Polyommatus coridon
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Re: Mazeration
Antwort auf: Re: Mazeration ()

Hallo Ruedi,

> Wie machst du das genau? Werden die
> Präparate in Eisessig eingelegt? Wie lange?
> Oder werden sie darin nur gespült? Welche
> Konzentration hat der verwendete Eisessig? -
> Bisher habe ich bei der Genitalpräparation
> keinen Eisessig eingesetzt, sondern die
> Präparate nach der Mazeration bloss gut
> gewässert, um sie anschliessend in die
> Alkoholreihe zu geben und zuletzt
> einzufärben (falls überhaupt nötig).

Nach dem Packungsaufdruck ist es Eisessig 99%.
Da ich das irgendwann geerbt habe und das Gebinde bei mir auch schon ein paar Jahre rumsteht, kann ich die wahre Konzentration nicht angeben.
Der Eisessig wirkt nur sehr kurz; aus der Petrischale mit Wasser fische ich die Teile heraus und lege sie auf einem Objektträger ab (aufeinander, durcheinander). Dann wird mit einem Pinsel Eisessig hinzugegeben, das Wasser "zieht" sich zurück, Dauer 1 bis 5 Minuten. Eisessig hellt etwas auf, stark sklerotisierte Teile können etwas länger "vertragen", gleiches gilt für Spermatophoren (s.u.).
Da ich an der Schmalseite des Objektträgers gearbeitet habe, ist es einfach, die Objekte wieder in die Petrischale zurück zu befördern. Die Objekte "tanzen" auf der Wasseroberfläche (Konzentrationsausgleich) und es bilden sich auch kleine Luftblasen, die sich leicht abstreifen lassen.
Danach geht es mit dem Säubern weiter: Allgemein lösen sich Verschmutzungen sehr leicht ab, wer aus Versehen mit kalkhaltigem Wasser arbeitet, die ganze Ca-Verschmutzung ist weg.
Häutige Strukturen (Ovarien, Darm usw) sind besser greifbar, sie wirken "koagguliert" - schwer zu beschreiben - die häutigen Strukturen der Genitalien sind davon nicht betroffen.
Spermatophoren lösen sich auf, sie zerfallen in kleine Bruchstücke. Diese können dann herausgedrückt werden. Von Vorteil ist dies bei einigen Olethreutinen, hier ist die Bursa copulatrix oft kugelrund gefüllt, das passt nicht unter das Deckglas. Mit Eisessig ist ein kleiner Schlitz ausreichend, der vorher angebracht wurde. Die Form bleibt erhalten, ansonsten muss man oft weit aufreißen, um die Spermatophoren heraus zu bekommen.
Wenn dann alles schön sauber ist, kommt das "Fixieren". Dabei arbeite ich mit größeren und kleineren Deckglassplittern, die wiederum auf einem Objektträger liegen. Auf einen größeren Splitter kommen die Genitalien in einem Tropfen Wasser, sie werden ausgebreitet, wenn man Wasser absaugt, bewirken die Adhäsionskräfte, dass sie auch so liegen bleiben. Dann lasse ich den zweiten, kleineren Splitter darauffallen. Wenn es nicht gelungen ist, manche Parornix-Weibchen u.a. kippen seitlich weg, gehe es zurück ins Wasser und dann wieder von Vorne los, weil alles noch weich ist.
Wenn es gelungen ist, kippe ich das kleine Sandwich in eine Petrischale mit 70% Alkohol (Fuchsin oder Chlorazol-Black fakultativ). Hier härten sich die Strukturen in sehr kurzer Zeit, bevor die Glassplitter auseinanderschwimmen, die Objekte haben dann die gewünschte dorsoventrale oder aufgeklappte Lage. Anschließend kurz 90% Alkohol und dann Euparal-Essenz, von da aus dann ins Euparal auf dem Objektträger. Letzte Verschmutzungen, z.B. hartnäckige Schuppen, lassen sich im Alkohol und Euparal-Essenz sehr gut entfernen.

> Entschuldige, dass ich dies so detailgenau
> wissen möchte. Aber ich vermute, dass ich da
> gerade für die kleinsten Mikros noch etwas
> dazulernen kann, obwohl ich auch breits ein
> "paar viele" Präparate gekocht
> habe.

Nichts zu entschuldigen, ich habe das auch gelernt, weil ich mal auf der Bocca di Navene die Ohren gespitzt habe...

Beste Grüße
Helmut

Beiträge zu diesem Thema

Elachista cf. dispunctella? *Bild*
Re: Elachista cf. dispunctella: Genitalpräparat (leicht misslungen) *kein Text* *Bild*
Re: Elachista cf. dispunctella: Genitalpräparat: der vergessene Text
Re: Elachista pollutella
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Re: Mazeration
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