Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Brenthis Hecate

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07215 Brenthis hecate ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Saumfleck-Perlmuttfalter

1: Slowakei, Sance, 23. Juni 1992 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
2, ♂: Österreich, Niederösterreich, Kalkmagerrasen in den Randalpen im Raum Kirchberg/Pielach, 19. Juni 2004 (Foto: Wolfgang Schweighofer), det. Wolfgang Schweighofer [Forum]
3-4, ♀: Österreich, Niederösterreich, Kalkmagerrasen in den Randalpen im Raum Kirchberg/Pielach, 3. Juli 2005 (Fotos: Wolfgang Schweighofer), det. Wolfgang Schweighofer
5, ♂: Österreich, Niederösterreich, Kirchberg/Pielach, Voralpen-Trespenrasen, 9. Juni 2007 (Freilandfoto: Wolfgang Schweighofer), det. Wolfgang Schweighofer [Forum]
6, ♀: Österreich, Niederösterreich, Kirchberg/Pielach, Voralpen-Trespenrasen, 9. Juni 2007 (Freilandfoto: Wolfgang Schweighofer), det. Wolfgang Schweighofer
7-8: Frankreich, Département Aude, Couiza, 7. Juni 2007 (Freilandfotos: Walter Schön), det. Walter Schön
9, ♂: Österreich, Niederösterreich, Kirchberg an der Pielach, "Luft", ca. 600 m, Kalkmagerwiese, Raupe am 4. Mai 2010 gefunden, e.l. 22. Mai 2010 (leg., cult., det. & Foto: Wolfgang Schweighofer) [Forum]
10: Armenien, Vayots Dzor, Saralandj, 1400 m, 25. Juni 2011 (det. & fot.: Bernhard Jost) [Forum]
11: Rumänien, Siebenbürgen, Hunedoara, Ardeu, 46.031445, 23.146988, ca. 500 m, mesophile Wiese, 31. Mai 2011 (Freilandfoto: Christian Papé), det. Christian Papé [Forum]
12: Rumänien, Oltenia, Mehedinti, 3 km SE Orsova, Alion, 44.719951, 22.43292, mesophile Heuwiesen in Waldnähe, 280 m, 4. Juni 2011 (Freilandfoto: Christian Papé), det. Christian Papé [Forum]
13-14: Ungarn, Közép-Magyarország, Pest, Szentendre, Trockenrasen am Rand des Duna-Ipoly-Nationalparks, 23. Mai 2011 (Freilandfotos: Jens Philipp) [Forum]


Raupe

1-3: Österreich, Niederösterreich, Kirchberg an der Pielach, "Luft", ca. 600 m, Kalkmagerwiese, 4. Mai 2010 (det. & Freilandfotos: Wolfgang Schweighofer) [Forum]
4-5: Funddaten wie Bild 1-3 (Fotos am 6. Mai 2010: Wolfgang Schweighofer) [Forum]
6, Vorpuppe: Funddaten wie Bild 1-3 (Foto am 8. Mai 2010: Wolfgang Schweighofer) [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1: Österreich, Niederösterreich, Kirchberg an der Pielach, "Luft", ca. 600 m, Kalkmagerwiese, 4. Mai 2010 (Freilandfoto: Wolfgang Schweighofer) [Forum]

Bei den betroffenen Blättern sind meist die Fiederchen entlang der Hauptachse im unteren mittleren Teil abgefressen, selten auch andere Teile der Blätter. Auf Bild 1 ist das zu sehen, rechts daneben auch ein Blatt mit untypisch abgefressenem oberen Teil.


