Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Aporophyla Lueneburgensis

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter) / Xyleninae, Tribus Xylenini, Subtribus Antitypina
EU M-EU 09650 Aporophyla lueneburgensis (FREYER, 1848) - Heidekraut-Glattrückeneule

Tiere aus dem klassischen norddeutschen Verbreitungsgebiet:

1, ♀: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Kreis Minden-Lübbecke, Oppenweher Moor, 40 m, 1. Oktober 2003 (Freilandfoto: Hans-Joachim Weigt), det. Hans-Joachim Weigt (Bild horizontal gespiegelt) [Forum]
2-3 & 4, 2 ♂ ♂: Deutschland, Niedersachsen, Lathen, Sprakeler Heide, ca. 20 m, 19. September 2014 (fot.: Jochen Kostewitz), det. Frank Rosenbauer [Forum]
5, 6 & 7: Deutschland, Niedersachsen, Lathen, Sprakeler Heide, 28 m, e.l. 4. September 2015 (det. & fot.: Carsten Heinecke) [Forum]

Tiere aus dem sonstigen Verbreitungsgebiet: (die Bilder 1-16 waren bis 13.11.2016 unter A. lutulenta abgelegt)

1, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Söllingen, Baden-Airpark, ehem. Munitionsdepot, 20. September 2006 (Studiofoto: Dietmar Laux), det. Egbert Friedrich & Erwin Rennwald [Forum]
2-3, ♂: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Westerwald, Montabaur, Hausgarten in Ortsrandlage mit umgebendem Gehölzbewuchs und Bachaue, nach Mitternacht am Licht, 22. September 2009 (manipulierte Freilandfotos: Rainer Wendt), det. Axel Steiner [Forum]
4, ♀: Österreich, Osttirol, St. Johann, 18. September 2009 (Foto: Helmut Deutsch), leg. & det. Helmut Deutsch
5, ♂: Österreich, Osttirol, Bannberg, 1260 m, 16. September 2010 (Foto am Leuchtgerät: Helmut Deutsch), leg. & det. Helmut Deutsch
6 (Zuordnung noch unsicher!), ♂: Deutschland, Sachsen, Grumbach, Erzgebirge, ca. 780 m, 26. August 2011 (det. & fot.: Rainer Klemm), conf. Egbert Friedrich [Forum]
7-8 (Zuordnung noch unsicher!), ♂: Deutschland, Brandenburg, 20 km östlich Berlin, Umgebung von Hangelsberg, e.l. 8. September 2012 (leg., det. & fot.: Frank Rämisch) [Forum]
9-11 (Zuordnung noch unsicher!), ♀: Deutschland, Sachsen, Bautzen Stausee, 18. September 2012, am Licht (leg., det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]
12: Italien, Emilia Romana, Ferrara, Bondeno, Malcantone, 14 m, 14. Oktober 2014, am Licht (fot.: Ursula Beutler), det. Olaf Beckmann [Forum]
13: Deutschland, Niedersachsen, Gartow, Waldrand und Gewässernähe, 25. September 2016 (Foto: Frank Hecker), det. Alexandr Zhakov [Forum]


Raupe

Tiere aus dem klassischen norddeutschen Verbreitungsgebiet (deutliche weiße Subdorsale!):

1-4: Fundort siehe Falterbild 1, 23. Juni 1982 (Studiofotos: Hans-Joachim Weigt), det. Hans-Joachim Weigt [Forum]
5: Deutschland, Niedersachsen, Lathen, Sprakeler Heide, 28 m, 1. Mai 2014 (det. & fot.: Carsten Heinecke) [Forum]

Tiere aus dem sonstigen Verbreitungsgebiet (nur schwache helle Subdorsale!): (die Bilder waren 1-11 bis 13.11.2016 unter A. lutulenta abgelegt)

