Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Argynnis Adippe

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
07205 Argynnis adippe (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775) - Feuriger Perlmuttfalter

1: Österreich, Johannesbachklamm, Feuchte und trockene Kalkfelsen, Föhrenwald, 430 msm, 15. Juli 2003 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Geretsried, 3. Juli 1992
3, ♂: Deutschland, Bayern, München, 25. Juni 1993
4, ♀: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Oberschleißheim, Berglwald, 10. August 1992 (Fotos 2-4: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
5: Deutschland, Bayern, Schneise im Isarauwald, 24. Juni 2005 (Foto: Heinrich Vogel), conf. Heiner Ziegler [Forum]
6: Deutschland, Baden-Württemberg, bei Gresgen, 15. Juli 2006 (Freilandfoto: Siegfried Rudolf), conf. Jürgen Hensle [Forum]
7-8, ♀ (ex-larva-Zucht): Funddaten siehe Raupenfotos 4-6, 10. Juni 2007 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner
9, ♂: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 640 msm (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
10, ♀: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 640 msm (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
11: Schweiz, St. Gallen, Sennwald, Feuchtwiese, 6. Juni 2007 (Foto: Heiner Ziegler), det. Jens Philipp [Forum]
12: Deutschland, Bayern, Oberfranken, 96486 Lautertal, Lauterberg, ca. 400 msm, 20. Juni 2009 (Freilandfoto: Wolfgang Hoffmann), det. Wolfgang Hoffmann, conf. Erwin Rennwald [Forum]


f. cleodoxa

1-2, ♂ f. cleodoxa: Griechenland, Messenien (Südpeloponnes), Saidona, 400 msm, 11. Juni 2008 (Freilandfotos: Heiner Ziegler), det. Egbert Friedrich [Forum]


Kopula

1-2: Schweiz, Kanton Schaffhausen, auf dem Reiat, Büttenhardt, Freudental, Kalk-Halbtrockenrasen, 630 msm, 11. Juni 2007 (Freilandfotos: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter


Raupe

1: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Oberschleißheim, 14. Juni 1998 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Schorndorf, 2004 (Foto: Michael Rommel), det. Michael Rommel
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Ostalb, 30. Mai 2006 (Foto: Luitgard Fähnle), det. Thomas Kissling, Bernhard Jost & Jürgen Hensle [Forum]
4-6: Deutschland, Bayern, Lechauen bei Langweid, 20. Mai 2007 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
7: Deutschland, Bayern, Altmühltal, Mörnsheim, 500 msm, 4. Juni 2010 (Foto: Jochen Kostewitz), det. Jochen Kostewitz, conf. Erwin Rennwald [Forum]
8: Daten siehe Habitatbilder 1-3, 20. Mai 2008 (Freilandfoto: Gabriel Hermann), det. Gabriel Hermann [Forum]
9, halberw. Raupe (ex-ovo-Zucht), leg. ♀, Juli 2008: Deutschland, Bayern, Penzberg, 24. April 2009 (Studiofoto: Mario Peluso), cult. & det. Mario Peluso [Forum]


Puppe

1-3, (ex-larva-Zucht): Funddaten siehe Raupenfotos 4-6, 25. Mai 2007 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Schorndorf, 2004 (Foto: Michael Rommel), cult. & det. Michael Rommel


Ei

1: leg. (♀), Deutschland, Bayern, Penzberg, 30. Juli 2006 (Studiofoto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]



Diagnose

Falter

A. adippe ist A. niobe sehr ähnlich. Das Männchen von A. adippe unterscheidet sich vom A. niobe-Männchen durch seine deutlich verdickten Duftschuppenstreifen entlang der Hauptadern der Vorderflügeloberseite. Beim A. niobe-Weibchen hingegen, ist die Spitze des Vorderflügels stets mehr oder weniger stark aufgehellt, ein Merkmal, das dem A. adippe-Weibchen immer fehlt. Schließlich ist auch die Hinterflügel-Unterseite beider Arten etwas unterschiedlich gezeichnet. Beide Arten können in einer Variante mit und einer ohne Perlmuttflecken auftreten. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist hier ein kleiner heller, manchmal schwarz gekernter Fleck an der Flügelbasis, der A. niobe auszeichnet, A. adippe aber immer fehlt.
Auch andere verwandte Arten, wie A. paphia, A. pandora oder A. aglaja ähneln A. adippe. Bei näherer Betrachtung, speziell der Hinterflügel-Unterseite, lassen diese sich aber sofort zweifelsfrei unterscheiden.


Unterscheidungsmerkmale in der Gattung Argynnis

Oberseite ♂Oberseite ♀UnterseiteUnterscheidungsmerkmale
A. paphiaOberseite
1 - bei ♂ 4 Duftschuppenstreifen auf M3, Cu1, Cu2 und A
2 - relativ große Postdiskalflecken
3 - bei ♀ Diskalflecken getrennt
4 - i.d.R. ohne Schimmer (außer bei f. valesina)


Unterseite
5 - Vorderflügel bräunlich
6 - durchgehender, meist deutlicher Silberstreifen
A. pandoraOberseite
1 - bei ♂ 2 Duftschuppenstreifen auf Cu1 und Cu2
2 - relativ kleine Postdiskalflecken
3 - bei ♀ Diskalflecken meist verbunden
4 - grünlicher Schimmer


Unterseite
5 - Vorderflügel orangerot, kardinalrot
6 - Silberstreifen oft nur schwach ausgeprägt, manchmal unterbrochen
A. aglajaOberseite
1 - bei ♂ meist 2-3 undeutliche Duftschuppenstreifen, manchmal auf Cu2 und A verstärkt
2 - bei ♀ Apex meist aufgehellt
3 - bei ♀ vereinzelt blaugrüne Bestäubung


