|
06960 Papilio machaon LINNAEUS, 1758 - Schwalbenschwanz
1-2: Süd-Frankreich, Alpilles, Le Paradou, 5. September 2005 (Fotos: Allan Liosi)
3: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mittelrhein, Dörscheider Heide, 1. Mai 2007 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland)
4: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 8. September 2005 (Foto: Beat Weisskopf)
5: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Hennef, bislang nicht gemähte Wiese neben wenig genutztem Sportplatz , 30. Juni 2007 (Freilandfoto: Horst Köcher), det. Horst Köcher
6-7: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 640 msm (Freilandfotos: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
8, ♀: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Flur "Langärgeten", in Buntbrache, 625 msm (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
9: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Flur "Langärgeten", Wirtschaftswiese, 625 msm (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
10: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, 11. Juni 2009 (Freilandfoto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
11: Deutschland, Baden-Württemberg, Südwestliches Albvorland, Haigerloch-Owingen, ca. 450 msm, Feldwegkreuzung, 12. Juli 2009 (Foto: Paul Bossenmaier), det. Herbert Fuchs [Forum]
12: Griechenland, Chalkidiki, Sithonia, Metamorfosis, 30 msm, 28. Juni 2010 (fot. & det.: Michel Kettner) [Forum]
1: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 8. September 2005 (Foto: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf
2-3: Österreich, Niederösterreich, Steinfeld bei Sollenau, 18. August 2007 (Fotos: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
1: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 3. Oktober 2004 (Foto: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf
2: Österreich, Kärnten, St. Paul im Lavanttal, 460 msm, Raupe auf Klee, 13. Juni 2009 (Freilandfoto: Horst Flößholzer), det. Horst Flößholzer, conf. Stefan Ratering [Forum]
1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Calmont bei Eller an der Mosel, 13. Juli 2007 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland)
2: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 7. Juli 2005 (Foto: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf
3: Deutschland, Sachsen, Nähe Schildau, Waldrand, 11. August 2005 (Foto: Jens Philipp), conf. Heiner Ziegler
[Forum]
4-5: Deutschland, Bayern, Unterfranken, Futterwiese, 16. August 2005 (Fotos: Justus Vogt), conf. Ingrid Altmann
6, Raupe mit ausgestülptem Osmaterium: Deutschland, Bayern, Aichach-Sulzbach (Foto am 12. Oktober 1980: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
7: Deutschland, Bayern, westlich von Moosburg, bei Gaden, 15. November 2008 (Freilandfoto: Heinrich Vogel), det. Heinrich Vogel [Forum]
8: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Eifel, vic. Kreuzberg, 560 msm, Kalkmagerrasen, 11. Oktober 2008 (Freilandfoto: Werner Eimann) [Forum]
1, Raupe nach dem Verlassen ihrer Jungraupenhaut: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 1. September 2005
2: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 17. Juni 2004
3: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 5. Juli 2005 (Fotos 1-3: Beat Weisskopf), det Beat Weisskopf
4, Jungraupe nach Häutung: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 600 msm, 1. September 2006 (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
5, ssp. sphyrus: Griechenland, Messenien, Exochori, 470 msm, 9. Juni 2009 (Freilandfoto: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler [Forum]
1-2: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Wassenberg-Birgelen, ex larva coll. 7. September 2005 an wilder Möhre, verpuppt am 12. September 2005, 2. Foto am Folgetag (Fotos: Claudia Mech) [Forum]
2: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Unkel, Rheintal, Am Stux, trocken-warme Weinbergslage, 10. Mai 2007 (Foto: Michael Stemmer), det. Michael Stemmer [Forum]
4-5: Schweiz, Gürbetal, 597 msm, Garten, 13. September 2005 (Fotos: Beat Weisskopf), det. Beat Weisskopf
6: Polen, Podkarpacie, Zalesie Antoniowskie, 15. August 2005 (Freilandfoto: Jarosław Bury), det. Jarosław Bury [Forum]
7: Kroatien, Istrien, an einer Mauer, 13. Juni 2007 (Freilandfoto: Sebastian Holzki), det. Jürgen Hensle [Forum]
1, wenige Minuten altes Ei: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald, 17. Juli 2005 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland (Beobachtung der Eiablage)
2-3, Eiablage an Pimpinella saxifraga, (det. Erwin Rennwald und Martin Miethke) und Ei: Deutschland, Bayern, Altmühltal, Mühlheim, Trockenrasen auf Kalkschiefer, 27. August 2007 (Freilandfotos: Jens Philipp), det. Jens Philipp
[Forum]
In Mitteleuropa ist der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) bei näherer Betrachtung kaum zu verwechseln. Sehr selten treten einmal Tiere mit weißer Grundfarbe auf, die dann bei flüchtiger Betrachtung mit dem Segelfalter (Iphiclides podalirius) verwechselt werden können. Untrügliche Kennzeichen von P. machaon sind die großflächig schwarz gefärbte Vorderflügelbasis sowie die schwarzen Flecken am Kostalrand. Bei I. podalirius reichen zwei der schwarzen Streifen im Vorderflügel-Mittelfeld vom Kostalrand bis zum Innenrand.
