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07021 Colias hyale (LINNAEUS, 1758) - Goldene Acht
1-2, ♀, 1. Gen., blassgelbe Farbvariante: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, e.o. 11. Mai 2007 (Studiofotos: Jürgen Hensle), cult. & det. Jürgen Hensle
3, ♀, 2. Gen.: Deutschland, Bayern, Futterwiese Nähe Ebern/Unterfranken, 30. Juli 2007 (Foto: Justus Vogt), det. Jürgen Hensle nach Habitatangabe
4-8, ♂ ♂, 9-10 ♀ ♀, 3. Gen.: Deutschland, Baden-Württemberg, Trockenaue bei Neuenburg-Grissheim, 208 msm, 5. September 2009 (Freilandaufnahmen: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler [Forum]
Deutschland, Niedersachsen, Haarberg bei Rehburg, Kreis Nienburg a. d. Weser, 70 msm, 25. September 2009 (Freilandfoto: Dietrich Zawischa), det. Dietrich Zawischa [Forum]
1-2, L3: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, 29. Oktober 2005 (Zuchtfotos: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
3, L5: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, 26. November 2006 (Zuchtfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
4, (ex-ovo-Zucht): leg. (♀) Deutschland, Bayern, Penzberg, 19. August 2006 (Studiofoto: Mario Peluso, 18. März 2007), cult. & det. Mario Peluso [Forum]
1: Deutschland, Baden-Württemberg, Eichstetten, e.o. (Studiofoto am 26. November 2006: Jürgen Hensle), cult. & det. Jürgen Hensle
2-3, (ex-ovo-Zucht): leg. (♀) Deutschland, Bayern, Penzberg, 19. August 2006 (Studiofotos: Mario Peluso, 22. März/ 5. April 2007), cult. & det. Mario Peluso [Forum]
1: Deutschland, Brandenburg, Königs Wusterhausen, an Weiß-Klee (Trifolium repens), 16. September 2002 (Freilandfoto: Frank Rämisch), det. Frank Rämisch
[Forum]
2: Deutschland, Thüringen, Kühndorf, an Hornklee, 6. August 2007 (Foto: Carsten Wilkening), det. Carsten Wilkening [Forum]
coll. Heiner Ziegler
1+2, ssp. hyale, ♂&♀: Schweiz, BL, Diegten Chilpen, e.o. IV.1987 (Fotos 1-2: Heiner Ziegler) leg. Heiner Ziegler
Weibliche Imagines von Colias hyale sind habituell nicht von Colias alfacariensis zu unterscheiden. Selbst ein Genitalpräparat kann keinen Aufschluss über die Artzugehörigkeit liefern. Die Männchen hingegen können nach habituellen Merkmalen der Flügeloberseite unterschieden werden, wenngleich nicht in jedem Einzelexemplar. Die Basalbestäubung der Vorderflügelzelle fehlt bei C. alfacariensis i.d.R. weitgehend, während sie bei C. hyale meist mehr oder weniger ausgeprägt ist. Zudem gibt es bei C. hyale oft auffällig hell gefärbte Männchen, die dann schon im Flug deutlich auffallen. Der Umkehrschluss ist jedoch unzulässig! Kräftig gelb gefärbte Männchen können sowohl solche von C. alfacariensis, als auch solche von C. hyale sein.
Eine sichere Methode, die Artzugehörigkeit eines Weibchen zu erkennen, ist, es bei der Eiablage zu beobachten. Legt dieses an einer anderen Pflanze als Hippocrepis comosa oder einer Coronilla-spec. ab, ist es nie C. alfacariensis. Auch hier gilt der Umkehrschluss nicht. Eiablage an Hippocrepis comosa oder einer Coronilla-spec. alleine beweist gar nichts, da diese Pflanzen von beiden Arten als Eiablagepflanzen genutzt werden. Falterfotos auf der Seite des Artkomplexes
In Südosteuropa, nordwestlich bis Tschechien und Niederösterreich, fliegt zudem auch noch C. erate, die in mehreren Farbmorphen auftritt. C. alfacariensis ähnlich ist die zitronengelbe und die weiße Weibchen-Form. Den Männchen dieser Art fehlen meist (nicht immer!) die hellen Flecken in der dunklen Randbinde der Vorderflügel-Oberseite. Zudem ist der gelben Farbmorphe von C. erate ein kalter, leicht grünstichiger Gelbton zu eigen. Die Weibchen von C. erate tragen auf der Hinterflügel-Oberseite eine etwas dunklere Beschuppung und eine meist breitere Randbinde. Dennoch sind speziell weiße Weibchen von C. erate oft nicht leicht von C. hyale-Weibchen zu unterscheiden.
Weitere Colias-spp. sind leicht an deren mehr oder weniger orangen Grundfarbe zu unterscheiden. Deren weiße Weibchen-Formen aber, können C. hyale ebenfalls ähnlich sehen. In Europa ist das vor allem C. croceus. Dessen weiße Weibchen tragen jedoch auf der Hinterflügel-Oberseite eine intensive dunkle Bestäubung.
![]() C. hyale | ![]() C. alfacariensis |
Eine weitere sichere Methode der Unterscheidung von C. alfacariensis ist die anhand der Raupen!
LINNAEUS (1758: 469) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]
C. hyale ist eine Art mittlerer Breiten. Sie ist von den Pyrenäen bis Nord-China verbreitet, meidet heiße und trockene Gebiete ebenso wie ausgesprochen kalte. Daher fehlt sie im Mittelmeerraum und in Südasien und tritt in England und Skandinavien nur im Süden als gelegentlicher Zuwanderer auf. Auch in Norddeutschland und den Niederlanden ist sie nicht jedes Jahr anzutreffen. Da sie jedoch ein ausgeprägtes Wanderverhalten zeigt, kann sie auch in Gebieten, in denen sie jahrelang nicht mehr beobachtet wurde, plötzlich wieder gehäuft auftreten.
1: Deutschland, Baden-Württemberg, Trockenaue bei Neuenburg-Grissheim, 208 msm, 5. September 2009 (Foto: Heiner Ziegler) [Forum]
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Hochschwarzwald, Elztal, mesophile Wiese bei Gutach-Stollen, 330 msm, 6. September 2009 (Foto: Jürgen Hensle)
Der Falter fliegt auf Wiesen, Klee- und Luzernefeldern. In Jahren mit starkem Wandergeschehen werden auch eher untypische Habitate, wie z. B. breite Waldwege besiedelt (Abb. 1). Im Gebirge steigt er bis etwa 1800 msm. Wandernde Einzelfalter können jedoch noch viel höher angetroffen werden.
Eine der Hauptnahrungspflanzen der Raupe ist die Luzerne (Medicago sativa agg.), ähnlich wichtig sind Rot- und Weißklee (Trifolium pratense, T. repens). Daneben werden aber auch Steinklee (Melilotus-sp)., Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), Kronwicke (Coronilla-spp.) und andere Leguminosen angenommen. Die junge Raupe überwintert.
C. hyale bildet von April/Mai bis September/Oktober drei bis vier Generationen aus. Die 1. ist meist recht selten. Im Hochsommer und Herbst kann die Art auf blütenreichen Wiesen jedoch sehr häufig werden. In manchen Gebieten fehlt sie oft jahrelang. Da sie ein ausgeprägtes Wanderverhalten zeigt, kann sie nach Zuwanderung aber auch dort plötzlich wieder ungemein häufig aufzutreten. Manchmal ist sie im nächsten Jahr dann aber auch schon wieder verschwunden.
Autor: Jürgen Hensle
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