Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Boloria Selene

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07222 Boloria selene ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Braunfleckiger Perlmuttfalter

1-2: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 21./7. Juni 2004 (Freilandfotos: Jürgen Rodeland)
3-4: Deutschland, Bayern, 87629 Füssen/Hopfen am See, 4. September 2004 (Freilandfotos: Dietmar Laux), det. Dietmar Laux, conf. Rainer Roth, Jürgen Hensle & Jens Philipp [Forum]
5: Daten siehe Eifoto: Falterschlupf Anfang Juli 1989 (Studiofoto: Heidrun Melzer), leg., cult. & det. Heidrun Melzer [Forum]
6, ♂: Deutschland, Thüringen, Unterlemnitz, Futterwiese an Bahndamm, 12. August 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
7, ♀: Deutschland, Thüringen, Moschwitzgrund Nähe Seibis, Feuchtwiese, 19. August 2006 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
8, ♀: Deutschland, Thüringen, Moschwitzgrund Nähe Seibis, Feuchtwiese, 13. Mai 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
9-10, ♀: Deutschland, Thüringen, Feuchtwiese Nähe Grumbach, 6. September 2006 (Freilandfotos: Jens Philipp), det. Jens Philipp
11: Schweiz, Graubünden, Oberengadin, 1800 m, 13. Juli 2007 (det. & Freilandfoto: Heiner Ziegler) [Forum]
12: Österreich, Steiermark, Wörschachwald, Spechtensee, 1050 m, 28. Juli 2010 (det. & fot.: Pia Wesenberg), conf. Jens Philipp [Forum]
13: Österreich, Oberösterreich, Grein, 330 m, 14. Mai 2012 (fot.: Ira Orlicek), det. Peter Lacha [Forum]
14: Österreich, Steiermark, Wörschachwald, Spechtensee, 1050 m, 4. Juli 2012 (fot.: Pia Wesenberg), det. Markus Schwibinger [Forum]
15: Deutschland, Baden-Württemberg, Landkreis Waldshut, Hochmoor bei Ibach, ca. 925 m, 10. Juni 2014 (det. & fot.: Christoph Bausch), conf. Annette von Scholley-Pfab [Forum]


Aberrationen

1-2, albinotischer Falter: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Westerwald, Westernohe, 20./28. Juni 2004 (Fotos: Rainer Roth), det. Rainer Roth
3-4, melanistisches Exemplar: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Westerwald, Westernohe, 20. Juni 2004 (Fotos: Rainer Roth), det. Rainer Roth
5, aberratives ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Fröhnd, Ortsteil Ittenschwand, ca. 700 m, an einem Feldweg im Wiesental, 10. August 2008 (Freilandfoto: Elisabeth Kühn), det. Jürgen Hensle [Forum]
6-7: Deutschland, Hessen, nördl. Landkreis Marburg-Biedenkopf, zentraler Burgwald, 300 m, 13. Juni 2011 (det. & fot.: Lothar Feisel) [Forum]
8: Deutschland, Sachsen, bei Grumbach/Erzgebirge, ca. 650 m, 22. August 2011 (det. & fot.: Rainer Klemm) [Forum]
9-10, ♀: Deutschland, Bayern, München, Forstenrieder Park, Eichelgarten, 600 m, 4. August 2014 (Freilandfotos: Ingrid Langer), det. Wolfgang Langer [Forum]
11, ♂: Deutschland, Bayern, München, Forstenrieder Park, Eichelgarten, 600 m, 4. August 2014 (Freilandfotos: Ingrid Langer), det. Wolfgang Langer [Forum]
12, melanistisches Exemplar: Deutschland, Bayern, Donaumoos, Nöttinger Heide bei Geisenfeld, 24. Mai 2015 (Freilandfoto: Steffen Schmidt), det. Steffen Schmidt


Kopula

1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Westerwald, Westernohe, 1. August 2003 (Foto: Rainer Roth), det. Rainer Roth
2-3: Schweiz, St. Gallen, Ricken, 900 m, auf Succisa in einer Feuchtwiese, 25. August 2007 (Freilandfotos: Pia Rindlisbacher), det. Pia Rindlisbacher, conf. Uwe Geulen [Forum]
4: Österreich, Steiermark, Wörschachwald, Spechtensee, 1050 m, 4. Juli 2012 (det. & fot.: Pia Wesenberg) [Forum]