1-2, ausgewachsene Raupe, und 3, unmittelbar nach der Häutung zum letzten Stadium: Frankreich, Département Drôme, Col de Penne, e.l. leg. Herbert Beck (Studiofotos am 28. April 2004: Jürgen Rodeland), det. Herbert Beck
4-5 (Zuordnung noch unsicher!): Deutschland, Brandenburg, 20 km östlich Berlin, Umgebung von Hangelsberg, 4. Mai 2012 (leg., det. & fot.: Frank Rämisch) [Forum]
6-7, 8-9 & 10-11 (3 Individuen) (Zuordnung noch unsicher!): Deutschland, Brandenburg, Elstal, Döberitzer Heide, 40 m, an Besenheide (= Heidekraut, Calluna vulgaris) 27. April 2014, Tagfund (Fotos: Pia Wesenberg), det. Stefan Ratering [Forum]



Diagnose

Tiere aus dem klassischen norddeutschen / südskandinavischen Verbreitungsgebiet:

1, ♂: Schweden, Skåne, Tomelilla Kommune, 3. September 1995, Lichtfang (leg, det. & fot.: Fred Ockruck) [Forum]
2, ♂: Schweden, Öland, 2. September 1995, Lichtfang (leg, det. & fot.: Fred Ockruck) [Forum]

Tiere aus dem sonstigen Verbreitungsgebiet: (8 Bilder waren bis 13.11.2016 unter A. lutulenta abgelegt)

1-2 ♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)

1-2 ♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)

1-2 (Zuordnung noch unsicher!) ♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)

1-2 (Zuordnung noch unsicher!) ♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Erstbeschreibung

FREYER (1848: 72-73, pl. 521 fig. 4) [Reproduktionen: Jürgen Rodeland nach Band in der Bibliothek des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe]



Biologie

Habitat

Habitate aus dem klassischen norddeutschen, südskandinavischen Verbreitungsgebiet:

1: Schweden, Skåne, Tomelilla Kommune, September 2010 (fot.: Fred Ockruck) [Forum]
2-3: Schweden, Öland, Alvar, Juli 2007 (fot.: Fred Ockruck) [Forum]
4: Deutschland, Niedersachsen, Umgebung Meppen, 11. August 2014 (fot.: Frank Rosenbauer) [Forum]

Habitate aus anderen Gegenden: (Bild 1 war bis 13.11.2016 unter A. lutulenta abgelegt)

1 (Zuordnung noch unsicher!): Deutschland, Brandenburg, 20 km östlich Berlin, Umgebung von Hangelsberg, 4. Mai 2012 (Foto: Frank Rämisch) [Forum]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Taxonomie und Faunistik

Was ist Aporophyla lueneburgensis? Die Art wurde aus der Lüneburger Heide im Norden Deutschlands beschrieben. Nach klassischer Fassung meinte sie immer die norddeutschen und südskandinavischen Tiere in sandigen Heiden, die sich durch Vorherrschen von Grau- und Schwarztönen von den häufig durch Brauntönen geprägten klassischen „lutulenta“ weiter südlich in Deutschland unterschieden, aber auch durch einen etwas schmaleren und spitzeren Flügelschnitt und nicht zuletzt durch die Raupe. Frank Rosenbauer [Lepiforums-Beitrag 25. Januar 2016] weist hier auf die Arbeit von WEGNER (2012) hin und zitiert daraus: "Sie unterscheiden sich von der erwachsenen Raupen der nahe verwandten Art lutulenta vor allem durch die breite, weiße Nebenrückenlinie (Subdorsale)....". Frank Rosenbauer ergänzt: „Dieses Unterscheidungsmerkmal kann ich durch eigene Funde absolut bestätigen und ist auf den Bildern im Lepiforum auch gut sichtbar. Wer also Artklarheit möchte, muss sich wohl auf die Raupensuche begeben!“