Puppe

1-2: Österreich, Niederösterreich, Kirchberg an der Pielach, "Luft", ca. 600 m, Kalkmagerwiese, 9. Mai 2010 (Freilandfotos: Wolfgang Schweighofer) [Forum]
3: Rumänien, Siebenbürgen, Hunedoara, Ardeu, 46.031445, 23.146988, ca. 500 m, mesophile Wiese, 31. Mai 2011 (det. & fot.: Christian Papé) [Forum]
4: Serbien, Vranje, Stadt Stara Brezovica, 1030 m, Tagfund, 14. Juni 2016 (det. & Foto: Miroslav Milenkovic), conf. Peter Schmidt [Forum]



Diagnose

Falter

Grundsätzlich sehen sich alle Perlmuttfalterarten oberseits mehr oder weniger ähnlich. Ein genauer Blick auf die Zeichnung, speziell der Hinterflügel-Unterseite erlaubt aber fast immer eine Zuordnung. Oberseits ähnelt Brenthis hecate vor allem seinen beiden nächsten Verwandten, dem Brombeer-Perlmuttfalter (Brenthis daphne) und dem Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino). In seiner Größe liegt er zwischen diesen beiden Arten.
Auf der Hinterflügel-Unterseite hat B. hecate jedoch ein deutliches Merkmal, das ihn von allen anderen Perlmuttfaltern unterscheidet: Er trägt in der Postdiskalregion und in der Submarginalregion, also im inneren Saumbereich, je eine Reihe schwarzer Punkte. Diese Doppelreihe, die ihm den deutschen Namen Saumfleck-Perlmuttfalter gegeben hat, tritt in Europa bei keinem anderen Perlmuttfalter auf, sodass er problemlos unterschieden werden kann.


Ähnliche Arten



Biologie

Habitat

B. hecate fliegt auf größeren Wiesen in oder in der Nähe trockener Wälder. Er tritt vor allem im Hügel- und niedrigen Bergland auf, übersteigt in Europa dabei 1600 m kaum. In Asien hingegen, z. B. in Ostanatolien, ist er noch aus über 2500 m bekannt.
(Autor: Jürgen Hensle)

1, Trockenrasen: Ungarn, Közép-Magyarország, Pest, Szentendre, am Rand des Duna-Ipoly-Nationalparks, 23. Mai 2011 (Foto: Jens Philipp) [Forum]
2, Kalkmagerwiese: Österreich, Niederösterreich, Kirchberg an der Pielach, "Luft", ca. 600 m, 4. Mai 2010 (Foto: Wolfgang Schweighofer) [Forum]


Lebensweise

Die Flugzeit der einzigen Generation beginnt je nach Höhenlage des Fundorts und der Frühjahrswitterung Ende Mai oder Anfang Juni und dauert bis etwa Mitte Juli, gebietsweise aus bis Anfang August an.
Ansonsten ist von dieser Art, obwohl sie auch in Mitteleuropa vorkommt, kaum etwas bekannt. Als Nahrungspflanze der Raupe wird im Mittelmeerraum der Backenklee (Dorycnium-spp.) genannt, aus Südrussland der Spierstrauch (Spiraea crenata) und aus Österreich die Spierstaude (Filipendula vulgaris). In Frage kämen zudem vor allem Brombeere (Rubus-spp). Auch lässt sich nur vermuten, dass, wie bei den verwandten Arten, die Raupe fertig entwickelt im Ei überwintert.
(Autor: Jürgen Hensle)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„Zaubergöttin.“
SPULER 1 (1908: 29L)


Verbreitung

B. hecate lebt in den Gebirgen Spaniens, in Südfrankreich, der Poebene, in den italienischen Alpen und im Gran Sasso in weit voneinander entfernten kleinen Kolonien. Weniger lückenhaft ist sein Vorkommen weiter östlich, wo sein Verbreitungsgebiet in Niederösterreich und in den Weißen Karpaten an der tschechisch-slowakischen Grenze endet. Von dort an ist er über den Balkan und die Türkei bis Südrußland verbreitet. In Asien endet seine Verbreitung in Südsibirien östlich des Altai-Gebirges.


Literatur


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Letzte Änderung am Juli 3, 2016 11:26 von Jürgen Rodeland
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