeugt, existiert ein umfangreiches Schrifttum, aus dem wir hier im Wesentlichen nur die Publikationen zu den Erstnachweisen in den einzelnen Ländern zitieren. ŠEFROVÁ & LAŠTŮVKA (2001) stellen graphisch dar, wie sich die Art von zwei Zentren aus annähernd konzentrisch in alle Richtungen ausgebreitet hat: Mazedonien, wo die Art bereits 1984 gefunden wurde, also zwei Jahre vor ihrer Erstbeschreibung, und Oberösterreich 1989.

Dass die Art bereits seit über einem Jahrhundert auf dem Balkan lebt, wurde von LEES & al. (2011) durch Barcoding der nuklearen und mitochondialen DNA in einem Herbarium-Beleg von 1879 nachgewiesen (siehe auch [Forumsbeitrag] von Claas Lehmann).

Österreich

Nach HUEMER & RABITSCH (2002) (dort weitere Literatur) erfolgte der Erstnachweis für Österreich 1989 in Oberösterreich. Seit 1996 ist sie im gesamten Bundesgebiet zu finden.

Deutschland

Für Deutschland wird in verschiedenen Quellen 1993 als Jahr des Erstnachweises genannt. Heute ist sie wohl bundesweit verbreitet und praktisch an jeder Roßkastanie zu finden.

Schweiz

Nach KENIS & FORSTER (1998) trat die Art in der Schweiz zuerst 1998 auf.

Belgien

DE PRINS & PUPLESIENE (2000) berichten über Minenfunde 1999 in Tervuren, Provinz Flämisch-Brabant.

(Autor: Erwin Rennwald)


Typenmaterial

DESCHKA & DIMIĆ (1986: 20): „Holotypus: »6 km S of Ohrid 705 m, Macedonia, Yu(goslavia), e.l. 5.–14. 8. 1985, G. Deschka leg. – Mine in Aesculus hippocastanum L., Zucht Nr. 1889, Mine: 30.–31. 7. 1985. [...] Der Holotypus in der Sammlung G. Deschka, die Paratypen bei N. Dimić.«“ — Paratypen: 7 ♂♂ und 19 ♀♀.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am März 31, 2016 13:17 von Jürgen Rodeland
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