Auf Korsika und Sardinien kommt auch noch P. hospiton vor. Bei diesem sind die Schwänze der Hinterflügel deutlich kürzer und die blaue und schwarze Zeichnung ist intensiver.
Im Mittelmeerraum fliegt zudem gebietsweise P. alexanor. Dieser ist durch sein Streifenmuster und das Fehlen der dunklen Aderbestäubung jedoch auch gut zu unterscheiden. Weitere verwandte und teilweise sehr ähnliche Arten fliegen in Nordafrika, Asien und Nordamerika.
LINNAEUS (1758: 462-462 + Fußnote auf 463) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]
Der Schwalbenschwanz kommt in Nordwestafrika, in fast ganz Europa und in Asien, südlich bis zum Himalaja vor. Er fehlt jedoch in Island und Irland. In Großbritannien ist er nur im Südosten, in feuchten Tälern in der Grafschaft Norfolk heimisch.
In den Alpen steigt er bis etwa zur Baumgrenze, einzelne umherziehende Tiere können jedoch auch noch beträchtlich höher angetroffen werden. In wärmeren Gebieten der Schweiz, Österreichs und Süddeutschlands kann die Art recht häufig sein. In Norddeutschland tritt der Schwalbenschwanz hingegen nur vereinzelt auf.
P. machaon bevorzugt in Süd- und Mitteleuropa offene warme Habitate, wie trockene und mesophile Wiesen, warme Waldränder, Straßengräben ebenso wie Felder mit den Nahrungspflanzen seiner Raupen. In Ostengland und Nordeuropa hingegen bevorzugt er Feuchtwiesen und Ufer von Gewässern.
Zur Geschlechterfindung streben die Tiere gerne kahlen Hügelkuppen zu, wo man sie dann in größerer Anzahl antreffen kann. Das Weibchen legt seine Eier an Doldenblütler (Apiaceae) wie Möhre (Daucus carota) oder Dill (Anethum graveolens). Zudem an Raute (Ruta -spp.) z. B. die Weinraute (Ruta graveolens) und Diptam (Dictamnus albus). Im Mittelmeerraum auch sehr gerne an Citrus -spp.
Je nach Region werden eine bis fünf Generationen ausgebildet. In wärmeren Lagen des südlichen Mitteleuropas sind es meistens drei, die von Mitte April bis Mitte Juni, von Ende Juni bis Mitte August und im August/September fliegen. In kühleren Lagen fliegen zwei Generationen von Mai bis August. In Nordeuropa und in Mitteleuropa oberhalb 1000-1200 msm wird meist nur eine Generation von Juni bis August ausgebildet. In Südeuropa können hingegen von Anfang März bis Anfang November fünf Generationen ausgebildet werden. Ganz vereinzelt fliegt der Falter in den wärmsten Lagen des südlichen Mittelmeerraums sogar im Januar und Februar.
Die Zahl der ausgebildeten Generationen ist einerseits von genetischen Faktoren, andererseits aber auch der Tageslichtlänge und Temperatur abhängig, die während des 4. und 5. Raupenstadiums auf die Raupe einwirken. Nordskandinavische Populationen bilden auch unter dem Einfluss der Mitternachtssonne keine 2. Gen. aus, da sie genetisch auf nur eine Generation fixiert sind. Bei mitteleuropäischen Gebirgstieren hingegen, deren Raupen im Frühsommer, also unter Langtagbedingungen aufwachsen, entscheidet die Temperatur, die auf die ältere Raupe einwirkt, ob im Hochsommer noch ein Falter der 2. Gen. schlüpft oder nicht. In den meisten Jahren ist diese zu niedrig, so dass die Puppe überwintert. Anhaltende frühsommerliche Wärmeperioden aber können selbst in den höchsten Lagen der Mittelgebirge oder in den Alpen im Bereich der Baumgrenze einzelne Raupen zur Ausbildung von Subitanpuppen verleiten, die dann im August Falter einer 2. Gen. ergeben.
Autoren: Jürgen Hensle, René Ressler
06960 Papilio machaon LINNAEUS, 1758 - Schwalbenschwanzart-mitteleuropa