Immer wieder war auch von Funden angeblicher A. lueneburgensis fernab dieser Gebiete die Rede, immer wieder wurden diese aber auch zurückgewiesen. RONKAY et al. (2001) überraschten dann mit einer sehr viel weiteren Fassung von A. lueneburgensis und definierten die Abgrenzung gegenüber A. lutulenta neu, wobei sie sich im Wesentlichen auf kleine Genitalunterschiede bei den Männchen und etwas größere bei den Weibchen beriefen. Demnach wäre A. lutulenta eine ponto-mediterrane Art, die an ihrem locus typicus, der „Wienergegend“ schon fast ihren nordwestlichsten Punkt der Verbreitung erreicht, A. lueneburgensis würde hingegen neben Norddeutschland alle Tiere aus dem atlanto-mediterranen Bereich (Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Skandinavien, Italien), aber auch aus der Schweiz, dem westlichen Österreich und Süddeutschland umfassen. Dieser Auffassung wurde teilweise gefolgt (so vor allem in der französischen Literatur), teilweise aber auch heftig widersprochen (vor allem in Norddeutschland, siehe hierzu auch Diskussion [[Forum 2]).

Hier in der Bestimmungshilfe war bis 13. November 2016 zu lesen:

"Das Vorkommen der Art in der Schweiz ist noch zu klären. "Von diesen beiden Arten (Anm. der Red.: Gemeint sind Aporophyla lutulenta und A. lueneburgensis.) muss eine gestrichen werden. Nach Ronkay et al. (2001) (Karten pp. 196 und 198) käme in der Schweiz nur lueneburgensis vor. Die taxonomischen Probleme in dieser Gruppe scheinen aber noch nicht definitiv gelöst." (SAUTER & WHITEBREAD 2005)"

und:

"Diskussion zur Zuordnung südfranzösischer "A. lueneburgensis" siehe [hier und Folgebeiträge im Lepiforum]. Insbesondere ist auf den Artikel von ORHANT (2012) hinzuweisen, der beim Barcoding keine signifikanten Unterschiede zwischen A. lutulenta und A. lueneburgensis fand und daher Letztere für ein Synonym von Ersterer hält."

Barcoding-Ergebnisse sollten hier weiterhelfen. Hier ist zunächst auf den Artikel von ORHANT (2012) hinzuweisen, der beim Barcoding keine signifikanten Unterschiede zwischen A. lutulenta und A. lueneburgensis fand und daher Letztere für ein Synonym von Ersterer hält. Wie sich herausstellen sollte, hatte er gar keine „echten“ A. lutulenta zum Vergleich, so dass auch seine Schlussfolgerung falsch war.
HASLBERGER & SEGERER (2016) können auf weitere Barcoding-Daten zurückgreifen und schreiben (Anmerkung zu 4323): „Aporophyla lueneburgensis: Formal neu für Bayern! Westmediterranes Faunenelement, schwierige Abgrenzung zur südwestlichen Schwesterart A. lutulenta, jedoch genetisch eindeutig unterscheidbar (DNA Barcode). Nach aktuellen genetischen Erkenntnissen kommt A. lutiulenta in Bayern nicht vor, alle entsprechenden Angaben sind auf A. lueneburgensis zu beziehen […]“. Und in Anmerkung X188 ist zu A. lutulenta zu erfahren: „Nach aktuellen genetischen Ergebnissen (DNA-Barcoding) kommt A. lutulenta in Bayern nicht vor, alle bisherigen Angaben sind auf die westmediterrane A. lueneburgensis zu beziehen. Dies trifft auch auf alle Angaben aus Nord- und Westdeutschland zu, sowie zumindest auf einen Teil der Angaben aus den östlichen Bundesländern. […] Ob A. lutulenta überhaupt Bestandteil der deutschen Fauna ist, bedarf noch der abschließenden Klärung und ist Gegenstand der aktuellen Forschung (Manuskript in Vorbereitung).“

Demnach stützen die genetischen Daten – von kleineren Details abgesehen – die Zweiteilung, wie sie RONKAY et al. (2001) anhand der Genitalunterschiede vorgenommen hatten.

(Autor: Erwin Rennwald)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir folgen den Ausführungen von OLIVIER (2000).


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter) / Xyleninae, Tribus Xylenini, Subtribus Antitypina
EU M-EU 09650 Aporophyla lueneburgensis (FREYER, 1848) - Heidekraut-Glattrückeneule art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am September 11, 2018 19:59 von Jürgen Rodeland
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