Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Colias Erate

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
07014 Colias erate (ESPER, 1805)

1: Österreich, Niederösterreich, 1 km NE Schwarzau/Stf., Halbtrockenrasen in aufgelassener Schottergrube, 320 msm, 16. August 2002 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2-3, ♂ und ♀: Österreich, Niederösterreich, Rohrendorf bei Krems, e.l. (Studiofotos: Christopher Rabl), leg., cult. & det. Christopher Rabl
4, ♂ im Durchlicht: Österreich, Niederösterreich, Baden bei Wien, 30. September 2006 (Freilandfoto: Christopher Rabl), det. Christopher Rabl
5, Balz: Österreich, Niederösterreich, Rohrendorf bei Krems, 1. Dezember [sic] 2006 (Freilandfoto: Christopher Rabl), det. Christopher Rabl
6: Daten s. Raupe 1 (Studiofoto am 26. Januar 2007: Wolfgang Schweighofer), cult. & det. Wolfgang Schweighofer


Raupe

1: Österreich, Niederösterreich, bei Melk, Hügel "Henzing", ca. 350 msm, e.o. leg. Ende Oktober 2006 (Studiofoto am 8. Dezember 2006: Wolfgang Schweighofer), cult. & det. nach Falterschlupf Wolfgang Schweighofer [Forum]


Puppe

1-2, (ein Exemplar): Österreich, Niederösterreich, Rohrendorf bei Krems, e.l. (Studiofotos: Christopher Rabl), leg., cult. & det. Christopher Rabl



Diagnose

Brandenburg, Umgebung Königs Wusterhausen, Zernsdorf, 13.IX.2002 (Foto: Frank Rämisch), leg. & det. Frank Rämisch [Forum]


Falter

Colias erate tritt in drei verschiedenen Farbvarianten auf, von denen die zitronengelbe die häufigste ist. Diese kann in Europa allenfalls mit der hier extrem seltenen zitronengelben Farbvariante von C. croceus verwechselt werden. Grundsätzlich ist jedoch der Vorderflügel-Apex von Colias erate deutlich spitzwinkeliger als der der verwandten Arten.
Dem häufigeren C. croceus und den selteneren C. chrysotheme und C. myrmidone sehr ähnlich sind die orange gefärbten C. erate-Männchen und die weißen C. erate-Weibchen. Bei C. croceus und C. myrmidone ist die Grundfarbe der Flügeloberseite meist kräftiger orange und die Unterseite der Hinterflügel meist grünlich, bei C. erate mehr gelblich. Die C. erate-Weibchen sind zudem oberseits durchschnittlich schwächer grau bestäubt, aber stärker als die von C.hyale und C.alfacariensis. Ein weiteres nicht absolut zuverlässiges Merkmal ist der Duftschuppenfleck an der Basis der Hinterflügel-Oberseite. Dieser ist bei den Männchen von C. croceus und C. myrmidone stets vorhanden, bei denen von C. chrysotheme nie. Bei C. erate aber kann er vorhanden sein, muss aber nicht. Bei C. chrysotheme ist die Randbinde der Flügeloberseite zudem deutlicher von hellen Adern durchschnitten, als bei C. erate und den anderen verwandten Arten.
Ein wenig problematisch sind auch noch Männchen der 1. Gen. von C. erate, bei denen oftmals die dunkle Randbinde von hellen Flecken unterbrochen sind (f. hyaloides). Solche Tiere erinnern dann stark an C. hyale oder C. alfacariensis. Die Randbinde der Hinterflügel-Oberseite ist bei C. erate jedoch stets breiter und weniger unterbrochen als die der beiden anderen Arten. Zudem fallen alle zitronengelben Männchen von C. erate stets durch ihren kalten, leicht grünstichigen Gelbton auf.
Die weißen Weibchen von Colias erate unterscheiden sich von denen von C. croceus durch den bei C. croceus auf der Vorderflügel-Unterseite basal des Diskoidalflecks blass-gelblichen Tönung. Bei sehr hellen Faltern ist diese oft nur sehr geringfügig dunkler als die übrige Flügelfläche, aber doch stets erkennbar. Bei Colias erate ist allenfalls die Flügelwurzel gelblich bestäubt, die übrige Flügelfläche rein weiß.
Grundsätzlich sind die meisten Colias erate auch im Freiland sicher anzusprechen, vorausgesetzt, der Beobachter verfügt über genügend Erfahrung. Es sind stets nur einzelne Tiere, die größere Probleme aufwerfen.


Ähnliche Arten:



Biologie

Wanderverhalten

Bei C. erate handelt es sich um eine Art der asiatischen Steppen, die erst Ende der 1980er Jahre nach Mitteleuropa vorgedrungen ist. Die Art gilt als Binnenwanderer, sie hat aber zudem eine starke Tendenz zur Arealerweiterung und breitet sich derzeit in Österreich donauaufwärts nach Westen aus.


Lebensraum und Lebensweise

Eine wichtige Nahrungspflanze der Raupe ist die Luzerne (Medicago sativa agg.) eine weitere die Bunte Kronwicke (Coronilla varia). Daher teilt sie den Lebensraum oft mit C. croceus, der ganz ähnliche Ansprüche stellt. C. erate fliegt also wie C. croceus auf Luzernefeldern und trockenen Wiesen hauptsächlich tieferer Lagen. Der Falter fliegt in drei bis vier Generationen von Ende März bis zum Wintereinbruch. Die Raupe frisst den Winter über meist durch, deshalb hat sie ähnliche Probleme wie die C. croceus-Raupe, den mitteleuropäischen Winter zu überleben. Denn auch wenn die Raupe den Frost überlebt, die Blätter der Luzerne erfrieren im Winter bei stärkerem Frost. Daher verhungern viele Raupen, wenn das Weibchen die Eier an ihrer Hauptnahrungspflanze abgelegt hat. Zudem sind alle den Winter hindurch aktive Raupen trocken-warmer Lebensräume bevorzugte Opfer von Spinnen und räuberischen Insekten. Diese Arten sind daher im Frühjahr generell sehr viel seltener als im Spätsommer und Herbst.

Autor: Jürgen Hensle



Weitere Informationen

Verbreitung

C. erate ist von Tschechien und Niederösterreich bis Äthiopien und Japan verbreitet. In Europa tritt sie in tieferen Lagen Südosteuropas auf. Die Nordwestgrenze der Verbreitung liegt derzeit im östlichen Österreich und Mähren. Aber auch in Bayern, Sachsen, Brandenburg und Südpolen sind schon einzelne eingewanderte Falter beobachtet worden.

[Informationen zum Vorkommen der Art in Deutschland]

Autor: Jürgen Hensle


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Letzte Änderung am Dezember 26, 2009 0:39 von Michel Kettner
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