Polyommatus coridon
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Re: Chaos Thymelicorum ;)
Antwort auf: Chaos Thymelicorum ;) ()

Hallo Wolfgang,

Erstens (und diese Bitte gilt für alle hier): wir haben das lepiforum ausdrücklich für Anfragen die beim Tagfalter-Deutschland-Monitoring entstehen geöffnet. Seid also bitte nicht zu ungeduldig mit den Noch-Nicht-Profis, auch nicht, wenn sie etwas fragen, was hier schon zehnmal geklärt wurde. Zur Qualitätssicherung des Monitorings ist grundsätzlich keine Frage zuviel.

ansonsten: ich habe den Eindruck, Du hockst wohl doch etwas zu oft im Museum statt draußen.

> wenn man sich die drei
> Thymelicus-Arten einmal
> nebeneinander anschaut
> (und dazu bedarf es nicht unbedingt der
> genadelten und gespannten Exemplare im
> Kasten, obwohl das immer noch den
> realistischsten Eindruck vermittelt platsch
> , dazu reichen auch Bücher aus, die, im
> Gegensatz zum Koch, die Falter alle in
> beiden Geschlechtern und eben auch von der
> Unterseite abbilden!

Ja. Aber das geht eben nacheinander. Erst das Buch, dann die Falter draußen. Und da tauchen erst Thymelicus sylvestris auf, wenige Tage danach T. lineola und T. acteon bleibt meistens aus oder wird - weil später als die anderen Arten erscheinend und eh etwas "schmutzig" - also wie abgeflogene Falter der beiden anderen Arten wirkend, ganz übersehen.

> Beispiel das nette
> aktuelle Büchlein für 15 Euro

14,90 €

> vom Ulmer-Verlag anläßlich der gerade
> angelaufenen Tagfalter-Monitoring-Kampagne
> 2005, das sich sicher auch der
> Digibildersammler leisten kann!) und dabei
> die prima Unterschiede zwischen
> acteon und den anderen beiden in
> beiden Geschlechtern und auf Ober- wie
> Unterseite feststellt (was für den Anfänger
> am besten nur im direkten Vergleich
> klappt!), dann kommt keiner mehr auf die
> Schnapsidee, ausgerechnet zur Identifikation
> von acteon die
> Fühlerkolbenspitzenunterseiten (FKSU)
> anzuschauen ...

T. acteon und T. lineola können in abgeflogenem Zustand schon ziemlich ähnlich aussehen. Da ist mir das Fühlerkolben-Merkmal ein einfaches, schnelles und zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal (natürlich nicht das einzige). Von wegen "Schnapsidee" (ich bin Abstinenzler) !

> Dieses furchtbare Merkmal
> ist auf über 80% der Freilandfotos gar nicht
> wirklich erkennbar, und selbst wenn man den
> lebenden Falter hektisch zappelnd im Netz
> hat,

ich versuche, nicht mehr hektisch zu zappeln, wenn ich den Falter im netz habe ...

> heißt es noch lange nicht, daß man den
> Unterschied zwischen einem
> Achtelquadratmillimeter Schwarz
> beziehungsweise Orange bis Dunkelbraun
> zuverlässig erkennen kann, noch dazu bei
> abgeflogenen Stücken.

ja, es gibt bei abgeflogenen Tieren Problemfälle, aber das sind die Ausnahmen. Ich habe in letzter Zeit einige Einsteiger betreut und in ihrem Transekt einen Thymelicus gefangen. Mit einer mündlichen Erläuterung meinerseits und dem Settele-Buch in der Hand wurden T. lineola und T. sylvestris allesamt (!) richtig angesprochen. T. acteon hatte ich noch nicht.

> Man sollte deshalb vielleicht doch eher die
> Kirche im Dorf lassen und
> Genitaluntersuchungen oder
> Fühlerkolbenspitzenunterseitenmorphologiestudien
> auf die Fälle begrenzen, wo sie wirklich
> hilfreich oder sogar notwendig sind ... :D

Der Aufwand für die Fühlerkolbenspitzenunterseiten-Kontrolle liegt - ganz im Gegensatz zur klassischen Genitaluntersuchung - im Sekundenbereich oder darunter. Solange braucht es auch für die Betrachtung jedes anderen äußeren Merkmals. Dort wo dieses Merkmal brauchbar ist - z.B. zur Differenzierung der Thymelicus-Arten - sollte man es auch benutzen.

