Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Aglais Urticae

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07250 Aglais urticae (LINNAEUS, 1758) - Kleiner Fuchs

1: Österreich, Schwarzau/Stf., (Halb-)Trockenrasen, Hecken, Flussbett, Au-Rand, 330 m, 21. Juni 2001
2: Österreich, Pitten, Schlossberg, Mischwald, 400 m, 2. September 2004
3: Österreich, 4 km SW Wr. Neustadt, Schwarzföhrenforst-Rand, Brachen, 300 m, 6. Juni 2004 (Fotos 1-3: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4: Deutschland, Schleswig-Holstein, 22. März 2005 (Foto: Birgitt Piepgras) [Forum]
5: Österreich, Golling, 11. Juni 2005 (Foto: Erich Schnöll) [Forum]
6, Überwinterndes Exemplar: Deutschland, Brandenburg, Fläming, Raben, Dachboden, 2. Dezember 2005 (Foto: Stefan Ratering) [Forum]
7, Überwinternde Ex., zusammen mit Aglais Io: Niederlande, Zuid Flevoland, Zeewolde, Schleiereulennistkasten, Ende Oktober (Foto: Allan Liosi), det. Allan Liosi [Forum]
8, überwinternde Ex.: Niederlande, Zuid Flevoland, Zeewolde, Schleiereulennistkasten, 8. November 2005 (Foto: Allan Liosi), det. Allan Liosi
9: Österreich, Steiermark, Bad Mitterndorf, 6. März 2007 (Foto: Heinz Habeler), det. Heinz Habeler
10: Niederlande, Zuid Flevoland , Zeewolde, Ooievaarsweg, Reigerplas, geschlüpfter Falter an Kratzdistel, 8. August 2006 (Freilandfoto: Allan Liosi), det. Allan Liosi [Forum]
11: Schweiz, Genf, Vallon de l'Allondon, 400 m, 23. Mai 2009 (det. & fot.: Bernard Jost) [Forum]
12: Deutschland, Baden-Württemberg, 88281 Schlier-Hintermoos, ca. 670 m, 12. Juni 2010 (Freilandfoto: Jörg Döring), det. Jörg Döring [Forum]
13: Schweiz, Kanton Bern, Emmental, Arni, am Waldrand, 860 m, 22. März 2013 (Freilandfoto: Ursula Beutler) [Forum]
14: Deutschland, Baden-Württemberg, Großraum Leibertingen, ca. 750 m, 7. Juli 2013 (Freilandfoto: Jörg Döring), det. Jörg Döring [Forum]
15: Deutschland, Schleswig-Holstein, Nordfriesland, Insel Föhr, Toftumer Heide, 7. August 2013 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland)


Aberrationen

1, nicht vererbbare Temperaturform: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Münster, eigener Garten, 7. Juli 2006 (Foto: Georg Homann), det. Georg Homann, conf. Hans Moser [Forum]
2: Teilalbino: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Ostwestfalen, Waldrand, 22. April 2007 (Foto: Jürgen Peters), det. Jürgen Peters [Forum]
3, mit extremer Fleckzeichnung der Hinterflügel: Deutschland, Bayern, Unterallgäu, Woringer Wälder, ca 640 m, 31. Juli 2014 (Freilandfoto Peter Schmidt) [Forum]
4: Deutschland, Sachsen, Erzgebirge, bei Jöhstadt, ca. 700 m, 5.Juli 2016 (Foto: Rainer Klemm) [Forum]