Unterseite
4 - postdiskale Fleckenreihe fehlt
5 - grüne Bestäubung
A. adippeOberseite
1 - bei ♂ 2 deutliche Duftschuppenstreifen auf Cu1 und Cu2
2 - bei ♀ Apex nicht aufgehellt
3 - ♀ nie mit blaugrüner Bestäubung


Unterseite
4 - weiße, braungerandete Postdiskalflecken
5 - ohne weißen, schwarzgekernten Fleck an Basis der Hinterflügel
6 - Marginallinie undeutlich
7 - bei ♀ 3 Perlmuttflecken im Apikalbereich
A. niobeOberseite
1 - bei ♂ fehlende oder 2 undeutliche Duftschuppenstreifen auf Cu1 und Cu2
2 - bei ♀ Apex meist aufgehellt
3 - bei ♀ oft blaugrüne Bestäubung


Unterseite
4 - weiße, braungerandete Postdiskalflecken
5 - weißer, oft schwarzgekernter Fleck an Basis der Hinterflügel
6 - deutliche Marginallinie
A. laodiceOberseite
1 - bei ♂ 2 Duftschuppenstreifen auf Cu2 und A
2 - Diskalflecken rund/oval
3 - bei ♀ meist kleiner weißer Fleck in Gabelung von R4 und R5


Unterseite
4 - braunrote bis violette Grundfärbung im Außenbereich der Hinterflügel
5 - grünliche bis gelbliche Grundfarbe im Innenbereich der Hinterflügel

Farbtafeln und Text: Jens Philipp


Ähnliche Arten:



Biologie

Verbreitung

A. adippe fliegt von Marokko und Portugal durch die Waldgebiete Europas, Nord- und Zentralasiens bis Japan. In Europa fehlt er nur im Nordwesten, in einem breiten Streifen von Irland und England bis Lappland und Nordrussland, kommt jedoch auch noch in Wales vor. Ebenso sucht man ihn auf den meisten Mittelmeerinseln, von Sizilien einmal abgesehen, vergebens.


Habitat

1-3: Deutschland, Baden-Württemberg, Schönbuch & Glemswald, Altdorf, Schlagflur in Fichtenforst (Keuper) mit Viola riviniana, 20. Mai 2008 (Freilandfotos: Gabriel Hermann)

Diese, knapp einen viertel Hektar große Lichtung entstand im Winter 2006/2007 durch Borkenkäferbefall einiger Altfichten mit nachfolgendem Sturmwurf. Alle Stämme wurden mitsamt den kränkelnden, noch stehenden Fichten von der Forstverwaltung beseitigt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Bodenvegetation (noch) eher spärlich entwickelt und weist relativ große, gut bis mäßig besonnte Bestände des Veilchens Viola riviniana auf. Bei drei Flugzeitkontrollen im vergangenen Jahr wurden hier keine Falter von Argynnis adippe beobachtet. Sie flogen – zusammen mit Faltern von Argynnis paphia – über Brombeer-, Kratzdistel- und Wasserdost-Blüten auf älteren Lichtungen des Orkans Lothar und entlang breiter Forstwege in der näheren Umgebung. Nektar- und Larvalhabitat von Argynnis adippe sind im Schönbuch zumeist deutlich voneinander getrennt. Seit Einstellung der Kahlschlagnutzung im Zuge des sog. „Naturnahen Waldbaus“ sind die Bestände von Argynnis adippe in diesem Naturraum erheblich gefährdet. Als Folge des Orkans Lothar konnten sie sich seit 1999 jedoch – vorübergehend – etwas erholen.
In diesem Teil der Lichtung stehen einige gut besonnte Viola riviniana-Pflanzen. (siehe Bild 2)
Bild 3 vermittelt einen strukturellen Eindruck des Larvalhabitats. Die Raupennahrungspflanze Viola riviniana ist eher versteckt in der unteren Bildmitte zu erkennen, noch versteckter die mit dem Kopf nach oben ruhende, halbwüchsige Argynnis adippe-Raupe.

Autor: Gabriel Hermann


Lebensraum und Lebensweise

A. adippe fliegt in ganz ähnlichen Lebensräumen wie A. aglaia. Also auf feuchten und trockenen Wiesen im Wald und in Waldnähe. Sie bevorzugt tiefere Lagen und steigt in Mitteleuropa kaum über 1600 msm. In den Bergen Südeuropas und Westasiens können die Falter aber gebietsweise bis auf 2200 msm vorkommen.
Der Falter fliegt je nach Höhenlage von Mitte Juni bis Anfang September, in tieferen Lagen Südeuropas auch schon Ende Mai.
Das Weibchen legt seine Eier nicht an die Nahrungspflanze, verschiedene Veilchenarten wie das Hunds-Veilchen (Viola canina), das Rauhhaarige Veilchen (Viola hirta), das Hain-Veilchen (Viola riviniana) oder das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata), sondern an dürre Grashalme und sonstiges trockenes pflanzliches Material in der Nähe der Veilchen. Denn bei dieser Art überwintert die Raupe fertig ausgebildet im Ei und schlüpft erst im nächsten Frühjahr. An den verwelkenden Veilchenblättern aber besteht die Gefahr, daß das Ei im Winter verfaulen würde.

Autor: Jürgen Hensle



Weitere Informationen

Synonyme


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
07205 Argynnis adippe (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775) - Feuriger Perlmuttfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juni 16, 2010 21:38 von Heinrich Vogel
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