Polyommatus coridon
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Re: Ecpyrrhorrhoe rubiginalis
Antwort auf: Ecpyrrhorrhoe rubiginalis ()

Fabians Tier war sicher etwas anderes (Oncocera semirubella?). Ich bin aber auch mit der Antwort von Christian nicht ganz einverstanden, deshalb nochmals:

Bayern: Pröse (1993) stuft die Art (mit Bezugsjahr 1992) für Bayern in die Kategorie "4R" ein, bei der Regionalisierung in Nord- und Südbayern jeweils in dieselbe Kategorie. "4R" ist eine äußerst unglücklich benannte Kategorie, die auf Vorgaben des Bayerischen Landesamtes beruhte. Sie bedeutet: "potentiell gefährdet durch Rückgang", was weitgehend der Kategorie "Art der Vorwarnliste" in den neueren Roten Listen Deutschlands entspricht. Konkret heißt das, die Art wird noch nicht als "gefährdet" eingestuft, ist aber in deutlichem Rückgang begriffen und könnte daher mit der Neufassung der Roten Liste in die "richtigen" Kategorien gelangen müssen. Pröses Datenbasis war nicht optimal - aber doch sehr viel besser als in anderen Bundesländern.

Baden-Württemberg: Auch wenn sie mehrfach mit neuerem Datum versehen immer wieder aufgelegt wurde beruht diese Rote Liste auf Roesler & Speidel (1979), ist also ein Vierteljahrhundert alt. Beide Autoren sind/waren excellente Taxonomen der Pyraliden - nur Freilandkenntnisse zu Baden-Württemberg fehlten fast ganz. So fehlen in dieser Liste etliche tatsächlich hochgradig gefährdete Zünsler, andere wurden ganz krass fehleingeschätzt (es gibt völlig ungefährdete Arten, die als "vom Aussterben bedroht" in der Liste stecken!). In den letzten Jahrzehnten blieben die Mikros Baden-Württembergs - sieht man von einzelnen Lokalsammlern ab - praktisch unbearbeitet.
Leider liegen mir selbst keine konkreten Daten vor, da ich die Tiere früher für dunkle Anania verbascalis hielt. So kann ich hier nur mitteilen, dass die Art in BW nach wie vor vorkommt, aber wohl doch nur recht selten und lokal auftritt (Bindung an Heilziest?).

Brandenburg: Gaedicke et al. (1992) stufen die Art für Brandenburg als "stark gefährdet" ein. Die Einstufungen dieser Liste sind im allgemeinen nachvollziehbar und beruhen auf dem Wissen nahezu aller Regionalbearbeiter - eine flächendeckende Kartierung steht aber noch aus.

Westfalen: Die Arbeitsgemeinschaft ostwestfälisch-lippischer Entomologen gab 1994 ein "Verzeichnis der Schmetterlinge Ostwestfalen-Lippes mit aktuellen Angaben zu ihrer Gefährdung (Rote Liste ...)" heraus. E.rubiginalis wird dort für das Weserbergland in Kategorie "1" (vom Aussterben bedroht) eingestuft, in der Westfälischen Bucht fehlte die Art von jeher. Die Datenbasis für diese Rote Liste war auch in bezug auf die Pyralidae einigermaßen brauchbar.

In anderen Roten Listen Mitteleuropas (Zusammenstellung bei Köppel, Rennwald, Hirneisen 1998) wird die Art nicht erwähnt - was allerdings ganz einfach damit zusammenhängt, dass die Zünsler meist überhaupt nicht berücksichtigt werden. So bearbeitetet Habeler (1981) für die Steiermark - wo E.rubiginalis definitiv vorkomt - in seiner Roten Liste nur die Crambinae. Die einzigen Roten Listen, wo die Art definitiv fehlt sind, sind diejenigen aus West-Berin von Gerstberger (1982), Gerstberger & Stiesy (1983, 1987) bzw. Gerstberger et al. (1991).

Eine deutschlandweite Rote Liste der Zünsler fehlt bislang ebenso wie eine entsprechende Liste für die Schweiz oder Österreich.

Es lohnt sich sicher, diese Art weiter zu studieren. Außer der Registrierung von Fundorten geht es auch um das Studium der Biotopbindung (also z.B. die Frage: welche relative Bedeutung haben Heilziest, Schwarznessel, Gewöhnlicher Hohlzahn (und weitere Lippenblütler?)).

Erwin Rennwald

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Ecpyrrhorrhoe rubiginalis
Re: Ecpyrrhorrhoe rubiginalis
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Re: Ecpyrrhorrhoe rubiginalis *Bild*
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Oncocera semirubella
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