Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Boloria Titania

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07221 Boloria titania (ESPER, 1781) - Natterwurz-Perlmuttfalter

Ssp. titania

1, ssp. titania ♀: Frankreich, Alpes-Maritimes, vic Tende, 1600 m, 3. Juli 2007 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Ssp. cypris

1, ssp. cypris ♂: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Pähl, 7. Juni 1992 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
2: ssp. cypris: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Andechs, 22. Juli 1990 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
3, ssp. cypris ♀: Schweiz, Bern, Sustenpass, 8. Juli 2007 (Freilandfoto: Bernhard Jost), det. Bernhard Jost
4, ssp. cypris: Schweiz, Bern, Eriz, 2. Juli 2008 (Freilandfoto: Bernhard Jost), det. Bernhard Jost [Forum]
5-6, ♂ ♂ & 7 ♀, ssp. cypris: Österreich, bei Göstling-Niederösterreich, Feldwiesalm nahe der steirischen Grenze, 1. Juli 2007 (Freilandfotos: Wolfgang Schweighofer), det. Wolfgang Schweighofer [Forum]
8, ssp. cypris: Österreich, Steiermark, Bad Mitterndorf, Salza-Stausee, 780 m, 22. Juli 2010 (Freilandfoto: Pia Wesenberg), det. Pia Wesenberg, conf. Jens Philipp [Forum]
9, ssp. cypris: Schweiz, Berner Oberland, Hasliberg, 1300 m, Berg-Mischwaldlichtung mit blumenreicher Magerweide, die zweimal im Jahr von Rindern beweidet wird, 31. Mai 2011 (Freilandfoto: Hildegard Stalder), det. Hildegard Stalder [Forum]
10-11, ssp. cypris: Italien, Südtirol, Pfossental, krautreiche Waldschneise in Steilhanglage, ca. 1900 m, 27. Juli 2012 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp [Forum]


Ssp. bivina

1, ssp. bivina ♀: Russland, Oblast Nischni Nowgorod, Dorf Ivanovskoje, 45 km südlich von Nischni Nowgorod, 30. Juni 2013 (Freilandfoto: Sergey Shmelev), det. Jürgen Hensle [Forum]


Raupe

1: Deutschland, Bayern, Osterwarngau, an Polygonum bistorta, 26. Mai 2000 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
2, (ex-ovo-Zucht): leg. (♀), Deutschland, Bayern, Benediktbeuern, 27. Juli 2004 (Studiofoto: Mario Peluso), cult. & det. Mario Peluso [Forum]
3, L5 an Polygonum bistorta: Schweiz, Kt. Luzern, Biosphärenreservat Entlebuch, Sörenberg, Junkholz, 1220 m, 30. Mai 2009 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
4-5: Schweiz, Berner Oberland, Hasliberg 1200 m, an Hauswand in Mischwaldlichtung, 10. Mai 2007 (fot.: Hildegard Stalder), det. Michel Kettner, conf. Erwin Rennwald [Forum]
6, Präpuppe: Schweiz, Kt. Luzern, Biosphärenreservat Entlebuch, Sörenberg, Junkholz, 1150 m, 13. Juni 2009 (Freilandaufnahme: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
7, Präpuppe: Schweiz, Unterengadin, Nähe Ramosch, ca. 1600 m, 9. Juli 2009 (Foto: Sabrina Beutler), det. Jürgen Hensle [Forum]
8: Deutschland, Bayern, Schwaben, Gennachhausen, 18. Mai 2014 (det. & fot.: Markus Dumke) [Forum]


Puppe

1-4: Schweiz, Laggintal, 1492 m, 10. Juli 2008 (Freilandfoto: Hildegard Stalder) det. Hildegard Stalder [Forum]
5: Schweiz, Kt. Luzern, Biosphärenreservat Entlebuch, Sörenberg, Junkholz, 1220 m, 6. Juni 2009 (Zuchtfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Ei

1-2: Deutschland, Bayern, Antdorf, 610 m, ♀ am 17. Juli 2009 (Studioaufnahmen: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]



Diagnose

Falter

Boloria titania kann vor allem mit anderen mittelgroßen und auf der Unterseite violett gefärbten Permuttfal­terarten, wie Brenthis ino oder auch B. daphne verwechselt werden. Ein Detail der Hinterflügel, speziell der Unterseite ist bei B. titania jedoch sehr charakteristisch: Die typischen schwarzen Halbmonde am Flügelaußenrand der Perlmuttfalter sind bei dieser Art dreiecksförmig und sehr langgezogen. Sie verwach­sen oft mit den anschließenden runden Flecken. Diese Zeichnung sieht somit wie eine Halmafigurenreihe aus.


Ähnliche Arten


Erstbeschreibung

ESPER (1781: 58-59) [Reproduktionen: Jürgen Rodeland nach Band im Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe]

13 Jahre später hierzu erschienene Abbildung

ESPER (1794: pl. CIII fig. 4) [Reproduktion: Jürgen Rodeland nach Band im Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe]