Balz

1, Fehlbalz mit Aglais io: Deutschland, Baden-Württemberg, Mannheim-Blumenau, 17. April 2004 (Foto: Udo Klein), det. Udo Klein
2-3: Deutschland, Schleswig-Holstein, Henstedt-Ulzburg OT Götzberg, Forst Endern, 35 m, 12. Juni 2011 (Freilandfoto: Sabine Flechtmann), det Sabine Flechtmann [Forum]
4-5, das Balzverhalten besteht aus mindestens zwei Phasen, wobei die erste wohl darin besteht, dass die Tiere hintereinander sitzen oder laufen. Bei der zweiten Phase klopft das Männchen mit den Fühlern auf die Flügelbasis des Weibchens, welches dabei mit den Flügeln zuckt: Deutschland, Baden-Württemberg, Deggenhausertal, Urnau, 520 m, 16. März 1993 (Freilandfoto: Martin Albrecht), det. Martin Albrecht [Forum]
6: Deutschland, Schleswig-Holstein, Mohrkirch, Garten, 29 m, 26. Juni 2016 (Freilandfoto: Lennart Bendixen), det. Lennart Bendixen [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Schleswig-Holstein, Mohrkirch, Garten, Unterseite eines liegenden Baumstubbens, 29 m, 10. Juli 2016 (Freilandfoto: Lennart Bendixen), det. Lennart Bendixen [Forum]


Eiablage

1, an Urtica dioica: Schweiz, Kt. Bern, Gürbetal, 597 m, verwilderter Garten, 21. Mai 2007 (Freilandfotos: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf [Forum]
2, an Urtica dioica: Schweiz, Wallis, vic. Fully-Mazembroz, 500 m, 28. März 2014 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle [Forum]


Falterschlupf

Schlüpfender Falter: Schweiz, Kanton Bern, Gürbetal, 597 m, Garten, 3. Juni 2005 (Foto: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf


Erwachsene Raupe

1: Deutschland, Baden-Württemberg, nördlicher Kraichgau, Mauer, 180 m, südexponierter Hang unterhalb eines Streuobstgeländes, 28. Mai 2006 (Freilandfoto: Jutta Bastian), det. Jutta Bastian [Forum]
2: Schweiz, Kanton Bern, Gürbetal, 597 m, Garten, 20. Mai 2005 (Freilandfoto: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf
3-4: Deutschland, Berlin, Bezirk Pankow, am Feldrand, auf Brennnessel 4. Juni 2011 (Freilandfoto: Pia Wesenberg), det. Pia Wesenberg [Forum]
5: Deutschland, Niedersachsen, bei Eschede, Aschauteiche, 29. Juli 2011 (Freilandfoto: Martin Semisch), det. Martin Semisch [Forum]


Jüngere Raupenstadien

3, L2: Schweiz, Kanton Bern, Gürbetal, 597 m, Garten, 24. Mai 2005 (Freilandfoto: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf
4, L2: Niederlande, Zuid Flevoland, Zeewolde, Vogelweg, auf Brennessel entlang Kanal, 21 Juni 2007 (Freilandfoto: Allan Liosi), det. Allan Liosi
5, L3: Schweiz, Kt. Bern, Emmental, Arni, 1000 m, sonniger Waldweg, 6. Mai 2009 (Freilandfoto: Ursula Beutler), det: Jürgen Hensle [Forum]


Puppe

1: Schweiz, Kanton Bern, Gürbetal, 597 m, Garten, 7. Juni 2005 (Foto: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf
2: Deutschland, Hamburg, Waldrand mit vielen Brennesseln, 20. Mai 2007 (Foto: Renate Ridley), det. Jürgen Hensle [Forum]
3-5: Dänemark, Jütland, Brejning, unterhalb einer ca. 50 cm breit überstehenden Mauerabdeckung, sonst Wiesen und naturbelassene Flächen, ca. 10 m, 22. August 2010 (Freilandfoto: Klaus-Uwe Gnaß), det. Thomas Fähnrich, conf. Erwin Rennwald [Forum]


