Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Boloria Dia

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07228 Boloria dia (LINNAEUS, 1767) - Magerrasen-Perlmuttfalter

1-2, gleiches Expl.: Österreich, Schwarzau/St. lichtungs- und laubholzreicher Schwarzföhrenforst, 320 m, 6. Mai 2001
3-4, gleiches Expl.: Österreich, 1,5 km NE St. Egyden Bhf., Halbtrockenrasen in Schwarzföhrenforst, 315 m, 26. Juni 2005 (Fotos 1-4: Peter Buchner), det. Peter Buchner
5-6, gleiches Expl.: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 22. Juni 2004 (Freilandfotos: Jürgen Rodeland)
7, ♀: Deutschland, Thüringen, NSG Petersberg Nähe Eisenberg, verbuschter Halbtrockenrasen, 7. Juli 2006 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
8: Deutschland, Bayern, Lechauen bei Langweid, 6. Juli 2008 (Freilandfoto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
9: Deutschland, Thüringen, Leutratal bei Jena, 320 m, 5. Juli 2010 (det. & Freilandfoto: Martin Ebendorff) [Forum]
10: Deutschland, Baden-Württemberg, Colmar-Neuenburger-Rheinebene, Neuenburg-Grißheim, Kanaltrasse, 208 m, 2. September 2010 (det. & Freilandfoto: Gregor Faller) [Forum]
11: Schweiz, Schaffhausen, Merishausen, Waldwiese, 19. Mai 2010 (fot.: Ernst Gubler), det. Thomas Bamann, conf. Joachim Rutschke [Forum]
12: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 3. Mai 2012 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland
13: Deutschland, Baden-Württemberg, Schwäbische Alb, Halbtrockenrasen bei Friedingen, 28. Mai 2010 (det. & Freilandfoto: Christoph Bausch), conf. Herbert Fuchs [Forum]


Aberration

1-2, ♂: Deutschland, Sachsen, Pabstleithen, NSG "Dreiländereck", Halbtrockenrasen, 6. Mai 2007 (Freilandfotos: Jens Philipp), det. Jens Philipp [Forum]


Kopula

1-2: Kroatien, Istrien, Lanterna, 10 m, 18. April 2009 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]


Eiablage

1, an Labkraut: Schweiz, Nordschweiz, Kanton Schaffhausen, Reiat, Gemeinde Büttenhardt, Halbtrockenrasen auf Kalk, 620 m, 11. Mai 2011 (det. & fot.: Hans Peter Matter) [Forum]


Erwachsene Raupe

1: Deutschland, Brandenburg, Stolpe, 15. April 2004 (Foto: Stefan Ratering), det. Stefan Ratering
2-3: Deutschland, Brandenburg, Schiffmühle bei Bad Freienwalde, e.o., ♀ leg. Mitte Mai 1990 (Studiofotos im Juni 1990: Heidrun Melzer), cult. & det. Heidrun Melzer [Forum]
4: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Grünstadt, extensiv schafbeweideter Kalkmagerrasen, an Viola hirta, 22. April 2006 (Freilandfoto: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]
5: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mittelrhein, Dörscheider Heide, Eiablage am 24. Juli 2012 (Zuchtfoto vom 21. August 2012: Daniel Müller), det. Daniel Müller [Forum]
6-7, an Viola arvensis: Polen, Podkarpacie Region, Zalesie ad Łańcut, 4. Juni 2015 (Freilandfoto: Jarosław Bury), det. Jarosław Bury [Forum]


Jüngere Raupenstadien

1, Eiraupe: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mittelrhein, Dörscheider Heide, Eiablage am 24. Juli 2012, 3. August 2012 (det. & fot.: Daniel Müller) [Forum]


Puppe

1: Deutschland, Brandenburg, Stolpe, 18. April 2004 (Foto: Stefan Ratering), det. Stefan Ratering
2: Daten s. Raupenfotos 2-3 (Studiofoto: Heidrun Melzer), cult. & det. Heidrun Melzer


Ei

1-2: Deutschland, Baden-Württemberg, Colmar-Neuenburger Rheinebene, bei Neuenburg, Trockenaue am Rhein, auf Fingerkraut, 1. Mai 2009 (Fotos: Georg Paulus), det. Georg Paulus [Forum]
3: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mittelrhein, Dörscheider Heide, Eiablage am 24. Juli 2012, 27. Juli 2012 (det. & fot.: Daniel Müller) [Forum]
4: Österreich, Wien, Nähe Rieglerhütte, 9. Mai 2013 (det. & fot.: Alexander Nemec) [Forum]
5, frisch gelegtes Ei in extensiv genutztem Magerrasen mit Rauhaarigem Veilchen (Viola hirta): Deutschland, Baden-Württemberg, Bauland, Mosbach, Halbtrockenrasen, 16. Juli 2005 (manipuliertes Freilandfoto (falsche Unterlage eingeschoben): Erwin Rennwald) [Forum]



Diagnose

Falter

Boloria dia ist der kleinste mitteleuropäische Perlmuttfalter. Er ist auf der Hinterflügel-Unterseite sehr dunkel, mit meist hohem Violettanteil und zudem sehr kontrastreich gezeichnet. Daher kann er von anderen ähnlichen Arten schnell und problemlos unterschieden werden. Von Färbung und Zeichnung am ähnlichsten kommt ihm noch B. titania. Dieser ist jedoch deutlich größer und die Randflecken auf der Hinterflügel-Unterseite sind bei ihm nicht weiß gekernt. Auch B.aquilonaris, B. pales und B. napaea sehen, speziell in der Flügelform, ähnlich aus, fliegen jedoch in deutlich größeren Höhen und/oder meist kühleren Lebensräumen. Auch ist die Zeichnung der Hinterflügel-Unterseite deutlich verschieden.
Von den anderen beiden kleineren verbreiteteren Perlmuttfalterarten B. euphrosyne und B. selene unterscheidet sich B. dia nebst der deutlich anders gezeichneten und gefärbten Hinterflügel-Unterseite vor allem durch den kantigeren Flügelschnitt der Hinterflügel und oberseits durch die meist deutlich größeren, mehr ovalen Postdiskalflecken.


