Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Anania Stachydalis

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Crambidae (Zünsler)
EU M-EU 06632 Anania stachydalis (GERMAR, 1821)

1: Österreich, Niederösterreich, 9 km NE Wr. Neustadt, Trockenrasen, Schwarzföhrenforst, Au-Rand, 240 m, 14. Mai 2005 (Foto: Peter Buchner), conf. Helmut Kolbeck [Forum]
2: Österreich, Salzburg, Golling, am Licht, 22. Juni 2005 (Foto: Erich Schnöll), conf. Helmut Kolbeck [Forum]
3: Deutschland, Schleswig-Holstein, Sibirien, Lichtfang, 27. Juni 2006 (Foto: Birgitt Piepgras), det. Birgitt Piepgras, conf. Eckard O. Krüger [Forum]
4: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Mülheim-Ruhr, Siedlungsgebiet mit Gärten, 21. Juni 2007 (Studiofoto: Karola Winzer), det. Karola Winzer [Forum]
5: Slowakei, Slowakischer Karst, Brzotín, (Dorf am Fuße des nordwestlichen Randes des Silicaer Plateaus), ca. 270 m, Lichtfang, 22. August 2010 (det. & Foto: Andrej Makara), conf. Rolf Mörtter [Forum]
6: Österreich, Salzkammergut, Bad Mitterndorf, Zauchen, Tongrube, 780 m, 25. Juni 2012 (det. & fot.: Pia Wesenberg), conf. Alexandr Zhakov [Forum]
7: Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, LK Ludwigslust-Parchim, Gägelow, ca. 50 m, 29. Juni 2014 (Freilandfoto: Olaf Beckmann), det. Ernst Herkenberg [Forum]
8: Serbien, Provinz Vojvodina, Fruška Gora, Vrdnik, 262 m, 10. August 2014, Lichtfang (det. & fot.: Zoran Bozovic) [Forum]
9: Ungarn, Umgebung Várpalota, Waldsteppe, ca. 390 m, 9. August 2015, am Licht (leg., det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Ausgewachsene Raupe

1: Deutschland, Thüringen, Umgeb. Maua bei Jena, an Waldziest (Stachys sylvatica), 24. August 2009 (det. & Foto: Heidrun Melzer)
2-3: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umgeb. Rottleben, an Waldziest (Stachys sylvatica), 9. August 2014 (leg., det. & Fotos am 12. August 2014: Heidrun Melzer)
4-5: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umgeb. Steinthaleben, feuchter Waldweg, an Waldziest (Stachys sylvatica), 16. August 2014 (leg., det. & Fotos: Heidrun Melzer)
6, überwinterungsbereit: Deutschland, Thüringen, Umgeb. Maua bei Jena, an Waldziest (Stachys sylvatica), 27. August 2008 (det. & Foto: Heidrun Melzer)
7 und 8, überwinterungsbereit: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umgeb. Steinthaleben, feuchter Waldweg, an Waldziest (Stachys sylvatica), 29. September 2013 (det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum 1-8]


Jüngere Raupenstadien

1, vorletztes Stadium: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umgeb. Rottleben, an Waldziest (Stachys sylvatica), 9. August 2014 (leg., det. & Foto: Heidrun Melzer) [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1-3, Befallsbild an Waldziest (Stachys sylvatica) und Jungraupe an Blattunterseite: Deutschland, Thüringen, Umgeb. Maua bei Jena, 27. August 2008 (det. & Freilandfotos: Heidrun Melzer)
4, Befallsbild an Waldziest (Stachys sylvatica): Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umgeb. Rottleben, 9. August 2014 (Freilandfoto: Heidrun Melzer) [Forum 1-4]



Diagnose

1-2, ♂: Finnland, Uusimaa, Kirkkonummi, 20. Juni 2006 (leg., det., coll. & fot: Pekka Malinen, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst)
3-4, ♀: Finnland, Ostuusimaa, Ruotsinpyhtää, 8. Juli 2006 (det., coll. & fot: Pekka Malinen), leg. Magnus Östman
5, ♂: Schweiz, Bern, Ins, 433 m, 17. Mai 1995, Lichtfang (leg., det. & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
6, ♀: Schweiz, Vaud, Cudrefin, 430 m, 12. Juli 1982, Lichtfang (leg., det. & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]

Differentialdiagnose zu A. coronata

Oben: A. coronata
1: Zentrum der Vorderflügel mit drei hellen Flecken.
2: Der mittlere kleiner, selten auch ganz fehlend.
3: Alle hellen Zentrumsflecken der Hinterflügel gross, der mittlere weit zum Flügel-Aussenrand hin weisend.

