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09781 Oligia versicolor (BORKHAUSEN, 1792) - Buntes Halmeulchen
1: Österreich, Niederösterreich, 2,5 km N Schwarzau/Stf., lichtungs- und laubholzreicher Schwarzföhrenforst, 320 msm, 12. Juni 2002 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2-3, ♂ und ♀: Deutschland, Schleswig-Holstein, Sibirien, Sparrieshoop, 21. und 14. Mai 2007, am Licht (Fotos: Birgitt Piepgras) gen. det. Birgitt Piepgras [Forum]
Falter: Durchschnittlich etwas kleiner als Oligia strigilis, aber manchmal noch geringfügig größer und kräftiger als Oligia latruncula. Da diese Unterschiede sehr gering sind und sich die Variationsbreite von Oligia versicolor bezüglich der Größe insbesondere mit Oligia latruncula überschneidet, hilft das Merkmal 'Größe' oft nicht weiter. Äußere Querlinie über dem Vorderflügel-Hinterrand schwach und gleichmäßig nach innen gebogen. Von der Querlinie aus springen entlang der Adern keine oder nur kurze und dünne schwarze Zähnchen ins Saumfeld vor. Schwarzbraun verdunkelte Formen sind seltener als bei den verwandten Arten. Solche Formen, aber auch viele der hellen Formen und abgeflogene Tiere sind nur nach genitalmorphologischen Merkmalen sicher identifizierbar.
Statistisch gesehen sind kleine, kontrastreiche Oligien mit weißlich(grau)em Saumfeld, rötlichbraunem Mittelfeld mit schwarzem Längsbalken und einem rötlichen Haarbüschel am Metathorax (hinterer Bereich des Rückens) meist Oligia versicolor. Aber eben nicht immer. Achtung: Auf die Kombination dieser Merkmale kommt es an; einzeln können sie auch bei den anderen Oligia-Arten auftreten. Und natürlich gibt es gelegentlich auch schwärzlich verdunkelte Formen. Auch eintönig dunkel rotbraune Tiere kommen vor (Südalpen).
Genitalien Männchen: Clavus dünn, lang und spitz. Ampulla („Harpe“, „Clasper“) lang, in der äußeren Hälfte gleichbleibend schmal, Spitze abgerundet. Cucullus groß mit langem, schlankem Fortsatz.
Genitalien Weibchen: Lamina antevaginalis breit. 7. Sternit mit breitem, tiefem, U-förmigem Einschnitt. Sklerotisierung („Signum“) groß und breit. Ductus bursae vor der Mündung nur rechts etwas eingeschnürt.
1-2, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Oberrotweil am Kaiserstuhl, 31. Mai 2002, am Licht (Foto: Ernst Herkenberg), det. Gottfried Behounek [Forum]
Oligia strigilis
Oligia latruncula
Oligia dubia (in Mitteleuropa nur im Alpenraum)
Text: Axel Steiner
Versicolor (lat.) von wechselnder Farbe, wohl vom farblichen Kontrast zwischen Mittel- und Saumfeld und Makeln und Grundfarbe.
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