Ei

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Mehrstetten (Foto: Michael Rommel), det. Michael Rommel
2: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Hennef, Feldweg zwischen zwei bislang ungemähten Wiesen, 7. Juni 2007 (Freilandfoto: Horst Köcher), det. Horst Köcher [Forum]
3: Schweiz, Kt. Bern, Gürbetal, 597 m, verwilderter Garten, 21. Mai 2007 (Freilandfotos: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf [Forum]
4: Schweiz, Berner Oberland, Hasliberg, 1050 m, in einem Steinbruch auf Urtica dioca, 22. Februar 2008 (Freilandfoto: Hildegard Stalder), det Hildegard Stalder [Forum]
5: Deutschland, Bayern, Nähe Landsberg am Lech, nördlicher Waldrand, großes Brennnesselfeld, 12. Juni 2010 (Freilandfoto: Franz Prelicz), det. durch Beobachtung der Eiablage Franz Prelicz [Forum]



Diagnose

Falter

Der Kleine Fuchs kann in Westeuropa nur mit dem Großen Fuchs (Nymphalis polychloros) verwechselt werden. Wie der Name schon sagt, ist jener deutlich größer und trägt auf der Oberseite der Hinterflügel einen geringeren Anteil dunkler Zeichnung. Auch fehlt ihm das Weiß am Apex des Vorderflügel-Oberseite und auf der Vorderflügel-Unterseite ist die helle, gelbliche Färbung wesentlich geringer ausgedehnt. In Osteuropa treten mit N. xanthomelas und N. vaualbum zwei weitere Arten auf, die aber viel mehr N. polychloros ähneln.
Im Gebirge ändert sich die Intensität der orangen Grundfärbung. So wird diese in der hochmontanen und subalpinen Stufe leuchtender orangerot. In der hochalpinen Stufe wird die Grundfarbe noch dunkler und erhält einen leichten Violettton. Trifft man solche Falter in tieferen Lagen an, ist dies ein deutliches Zeichen für eine erfolgte Zuwanderung.


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1758: 477) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]

Bezug der Indikation „Mouff. ins. 101. f. 5, 6.“

MOUFET (1634: 101, figs. [5]-[6]) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]


Raupe

Die erwachsene Raupe ist dank ihrer schwarz-gelben Streifenmusters leicht zu erkennen. Zuweilen treten jedoch nahezu völlig schwarz gefärbte Exemplare auf, die dann leicht zur Verwechslung mit der Raupe des Admirals (Vanessa atalanta) Anlass geben. Bei genauer Betrachtung erkennt man aber auch bei diesen doch noch die doppelte Rückenlinie, die der Admiralraupe immer fehlt. Zudem ist die Admiralraupe gedrungener, nicht so schlank wie die von Aglais urticae. Die helle Jungraupe ähnelt sehr der des Tagpfauenauges (Aglais io). Sie trägt jedoch ein deutlicheres dunkles Fleckenmuster. Auch ist die A. io - Eiraupe verlaufend hell - dunkel gefärbt, die des Kleinen Fuchses trägt eine gleichmäßige Grundfarbe.


Ähnliche Arten:



Biologie

Habitat

Aglais urticae ist ein Offenlandbewohner. Hauptlebensräume sind offene vollsonnige Brennnesselsäume und Brennnesselbestände an Viehlagerplätzen vom Tiefland bis in die hochalpine Stufe. Sie bevorzugt sonnig stehende Brennnesseln zur Eiablage, meidet jedoch anhaltend trocken-heiße Gebiete. Daher ist sie in Norddeutschland und Südskandinavien grundsätzlich häufiger als im südlichen Mitteleuropa. Dort tritt sie vor allem im Gebirge und in kühleren Tälern auf. In die heißesten Tieflagen wandert sie zwar immer wieder auch ein, hält sich aber meist nicht sehr lange.

