Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Boloria Euphrosyne

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07220 Boloria euphrosyne (LINNAEUS, 1758) - Silberfleck-Perlmuttfalter

1, ♂: Österreich, Schwarzau/St. lichtungs- und laubholzreicher Schwarzföhrenforst, 320 m, 10. Mai 2001 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2, ♀: Österreich, Schwarzau/St. lichtungs- und laubholzreicher Schwarzföhrenforst, 320 m, 26. Mai 2004 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
3, ♂: Österreich, Hohe Wand (Ghf. Postl), Felsfluren, Gebüsch, Viehweiden, 900 m, 21. Juni 2005 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4: Österreich, Schwarzau/St. lichtungs- und laubholzreicher Schwarzföhrenforst, 320 m, 10. Mai 2001 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
5: Deutschland, Thüringen, Apolda-Nauendorf, 150 m, krautbestandene schmale Lichtung im Gehölzstreifen am Ilmufer, 19. Mai 2007 (Freilandfoto: Harald Schnöde), det. Heinrich Vogel [Forum]
6, ♀: Schweiz, Wallis, Zinal, 28. Juli 2007 (Freilandfoto: Bernhard Jost), det. Bernhard Jost
7, ♂: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 600 m, 4. Mai 2007 (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
8: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 600 m, 29. April 2007 (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
9-10: Deutschland, Thüringen, Waldlichtung Nähe Leutra, 12. Mai 2008 (manipuliertes Foto bzw. Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
11-12: Daten siehe Puppenbilder 1-4, e.l. 8-9. Mai 2007 (Studiofotos: Heidrun Melzer) [Forum]
13-14: Frankreich, Département Var, Signes, D2-D202, 350 m, 19. April 2014 (det. & fot.: Jochen Kostewitz) [Forum]
15: Deutschland, Bayern, Unteres Illertal, Memmingen-Brunnen, ca. 590 m, 3. Juni 2014 (Freilandfoto: Peter Schmidt), det. Peter Schmidt [Forum]


Balz und Kopula

1, Kopula: Deutschland, Thüringen, Bad Blankenburg, Magerrasen, 29. April 2007 (Freilandfoto: Heidrun Melzer), det. Heidrun Melzer [Forum]
2, Balz: Deutschland, Thüringen, Leutratal bei Jena, verbuschte Waldlichtung, 4. Mai 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
3-4: Österreich, Bundesland Salzburg, Maria Alm, Rettenbachgraben, 1000 m, 13. Mai 2011 (det. & fot.: Sabine Flechtmann) [Forum]
5, Kopula: Österreich, Salzburg, Saalfelden, obere Bürgerau unterhalb Schloss, 850 m, 4. Mai 2015, Tagfund (det. & fot.: Guntram Hufler) [Forum]


Erwachsene Raupe

1: Deutschland, Bayern, Benediktbeuern, 1100 m, ♀ vom 6. Juni 2007, ex ovo-Zucht, 1. März 2008 (Foto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]
2-3: Deutschland, Thüringen, Göschwitz (bei Jena), lichter Kiefernwald auf Kalkboden, Raupe an Veilchen, leg. Mitte April 1993, Falter geschlüpft Anfang Mai 1993 (Studiofotos: Heidrun Melzer), leg., cult. & det. Heidrun Melzer [Forum]
4, Präpupa: Deutschland, Thüringen, Göschwitz (bei Jena), Kiefernwald auf Muschelkalk mit reichlich Veilchen, 22. April 2007 (Freilandfoto: Heidrun Melzer), leg., cult. & det. Heidrun Melzer [Forum]
5-6: Deutschland, Baden-Württemberg, Umgebung Aidlingen, kleiner Kahlschlag auf Oberem Muschelkalk, ostexponierte Hanglage, 450 m, 9. April 2009 (Foto: Gabriel Hermann) [Forum]


Jüngere Raupenstadien

1, Eiräupchen (ex-ovo-Zucht): leg. Deutschland, Baden-Württemberg, Steinheim am Albuch, Albvereinsweg, 20. Mai 2007 (Studiofoto: Luitgard Fähnle, 27. Mai 2007), cult. & det. Luitgard Fähnle
2: Deutschland, Bayern, Schleißheim, 8. April 2010 (Foto: Martina Katholnig), det. Gabriel Hermann [Forum]
3: Deutschland, Bayern, Schleißheim, 25. April 2010 (Foto: Martina Katholnig) [Forum]


Puppe

1-4: Deutschland, Thüringen, Göschwitz (bei Jena), Kiefernwald auf Muschelkalk mit reichlich Veilchen, leg. 22. April 2007, verpuppt 23. April 2007 (Studiofotos am 26. April 2007: Heidrun Melzer), cult. & det. Heidrun Melzer [Forum]


Ei

1-3: Eiablage und Ei: Deutschland, Baden-Württemberg, Steinheim am Albuch, Albvereinsweg, 20. Mai 2007 (Fotos: Luitgard Fähnle), det. Luitgard Fähnle
4, Ei: Österreich, Steiermark, am Lassingbach, 10. Juni 2007 (Foto: Wolfgang Schweighofer), det . Wolfgang Schweighofer [Forum]



Diagnose

Unterscheidungsmerkmale zwischen Boloria euphrosyne und Boloria selene

OberseiteUnterseiteUnterscheidungsmerkmale
Boloria euphrosyneOberseite
1 - dreieckige Randmonde (*)

