Polyommatus coridon
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Von Afterbüschen und Eilegeröhren - Faltermännchen und -weibchen
Antwort auf: Na schön... ()

Hallo allerseits,

Der Falter ist meiner Einschätzung nach eine sichere Caradrina clavipalpis. Die Grundfarbe ist beige/gelblichbraun, was gegen C. selini spricht, und auch die rote Fleckenreihe innen an der Wellenlinie ist gut ausgebildet, was man in dieser Intensität häufiger bei clavipalpis als bei selini findet. Vor allem, wie schon gesagt, ist C. selini kein Haus-, Stall- oder Scheunenbewohner. Dort, wo sie vorkommt, kann sie während der Flugzeit schon mal in ein Haus fliegen, aber sie entwickelt sich nicht über Winter in Wohnungen. Das tut dagegen C. clavipalpis regelmäßig.

Daß ein Teil der Flügel so unschön reflektiert, liegt wie üblich an der unidirektionalen Lichtquelle (eingebauter Kamerablitz?). Diese Reflektionen kommen bei vielen Spannern und Eulen vor; man kann sie nur durch die Verwendung von zwei oder mehreren Lichtquellen (oder Ringblitz oder diffusem Licht) ausschalten.

Dein Falter ist ein Weibchen. Auch die Eulenweibchen haben (unterschiedlich starke) Behaarung am Hinterleibsende; allerdings meist mehr seitlich-unten und nur die beiden Ovipositorhälften bedeckend. Das Hinterleibsende ist verjüngt und läuft mehr oder weniger spitz in den Ovipositor (Eilegeröhre) aus. Die Männchen dagegen haben einen von oben gesehen viel breiteren, hinten gerade abgestutzten Haarbüschel. Man sieht das oft auch bei präparierten Tieren noch ganz gut, etwa hier bei Caradrina morpheus, obwohl die Abdomina da schon deutlich eingeschrumpft sind (oben Männchen, unten Weibchen):
http://www.funet.fi/pub/sci/bio/life/insecta/lepidoptera/ditrysia/noctuoidea/noctuidae/hadeninae/caradrina/morpheus.jpg

Nicht immer sind die Unterschiede so deutlich wie etwa hier bei Apamea-Arten (oben Männchen, unten Weibchen):
http://www.funet.fi/pub/sci/bio/life/insecta/lepidoptera/ditrysia/noctuoidea/noctuidae/hadeninae/apamea/furva.jpg

Manchmal schauen die Valven (das sind die Greifzangen, mit denen sich die Männchen während der Paarung am Weibchen festhalten) auch schon ein wenig aus dem Hinterleib heraus, so wie hier (oben Männchen, unten Weibchen):
http://www.funet.fi/pub/sci/bio/life/insecta/lepidoptera/ditrysia/noctuoidea/noctuidae/hadeninae/apamea/monoglypha.jpg

Für viele (aber nicht für alle!) Eulen gilt also ganz grob:
Männchen: Hinterleib ungefähr gleichbleibend breit. Haarbusch am Hinterende ebenso breit und hinten meist m.o.w. gerade abgestutzt. Darunter lassen sich manchmal schon die Valven (häufig selber behaart) erkennen.
Weibchen: Hinterleib nach hinten verjüngt bzw. in der Mitte verdickt. Haarbusch kleiner und nicht über die ganze Breite des Hinterleibs reichend. Darunter läßt sich oft die paarige Spitze des Ovipositors (Eilegeröhre, unbehaart) erkennen.

Hier wird es schon schwierig (oben Männchen, unten Weibchen):
http://www.funet.fi/pub/sci/bio/life/insecta/lepidoptera/ditrysia/noctuoidea/noctuidae/catocalinae/euclidia/mi.jpg
Bei vielen quadrifinen Eulen oder bei manchen Angehörigen der Unterfamilie Noctuinae läßt sich erst bei Betäubung und kurzem Druck auf den Hinterleib mit einer Flachpinzette erkennen, ob da Valven oder ein Ovipositor drin sind.

Schöne Grüße
Axel

Photos used as examples are from Markku Savela's Lepidoptera website. Keep up the good work, Markku.

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