Unten: A. stachydalis
4: Zentrum der Vorderflügel mit zwei hellen Flecken.
5: Helle Flecke der Hinterflügel weniger gross als bei P. coronata, der mittlere kaum zum Flügel-Aussenrand hin weisend.
6: Randlinie der Hinterflügel in markante, helle Punkte aufgelöst.


Raupe

BARRETT (1904: pl. 400 fig. 1b) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]


Erstbeschreibung

GERMAR (1821: unpaginierter Text, pl. 18) [Reproduktion aus Band in der Bibliothek des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart: Jürgen Rodeland]



Biologie

Habitat

1, schattiger Waldweg mit Waldziest (Stachys sylvatica) am Wegesrand: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umgeb. Rottleben, 9. August 2014 (Foto: Heidrun Melzer) [Forum]


Nahrung der Raupe

Konkrete Angaben zur Raupe dieses in Mitteleuropa doch recht häufigen Falters sind erstaunlich selten. Und das, obwohl die Raupe schon in der Erstbeschreibung der Art durch GERMAR (1821) kurz charakterisiert und eine Nahrungspflanze genannt wurde: "Habitat Brunsuigae in foliis Stachydis sylvestris contortis." "Stachydis sylvestris" ist in der Botanik ein ziemlich selten benutztes Synonym für Stachys recta, den Aufrechten Ziest, doch ist es wenig wahrscheinlich, dass GERMAR (1821) tatsächlich diese, und nicht die um Braunschweig sicher schon damals sehr viel häufigere, ähnlich klingende Stachys sylvatica (Wald-Ziest) meinte. Letztere passt ja auch von den Ansprüchen an die Feuchtigkeit sehr viel besser zum Falter als die typische Trockenlebensraum-Art.

DISQUÉ (1901) meldet die Raupe von Speyer an Stachys palustris; dabei handelt es sich ziemlich sicher um eine eigene Beobachtung.

Die oben gezeigten Raupenbilder von Heidrun Melzer stammen alle aus Thüringen, aber aus verschiedenen Jahren und von verschiedenen Orten: hier wurde die Raupe stets an Stachys sylvatica (Wald-Ziest) gefunden, die sehr wahrscheinlich in Europa die wichtigste Nahrungspflanze der Art ist.

BARRETT (1904) zeigt die Raupe und nennt als erste Pflanze auch den Wald-Ziest, dann aber folgen zwei weitere Arten der Gattung, die von späteren Autoren nicht wiederholt werden: "August to October on Stachys sylvatica, Stachys arvensis, and Stachys ambigua (species of woundwort), feeding on the leaves, eating out wide speces from the underside, where it forms an open tube or chamber by partially rolling the soft Portion of the leave." Der Autor hat die Raupe also sicher selbst beobachtet - ob aber auch an den letztgenannten beiden Pflanzen ist nicht sicher.

Bei SCHÜTZE (1931) ist zu lesen: "Pionea stachydalis Germar. Raupe August bis September, Falter Juni bis Juli. An der Blattunterseite von Stachys silvatica und Stachys betonica in feuchtem Gehölz, überwintert erwachsen in Verwandlungsgespinst (Stange), in zusammen gezogenen Blättern (Rössler)." Ob der Heil-Ziest durch Freiland-Beobachtungen geklärt ist, ist mir unklar. Von [orion-berlin.de] wird auch der Alpen-Ziest (Stachys alpina) mit angeführt. Die Nutzung dieser Pflanze ist plausibel, doch auch hierzu ist mir keine Primärangabe bekannt.

Im [Catalogue of the Lepidoptera of Belgium (abgefragt 7.12.2016)] ist zu lesen: The larva lives in a web on the underside of the leaves of Stachys sylvatica or Stachys palustris. It hibernates in its cocoon. Pupation in a cocoon spun in a hollow stem of the hostplant." Es ist davon auszugehen, dass es hier nicht um Primärbeobachtungen handelt.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Stachys als Nahrungspflanze.“
SPULER 2 (1910: 232L)


Abweichende Schreibweisen

Andere Kombinationen


Faunistik

Die Art wurde aus Deutschland beschrieben; locus typicus ist Braunschweig ("Habitat Brunsuigae").

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Crambidae (Zünsler)
EU M-EU 06632 Anania stachydalis (GERMAR, 1821) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am November 30, 2017 23:24 von Erwin Rennwald
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