Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Agnoea Subochreella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Lypusidae
EU M-EU 03062 Agnoea subochreella (DOUBLEDAY, 1859)

1: Deutschland, Bayern, Bayerischer Wald, Furth im Wald, 1. Juni 2008 (Studiofoto: Ingrid Altmann), det. Helmut Kolbeck [Forum]
2, ♂: Deutschland, Hessen Main-Kinzig-Kreis, Gemeinde Brachttal, OT Neuenschmidten, 200m, am Licht 12. Juni 2015, leg. & Foto Wilfried Schäfer, det. durch GU Peter Buchner
3: Belgien, Kluisbergen, 28. Mai 2016 (Foto: Davy De Groote), det. Davy De Groote
4-5, ♂: Deutschland, Niedersachsen, Deister, Barsinghausen, Kirchdorf, 115 m, von Linden beschattete Hecke an einer großen Wiese, 27. Mai 2017, Fund gegen 18 Uhr (det. & Studiofotos: Tina Schulz) [Forum]
6: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Bad Breisig, 189 m, NW-exponierte Hanglage, 24. Mai 2017, Lichtfang (det. & fot.: Armin Hendrichs) [Forum]
7, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 28. Juni 2019 (gen.det. & Foto: Horst Pichler) [Forum]



Diagnose

Die Determination der Pseudatemelia-Arten [jetzt Agnoea-Arten] ist nicht einfach und gelingt mehrheitlich nur über eine Untersuchung der Genitalstrukturen. Bei den Männchen führt dies meistens zu einer eindeutigen Zuordnung. Einzig Pseudatemelia josephinae [jetzt Agnoea josephinae] und P. elsae [jetzt Agnoea elsae] bieten da vielleicht einige Schwierigkeiten. Bei den Weibchen dagegen ermöglicht auch eine GU nicht immer eine hieb- und stichfeste Aussage.

Bei Pseudatemelia subochreella [jetzt Agnoea subochreella] ist die Färbung mehr gelbgrau und die Flügel sind zeichnungslos. (Rudolf Bryner)

Weibchen

1, abgeflogenes ♀, besonders hell: Schweiz, Tessin, Iragna, 270 m, 28. Mai 2005, Lichtfang, leg. Peter Sonderegger (gen. det. & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]


Genitalien

Männchen

1, Präparat des unter Bild 2 abgebildeten ♂: Deutschland, Hessen Main-Kinzig-Kreis, Gemeinde Brachttal, OT Neuenschmidten, 200m, am Licht 12. Juni 2015, leg. Wilfried Schäfer, präp., det. & Mikrofoto Peter Buchner
2, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 28. Juni 2019 (det., präp. & Foto: Horst Pichler) [Forum]


Weibchen

1, Genitalpräparat (GP 2012-113) des unter Diagnosefoto 1 abgebildeten ♀: Daten siehe oben (Präparation und Foto: Rudolf Bryner) [Forum]


Nomen novum

DOUBLEDAY (1859: 31) [zitiert nach Digitalisat in Google Play]:

“ŒCOPHORA, Stn.
SUBOCHREELLA.
Subochreella, Dbl.
Panzerella, Steph. (non W. V.)”

Bezug der Indikation

STEPHENS (1834: 290-292) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Deutschland, Niedersachsen, Deister, Barsinghausen, Kirchdorf, 115 m, von Linden beschattete Hecke an einer großen Wiese, 27. Mai 2017 (Foto: Tina Schulz) [Forum]


Nahrung der Raupe

Die Freiland-Raupennnahrung ist strenggenommen unbekannt. SCHUETZE (1931) liefert mit seinen identisch verlaufenen Zuchten von Agnoea flavifrontella und Agnoea subochreella aber wichtige Anhaltspunkte: "Beide sind zu finden in Nadelwäldern, die mit etwas Laubholz untermischt sind, und die Raupen nähren sich, wie Eizuchten bewiesen, vom ersten Tage an von halbvermorschtem Laub auf dem Boden, indem sie es skelettieren bzw. so ausfressen, dass nur die stärkeren Rippen übrig bleiben. Dabei werden die weicheren Blätter bevorzugt, zum Beispiel Carpinus. Die Säcke beider sind kaum zu unterscheiden. Sie bestehen aus einem mit den Rändern zusammen gelegten und dort verleimten dürren Blattstück; dieses Gehäuse ist an der Gegenseite gerade, nach vorn und hinten verengt und an beiden Enden offen. Manchmal spinnen sich die Raupen zur Verwandlung unten an Baumstämmen fest."


Verhalten Falter

SCHUETZE (1931) berichtet zu Agnoea flavifrontella und Agnoea subochreella: "Die Falter fliegen erst in voller Dämmerung und bis zum anbrechenden Morgen freiwillig, am Tage sitzen sie hart an dürre Zweige der Nadelbäume geschmiegt und können durch Erschütterung der Stangenfichten aufgescheucht werden."



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Typenserie

SINEV & LVOVSKY (2014) lassen wissen: "Types in the Natural History Museum, London (UK)".


Taxonomie

CORLEY (2014) weist bei seiner Erstbeschreibung seiner Agnoea nonscriptella darauf hin, dass SINEV & LVOVSKY (2014) alle Arten der bisherigen Gattung Pseudatemelia zu Agnoea stellen. Schon zuvor hatten HEIKKILÄ & KAILA (2010) die Gattungen Pseudatemelia und Amphisbatis zu den Lypusidae (innerhalb der Gelechioidea) gestellt.

WALSINGHAM (1901) beschrieb eine "Blastobasis (?) evanescens sp. n." aus Korsika. In seiner Übersicht der Blastobasidae in WALSINGHAM (1907-1908) stellte er die Gattung Agnoea mit Agnoea evanescens als Typus (und einziger bekannter Art) vor. Nach SINEV & LVOVSKY (2014) stellte NEL (2012) bei der Untersuchung der Typen beider Taxa Konspezifität von Agnoea evanescens mit der ebenfalls von Korsika beschriebenen Oecophora fuscifrontella CONSTANT, 1884 fest. Diese war längst in die Gattung Pseudatemelia überführt worden, hieß also Pseudatemelia fuscifrontella (CONSTANT, 1884). Nach SINEV & LVOVSKY (2014) wurde die Gattung Pseudatemelia aber erst 1910 mit der Beschreibung von Pseudatemelia aeneella REBEL, 1910 aufgestellt, also deutlich nach der Beschreibung der Gattung Agnoea. Sie begründen, warum sie Pseudatemelia fuscifrontella (= Agnoea evanescens) und Pseudatemelia aeneella für Angehörige der gleichen Gattung halten. Dies hatte zur Konsequenz, dass die Gattung Pseudatemelia aufzulösen und alle ihr bisher zugeordneten Arten in die Gattung Agnoea zu überführen waren. Diesen Schritt gingen die Autoren dann auch Art für Art durch.


Faunistik

Als Typenlokalität hat Großbritannien zu gelten. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Lypusidae
EU M-EU 03062 Agnoea subochreella (DOUBLEDAY, 1859) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am November 12, 2019 17:53 von Jürgen Rodeland
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