Biologie

Habitat

1: Schweiz, Kt. Bern, Eriz, 2. Juli 2008 (Foto: Bernhard Jost)
2: Schweiz, Kt. Luzern, Biosphärenreservat Entlebuch, Sörenberg, Junkholz, 1220 m, 30. Mai 2009 (Foto: Jürgen Hensle)
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Südschwarzwald, Niedermoor am Schlüchtsee bei Grafenhausen, 900 m, 14. Juni 2009 (Foto: Jürgen Hensle)
4: Schweiz, Berner Oberland, Hasliberg, 1300 m, Berg-Mischwaldlichtung mit blumenreicher Magerwiese, die zweimal im Jahr von Rindern beweidet wird, 31. Mai 2011 (fot.: Hildegard Stalder) [Forum]
5: Schweiz, Unterwallis, Moorkomplex am Ortsrand von Champex, 1470 m, 30. Juni 2012 (Foto: Jürgen Hensle)
6: Schweiz, Graubünden, trockene Lichtung im Lärchen-Arven-Mischwald, vic. Tschierv, 1820 m, 12. Juli 2014 (Foto: Jürgen Hensle) [Forum]

Der Natterwurz-Perlmuttfalter fliegt in regional unterschiedlichen Lebensräumen. In Nordeuropa, im Jura, dem Schwarzwald und gebietsweise auch in den Alpen, sind dies Feuchtwiesen und Niedermoore mit reichem Vorkommen der namensgebenden Natterwurz (Wiesenknöterich, Polygonum bistorta), die hier der Raupe als Nahrungspflanze dient. Anderswo in den Alpen ist sein Lebensraum teilweise deutlich trockener. Hier fliegt er auf breiten Waldwegen, Waldwiesen oder auch an Wald angrenzenden Viehweiden der Laub- und Nadelwaldzone. Der Wiesenknöterich kommt hier kaum vor, statt dessen frisst die Raupe hier an verschiedenen Veilchen-Arten (Viola-spp). Aus Südrussland ist beispielsweise das Wunder-Veilchen (Viola mirabilis) als Nahrungspflanze bekannt und aus den Ostalpen das Zweiblütige Veilchen (Viola biflora) und das Wald-Veilchen (V. reichenbachiana).
In Nordeuropa fliegt die Art im Flach- und Hügelland, in Mitteleuropa von etwa 600 bis 2000 m, in den Zentralalpen auch darüber bis zur Baumgrenze.

B. titania ist kein Glazialrelikt, wie oft fälschlich angegeben wird. Mitteleuropäische Glazialrelikte mussten in der Tundra des Hochwürms überleben. Die Art kommt aber in der alpinen Stufe der Alpen ebenso wenig vor wie in der Tundra Nordeuropas, sondern ist in bewaldeten Gebieten beheimatet. Solche Arten sind erst nacheiszeitlich mit beginnender Wiederbewaldung wieder in Mitteleuropa heimisch geworden. Sie können als Postglazialrelikt bezeichnet werden.


Lebensweise

Die Flugzeit beginnt meist Ende Juni oder Anfang Juli, in tieferen Lagen auch schon Anfang Juni und dauert bis Anfang/Mitte August. Das ♀ legt die Eier an die Nahrungspflanze oder an dürre Pflanzenteile in der Nähe. Die Raupe überwintert fertig entwickelt im Ei, schlüpft teilweise auch noch im Som­mer, überwintert dann aber ohne Nahrungsaufnahme. Erst im nächsten Frühjahr beginnt sie zu fressen und verpuppt sich im Juni.


Prädatoren

1, Spinne: Schweiz, Wallis, Siviez, 1900 m, 11. August 2013 (det. & fot.: Markus Dumke) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

amathusia: „Beiname der Aphrodite.“
SPULER 1 (1908: 28R)


Andere Kombinationen

Synonyme

Unterarten


Verbreitung

<i>B. titania fliegt im Französischen Zentralmassiv, im Jura, dem Hochschwarzwald und Mittleren Schwarzwald, den Alpen und dem nördlichen Alpenvorland, der Hohen Tatra, den Ostkarpaten, und den Bergen der westlichen Balkanhalbinsel von Bosnien bis Albanien. Ferner tritt sie von Lettland, Estland und Südfinnland über Russland durch Südsibirien bis nach Sachalin und Nordkorea auf. Entgegen zahlreicher Literaturangaben fehlt die Art in Nordamerika. Im Zentralmassiv, den französischen wie Cottischen Alpen fliegt die ssp. titania. Östlich hieran schließt sich vom Jura und Schwarzwald über die Alpen bis zum Balkan die ssp. cypris an. Bei dieser tragen die ♂ ♂ eine leuchtendere braune Grundfarbe und eine ausgedehntere schwarze Zeichnung. Bei der von Finnland und dem Baltikum an ostwärts verbreiteten ssp. bivina ist die Grundfarbe hingegen deutlich blasser, die dunkle Zeichnung reduziert.

(Autor: Jürgen Hensle)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir folgen den Angaben von HEPPNER (1981). Auf zwei Druckfehler oder Irrtümer sei hier hingewiesen:

HEPPNER (1981: 251) schreibt über die Schwierigkeiten der Datierung von ESPERs „Die Schmetterlinge in Abbildungen ...“: “The issuance of Esper's work is an entomologist's and a librarian's nightmare of confusion: the work was issued in “Bogen” (or signatures) covering 37 “Hefte” (or booklets) in “Theile” (or parts) 1 to 4; another 10 Hefte in Theil 5; Hefte 48–54 and 49–54 in “Abschnitt” (or section) 1 and 2, respectively, of the second “Band” (or volume) of Theil 4; and another 32 Hefte as “Fortsetzung” (or continuation) and “Supplement” to Theile 1 to 3; a total of 2591 pages of text together with 438 plates issued at various dates with this confusion of Hefte, Theile, Bände, and Abschnitte!”

(Autor: Jürgen Rodeland)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07221 Boloria titania (ESPER, 1781) - Natterwurz-Perlmuttfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am August 24, 2016 21:19 von Michel Kettner
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