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1767: 785) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 3. Mai 2012 (Foto: Jürgen Rodeland)
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Hegau, Weitenried bei Singen, 445 m, 29. Juli 1993 (Foto: Martin Albrecht) [Forum]
3: Frankreich, Vaucluse, südwestlich Monieux, 700 m, 17. April 2004 (Foto: M. Albrecht) [Forum]
4, Deutschland, Rheinland-Pfalz, Rheinhessisches Tafel- und Hügelland, Grünstadt, Raupenfundstelle mit Viola hirta in extensiv schafbeweidetem Kalkmagerrasen, 22. April 2006 (Foto: Erwin Rennwald) [Forum]
5: Polen, Podkarpacie Region, Zalesie ad Łańcut, 4. Juni 2015 (Foto: Jarosław Bury), det. Jarosław Bury [Forum]
6: Deutschland, Mecklenburg-Vopommern, Dömitz, Elbtalniederung, niedrigwüchsiger, extensiv genutzter Silbergrasrasen auf Sandboden mit Viola tricolor, 21. August 2011 (Foto: Markus Dumke) [Forum]

Der Magerrasen-Perlmuttfalter fliegt auf trockenen und sonnigen, mageren Wiesen, in sehr lichten, trockenen Wäldern und auf blütenreichen Böschungen. Vereinzelt aber auch auf feuchten Wiesen und in an Moore anschließendem Gelände. In Zentralasien kann er bis auf 2500 m steigen, in Europa bleibt er stets auf niedrigere Lagen beschränkt und geht z. B. in den Alpen allenfalls bis auf 1300 m. In deutlich niedrigeren Lagen, bis etwa 600 m ist er jedoch am häufigsten.


Lebensweise

1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Rheinhessisches Tafel- und Hügelland, Grünstadt, Raupenfundstelle mit Viola hirta (Raupe in Bildmitte erkennbar!) in extensiv schafbeweidetem Kalkmagerrasen, 22. April 2006 (Foto: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]
2-3, Eiablagestelle in extensiv genutztem Magerrasen mit Rauhaarigem Veilchen (Viola hirta): Deutschland, Baden-Württemberg, Bauland, Mosbach, Halbtrockenrasen, 16. Juli 2005 (Foto: Erwin Rennwald) [Forum]
4-6, Eiablagestellen in Silbergrasrasen mit Wildem Stiefmütterchen (Viola tricolor): Deutschland, Mecklenburg-Vopommern, Dömitz, Elbtalniederung, 21. August 2011 (Fotos: Markus Dumke) [Forum]

Je nach Klima fliegt die Art in zwei bis drei Generationen. Die erste kann in sehr warmen Gegenden bereits Anfang April erscheinen, in kühleren erst im Mai. Die zweite schließt sich dann frühestens Mitte Juni, meist jedoch erst im Juli/August an. Dort wo eine dritte Generation auftritt, fliegt diese ab Ende August und im September, in Südeuropa bis Anfang Oktober. Es entwickeln sich aber nicht alle Raupen die von der 1. Generation abstammen zu einer 2. Generation. Manche entwickeln sich, speziell bei kühler Witterung, nur sehr langsam und stellen nach der dritten Häutung das Fressen ganz ein, um anschließend zu überwintern. Ähnlich uneinheitlich verhalten sich an wärmeren Orten jene Raupen, welche von der 2. Generation abstammen. Spätestens im November müssen auch die Raupen der dritten Generation die dritte Häutung erreicht haben, um überwintern zu können.
Die Weibchen legen die Eier meist an dürres oder noch grünes pflanzliches Material in der Umgebung der Nahrungspflanze, verschiedene Veilchenarten (Viola-spp.), ab. Selten nur an die Veilchen direkt. Dass die Raupe lokal auch Himbeere (Rubus idaeus) als Nahrung annehmen soll, wird in der Literatur berichtet, ist aber bislang nicht sicher belegt.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„griechischer Eigenname.“
SPULER 1 (1908: 28L)


Andere Kombinationen


Verbreitung

B. dia ist von Galizien in Nordwestspanien und der Bretagne in Westfrankreich bis Ostsibirien verbreitet. Die Verbreitungsnordgrenze verläuft in Europa von der Normandie über den Süden Belgiens zur polnischen Ostseeküste nach Estland. In Nordwestdeutschland fehlt sie weitgehend, tritt erst wieder in Sachsen-Anhalt und Brandenburg (vor allem im Osten) auf. Im Mittelmeerraum kommt sie nur in Nordspanien, Südfrankreich, Norditalien, im Norden Siziliens, in Kroatien und Nordgriechenland vor. Auch in der Türkei fliegt die Art nur im Norden.


Literatur

Autor: Jürgen Hensle


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Letzte Änderung am August 24, 2016 21:30 von Michel Kettner
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