Unterseite
2 - gelbe Wurzelflecken schwach gezeichnet
3 - schwacher, manchmal fehlender schwarzer Punkt in ziegelroter Zelle
4 - ein Silberfleck
5 - restliche Mittelbinde gelb
6 - Kappen der silbernen Randflecken verschwommen braun-schwarz
Boloria seleneOberseite
1 - pfeil- bzw. v-förmige Randmonde

Unterseite
2 - alle Wurzelflecken kontrastreich gezeichnet
3 - stets kräftig ausgeprägter schwarzer Punkt in bräunlicher Zelle
4-5 - drei Silberflecken in Mittelbinde
6 - Kappen der silbernen Randflecken schwarz und scharf gezeichnet

(*) Durch die dreieckigen schwarzen Randmonde läßt sich Boloria euphrosyne im übrigen auch von den meisten anderen verwechselbaren Boloria spec. unterscheiden.

Von der meist noch kleineren B. dia unterscheidet sich B. euphrosyne nebst der deutlich anders gezeichneten und gefärbten Hinterflügel-Unterseite vor allem durch den rundlicheren Flügelschnitt der Hinterflügel und oberseits durch die meist deutlich kleineren, mehr runden Postdiskalflecken.

Inhalt: Erwin Rennwald (siehe [Forum])
Farbtafeln und grafische Gestaltung: Jens Philipp


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1758: 481) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Lebensraum und Lebensweise

B. euphrosyne fliegt auf Waldlichtungen und -wegen, aber auch auf Wiesen in Waldnähe. Je nach örtlichem Klima erscheint der Falter frühestens Ende April, meist aber erst im Mai. Anfang Juni ist die Flugzeit in wärmeren Gebieten meist schon wieder vorüber. Nur im Gebirge kann sie in sehr kalten Lagen zuweilen bis Ende Juli oder gar Anfang August andauern. In warmen Jahren und Gebieten erscheint hingegen zuweilen noch eine schwache 2. Generation, die in Einzelexemplaren von Mitte Juli bis Mitte September fliegt.
Die Art kann von der Meeresküste bis zur Waldgrenze angetroffen werden. Sie meidet jedoch im Mittelmeerraum die Zone der immergrünen Wälder. Die Raupe frisst an allerlei Veilchen, wie dem Wohlriechenden Veilchen (März-Veilchen, Viola odorata), dem Hunds-Veilchen (Viola canina), dem Rauhhaarigen Veilchen (Viola hirta) oder dem Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana). Das ♀ legt seine Eier an die Blattunterseite der Veilchen oder an dürre Pflanzenteile in der nächsten Nähe. Wenn die Raupe nicht gerade eine 2. Generation ergibt, überwintert sie in der Bodenstreu nach der 2. oder 3. Häutung.


Habitat

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Umgebung Aidlingen, kleiner Kahlschlag auf Oberem Muschelkalk, ostexponierte Hanglage, 450 m, 9. April 2009 (Foto: Gabriel Hermann) [Forum]
2: Deutschland, Bayern, Schleißheim, 25. April 2010 (Foto: Martina Katholnig) [Forum]
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Naturraum Schönbuch & Glemswald, Umgebung Altdorf, 540 m, trockener Nordrand einer Sturmwurffläche mit Viola riviniana (daran Eifunde), 31. Mai 2008 (Foto: Gabriel Hermann) [Forum]
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Naturraum Schönbuch & Glemswald, Umgebung Hildrizhausen, 520 m, trockener Nordrand einer Sturmwurffläche mit Viola riviniana (daran Eifunde), 8. Juni 2008 (Foto: Gabriel Hermann) [Forum]


Raupennahrungspflanze

1-2, Viola riviniana (mit Eiern): Deutschland, Baden-Württemberg, Naturraum Schönbuch & Glemswald, Umgebung Hildrizhausen, 520 m, trockener Nordrand einer Sturmwurffläche, 8. Juni 2008 (Foto: Gabriel Hermann) [Forum]
3, Viola hirta (mit Raupe): Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen, Rand eines kleinen Kahlschlags, 450 m, 31. Mai 2008 (Foto: Gabriel Hermann) [Forum]


Nahrung der Raupe



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„eine der drei Grazien.“
SPULER 1 (1908: 26R)


Andere Kombinationen


Verbreitung

Boloria euphrosyne kommt von Nordportugal, Irland und Norwegen durch fast ganz Europa bis zum Nordkap und durch Sibirien bis zum Pazifischen Ozean vor. In Südeuropa fehlt er auf den Mittelmeerinseln, von Sizilien einmal abgesehen, im Süden und Osten der Iberischen Halbinsel und im Osten Italiens. Auch in der Türkei fliegt sie nur im Norden. Sie meidet allzu heiße Gebiete. Daher kann man sie im Mittelmeerraum nur noch im Gebirge antreffen.


Typenmaterial

HONEY & SCOBLE (2001: 324): “LSL [The Linnean Society of London, Anm. Red. Lepiforum]: 1 ♂ labelled “142. Euphrosyne” [by Linnaeus], “Euphrosyne 786.” [by Smith], here designated as LECTOTYPE.”


Literatur

Autor: Jürgen Hensle


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Letzte Änderung am April 7, 2016 10:07 von Jürgen Rodeland
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