1: Niederlande, Zuid Flevoland, Zeewolde, Vogelweg, 21 Juni 2007 (Freilandfoto: Allan Liosi)
2-3: Deutschland, Niedersachsen, bei Eschede, Aschauteiche, 6. / 8. September 2005 (Foto: Martin Semisch) [Forum]


Lebensweise

Der Falter überwintert und erscheint im zeitigen Frühjahr als einer der ersten Tagfalter. In kühlen Hochlagen können die Überwinterer bis in den Juni hinein beobachtet werden, während sie in warmen Tieflagen oft schon Ende April verschwunden sind. Da die ♀ ♀ wesentlich früher mit der Eiablage beginnen als die des Tagpfauenauges (A. io) – in warmen Gegenden und Frühjahren oftmals bereits im März – erscheint die 1. Generation in wärmeren Gebieten schon im Mai oder spätestens Anfang Juni, die 2. schließt sich dann meist im Juli an. In kälteren Gebieten, z. B. im Gebirge oberhalb der Baumgrenze, wird nur eine ausgebildet. Aber auch in tieferen Lagen ziehen sich viele Falter bereits im Juli ins Winterquartier zurück und verlassen es nur teilweise im Spätsommer noch einmal. Nach ROER (1978), legt ein Teil jener Falter, die nach der Übersommerung im Spätsommer erneut fliegen, noch einmal Eier, deren Nachkommen dann im Herbst schlüpfen. Ob darüber hinaus auch noch eine echte 3. Generation angelegt wird, ist nicht sicher bekannt.
Das ♀ legt die Eier in Gelegen auf die Blattunterseite von jungen Brennesseln (Urtica-spp.), fast immer der Großen Brennnessel (U. dioica). Sehr selten fressen die Raupen auch an Hopfen (Humulus lupulus). Die Raupen leben bis nach der letzten Häutung gesellig. Bei kühler Witterung legt die erwachsene Raupe eine Blattüte, sehr ähnlich der der Raupe des Admirals (V. atalanta) an. Auch die Jungraupen können sich zuweilen gemeinsam in Blatttüten einspinnen.

(Autor: Jürgen Hensle)

1, bei nasskalter Witterung spinnen sich die Jungraupen zuweilen gemeinsam in Blatttüten ein: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittlerer Talschwarzwald, Kandelgipfel, 1200 m, 16. Juli 2014 (manipuliertes Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Prädatoren

1, Kreuzspinne: Niederlande, Zuid Flevoland, Almere, Kruidenwijk, Falter an Buddleia, 21. August 2013 (det. & fot.: Allan Liosi) [Forum]
2, Hornisse: Deutschland, Rheinland-Pfalz, 53572 Unkel, Rheintal, Am Stux, trocken-warme Weinbergslage, 24. August 2013 (det. & fot.: Michael Stemmer) [Forum]
3, Blaugrüne Mosaikjungfer = Aeshna cyanea (MÜLLER, 1764), ♀: Deutschland, Schleswig-Holstein, Bad Schwartau, am Wohnhaus, 10 m, 31. August 2010 (det. & fot.: Gerald Schneider) [Forum]
4, Grünes Heupferd: Deutschland, Baden-Württemberg, sonniger Waldweg bei Lörrach, 290 m, 20. Juni 2016 (Freilandfoto: Barbara Edinger) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Urtica Nessel, Futter der Raupe.“
SPULER 1 (1908: xL)


Andere Kombinationen


Verbreitung

Der Kleine Fuchs ist aus fast ganz Europa außer von Island, Kreta und den Balearen bekannt. Darüber hinaus ist er auch im nicht-tropischen Asien bis zur Pazifikküste verbreitet. Da er anhaltender trockener Hitze flieht, konzentriert er sich in Südeuropa auf die Gebirge und bewaldete Regionen und fehlt in Nordafrika. In den Alpen steigt er bis in beachtliche Höhen. Einzelne zugewanderte Falter können auch noch in über 4000 m Höhe angetroffen werden.
Auf Korsika und Sardinien wird A. urticae durch Aglais ichnusa vertreten. Ob dies wirklich eine eigene Art ist oder nur eine Subspezies von A. urticae, ist noch nicht restlos geklärt.

(Autor: Jürgen Hensle)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07250 Aglais urticae (LINNAEUS, 1758) - Kleiner Fuchs art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am September 23, 2016 18:40 von Jürgen Hensle
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