Erwachsene Raupe

1: Deutschland, Bayern, Penzberg, ex-ovo-Zucht, 21. Mai 2005 (Studiofoto: Mario Peluso), leg. ♀, cult. & det. Mario Peluso [Forum]
2-4, drei Exemplare beim Sonnen: Deutschland, Baden-Württemberg, Schönbuch und Glemswald, wechselfeuchte Sturmwurflichtung des Orkans Lothar, 440 m, 11. Mai 2013, Tagfund (Freilandfotos: Michael Zepf) [Forum]
5: Deutschland, Bayern, Schönau am Königssee, nahe Königsbachalm, 1100 m, alte Sturmschneise auf steilem Hang, auf Blatt von Pestwurz, 31. Mai 2014, Tagfund (Freilandfoto: Thomas Rupp), det. Jürgen Hensle [Forum]


Jüngere Raupenstadien

1, L3 beim Sonnen auf einem trockenen Holzstück: Deutschland, Baden-Württemberg, Schönbuch und Glemswald, wechselfeuchte Sturmwurflichtung des Orkans Lothar mit Viola riviniana, 440 m, 2. Mai 2013, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann) [Forum]


Puppe

1: Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide, Umg. Lindenhayn, ex-ovo-Zucht, ♀ leg. Anfang Juni 1989, Verpuppung Ende Juni 1989 (Studiofoto: Heidrun Melzer), leg., cult. & det. Heidrun Melzer [Forum]


Ei

1: Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide, Umg. Lindenhayn, ♀ leg. Anfang Juni 1989, Eiablage an Veilchen (Studiofoto: Heidrun Melzer), leg., cult. & det. Heidrun Melzer [Forum]



Diagnose

Unterscheidungsmerkmale zwischen Boloria euphrosyne und Boloria selene

OberseiteUnterseiteUnterscheidungsmerkmale
Boloria euphrosyneOberseite
1 - dreieckige Randmonde

Unterseite
2 - gelbe Wurzelflecken schwach gezeichnet
3 - schwacher, manchmal fehlender schwarzer Punkt in ziegelroter Zelle
4 - ein Silberfleck
5 - restliche Mittelbinde gelb
6 - Kappen der silbernen Randflecken verschwommen braun-schwarz
Boloria seleneOberseite
1 - pfeil- bzw. v-förmige Randmonde

Unterseite
2 - alle Wurzelflecken kontrastreich gezeichnet
3 - stets kräftig ausgeprägter schwarzer Punkt in bräunlicher Zelle
4-5 - drei Silberflecken in Mittelbinde
6 - Kappen der silbernen Randflecken schwarz und scharf gezeichnet

Von der meist noch kleineren B. dia unterscheidet sich B. selene nebst der deutlich anders gezeichneten und gefärbten Hinterflügel-Unterseite vor allem durch den rundlicheren Flügelschnitt der Hinterflügel und oberseits durch die meist deutlich kleineren, mehr runden Postdiskalflecken.

Inhalt: Erwin Rennwald (siehe [Forum])
Farbtafeln und grafische Gestaltung: Jens Philipp


Ähnliche Arten

Beschreibung von John Curtis als Melitaea selene

CURTIS (1823-1840) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Lebensraum und Lebensweise