> Oder habt Ihr Lust, mal ein Buch über
> „Fühlerkolbenspitzenunterseitenmorphologiestudien
> bei europäischen Hesperiiden“ zu schreiben

bis jetzt nicht

> ...? Wäre möglicherweise auch ein sinnvolles
> Unterfangen ... ;)

vielleicht kämen wir dann sogar bei Pyrgus weiter ...

> Frische Stücke von acteon sind in
> beiden Geschlechtern auf der Oberseite nie
> kräftig orangebraun; bei den MM sind die OS
> dunkel olivbraun (wirken meist irgendwie
> „schmutzig“ und trüb) mit nur angedeuteter
> Zeichnung, bei den WW ähnlich, aber mit
> deutlicher Fleckenzeichnung, die schon ein
> wenig an die anderen Arten Ochlodes
> faunus = sylvanus
beziehungsweise (aber
> später fliegend) Hesperia comma
> erinnert. (Man braucht also keine WW für die
> OS-Determination von acteon, das geht
> bei den [frischen] MM in der Regel
> genausogut!) Dagegen sind die beiden anderen
> Thymelicus-Arten (bis auf den
> Außenrand, die distalen Flügeladerenden und
> den Androkonienfleck, die natürlich dunkler
> bis schwarz sind) einfarbig grelleuchtend
> orangebraun — eine ganz andere, viel buntere
> Grundfarbe! Erst bei alten, abgeflogenen
> Stücken verblassen diese Unterschiede etwas,

richtig. Aber stell Dir vor, von O. sylvanus oder T. acteon hätte einer schwarze, der andere orangene Fühlerkolben - dann wäre das ein willkommenes Unterscheidungsmerkmal (leider sehen die beiden hier ziemlich gleich aus).

> und bei uralten Wracks kann es tatsächlich
> echte Probleme geben. Auch sogar auf den
> Unterseiten gibt es Unterschiede, die
> allerdings weniger verläßlich sind und
> schneller durch Abschuppen verwischt werden:
> acteon hat fast kein Grau auf der
> Hfl-US, während die beiden anderen doch in
> der Regel deutlicher grau übergossene Hfl-US
> aufweisen, sylvestris in der Regel
> deutlicher, bei lineola oft nur
> angedeutet.

Ja.

> Ich pflichte Fabian bei, daß der abgebildete
> Falter **höchstwahrscheinlich**
> lineola ist — sicherlich aber nicht
> acteon —,

Zustimmung.

> weil der sichtbare Teil der
> Vfl-OS orange ist (damit scheidet
> acteon aus) und nicht oliv

Ja.

> und die
> erahnbare FKSU eher schwarz zu sein scheint
> (damit kein sylvestris); der erste
> Ausschluß bedarf dabei eindeutig keiner
> FKSU!

Stimmt, schaden kann sie aber auch nicht ! Macht das Ganze doch nur sicherer.

> Ach ja, Thema Flugzeit: Richtig, wenn man
> einen isolierten Kalktrockenrasen (oder
> einen ähnlich extrem warmen Biotop — und nur
> dort kommt acteon überhaupt vor!)
> betrachtet, dann fliegen dort
> sylvestris/lineola schon ab Ende
> Mai/Anfang Juni,

Ende Mai fliegt O. sylvanus - aber kein Thymelicus. Die Thymelicus-Arten ercheinen in allen Biotopen fast zeitgleich, nur wenig gegeneinander versetzt, mit wenigen Ausreißern, zwischen 15. und 25. Juni. Da gibt es eben keinen 3-Wochen-Unterschied wie bei anderen Gattungen. Und T. acteon erscheint in der Masse erst weit im Juli.

> Das Leben ist halt oft etwas komplizierter,
> als man auf den ersten Blick erwartet. ;)

Und das ist auch gut so ! Langeweile wäre die Alternative.

> Nichts für ungut, ich habe es nicht böse
> gemeint!

Das weiß ich, und für mich gilt natürlich gleiches.

Liebe Grüße

Erwin Rennwald

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