B. selene fliegt auf Feuchtwiesen, Nieder- und Hochmooren, auf feuchten Waldlichtungen und Wegen durch feuchte Wälder. In Nordeuropa auch an feuchten Stellen in der Waldtundra. In den Alpen kann man sie in höheren Lagen zudem auf trockeneren Wiesen und Weiden antreffen.
Die Höhenverbreitung der Art beginnt auf Meeresniveau und endet mit der Baumgrenze. Sie kann somit in Mittelnorwegen auf 1100 m, in Zentralspanien und den Zentralalpen auf bis zu 2400 m steigen. Der Falter fliegt in tieferen und wärmeren Lagen meist in zwei Generationen, die erste ab Ende April/Anfang Mai bis Ende Juni, die zweite Mitte Juli bis Mitte September. In höheren Lagen und in Nordeuropa tritt meist nur eine Generation von Anfang Juni bis Ende Juli/Anfang August auf.
Die Raupe frisst an Veilchen (Viola-spp.). Die ♀ ♀ legen die Eier meist nicht an die Veilchen-Blätter, sondern lassen sie wahllos fallen oder legen sie an andere Pflanzen. Daraus ergibt sich, dass die Raupe nicht sehr wählerisch sein kann, sondern alle gerade verfügbaren Veilchen-Arten als Nahrung annimmt. Die Raupe, die aus Ablagen der 1. Generation schlüpft, stellt während des Sommers oftmals das Fressen frühzeitig ein, setzt die Nahrungsaufnahme dann aber zuweilen doch wieder im selben Jahr fort. Dadurch erklärt sich die sehr langgezogene Flugzeit der 2. Generation. Raupen, die sich nicht mehr im selben Jahr verpuppen, überwintern meist nach der 3. Häutung und verpuppen sich dann im Frühjahr des nächsten Jahres. (Autor: Jürgen Hensle)

1, Habitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Südschwarzwald, vic. Grafenhausen, Niedermoor am Schlüchtsee, 900 m, 14. Juni 2009, (Foto: Jürgen Hensle)
2, Habitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittlerer Schwarzwald, vic. St. Peter, feuchte Viehweide an der Glotterquelle, 1000 m, 16. Juni 2012 (Foto: Jürgen Hensle)
3, Habitat: Österreich, Steiermark, Wörschachwald, Spechtensee, 1050 m, 4. Juli 2012 (Foto: Pia Wesenberg) [Forum]
4, Habitat der ssp. hela: Schweden, Norrbotten, Birkenwald 2 km südlich Abisko-Touriststation, 500 m, 11. Juli 2013 (Foto: Jürgen Hensle) [Forum]

Nach Regenfällen nutzen die Raupen gern Sonnenscheinphasen, um sich zu sonnen, Wärme zu absorbieren und zu fressen. Nur dann besteht die Chance, sie auch ohne Durchwühlen der Streuschicht zu entdecken. Im Bild 4 unten nutzte die Raupe einen trockenen Vorjahresstängel der Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) zur Wärmeabsorbtion, direkt daneben Blätter und Blüten der Wirtspflanze Viola riviniana. (Nach einem Beitrag von Gabriel Hermann und Michael Zepf im [Forum])

4, Raupenfundstelle mit L5: Deutschland, Baden-Württemberg, Schönbuch und Glemswald, wechselfeuchte Sturmwurflichtung des Orkans Lothar mit Viola rivinina, 440 m, 11. Mai 2013, Tagfund (Freilandfoto: Michael Zepf) [Forum]
5-6, Larvalhabitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Schönbuch und Glemswald, wechselfeuchte Sturmwurflichtung des Orkans Lothar mit Viola riviniana, 440 m, 2. Mai 2013 (Fotos: Gabriel Hermann) [Forum]


Prädatoren

1-2, Dolomedes fimbriatus, det. Aloysius Staudt: Deutschland, Sachsen, Schwarzkollm, Zwischenmoor Koselbruch, 116 m, 4. August 2010 (Freilandfotos: Martina Görner) [Forum]
3, Misumena vatia, det. Aloysius Staudt: Deutschland, Bayern, Egerndacher Filze, ca. 530 m, 10. Juni 2009 (Freilandfoto: Peter Ginzinger) [Forum]
4, Dolomedes fimbriatus, det. Aloysius Staudt: Deutschland, Bayern, Egerndacher Filze, ca. 530 m, 24. August 2010 (Freilandfoto: Peter Ginzinger) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„Mond, Göttin des Mondes.“
SPULER 1 (1908: 26R)


Andere Kombinationen

Synonyme


Verbreitung

Boloria selene kommt von Nordportugal, Zentralspanien, Wales und Schottland durch Mittel- und Nordeuropa (nicht im Mittelmeerraum) sowie Russland bis Korea vor. Ferner fliegt sie in Nordamerika von Zentralalaska bis New Mexico und Virginia.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Oktober 15, 2016 11:54 von Michel Kettner
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