Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Bombenjahr für Pieris brassicae und andere Arten

Es wundert es mich, dass bislang niemand im Lepiforum auf das aussergewöhnlich häufige Auftreten des Großen Weißlings in Mitteleuropa hinweist. Oder handelt es sich dabei nur um ein Phänomen, welches 2018 nur in Mittel-/Nordhessen, Südniedersachsen und West-Thüringen auftritt? (nach eigenen Beobachtungen).

Abgesehen von den Wäldern ist hier bei mir (s.o.) P. brassicae die absolut dominierende Weißlingsart und macht oft 80-95% der Pierinae-Population aus. Ich erinnere mich noch gut daran, dass über die letzten 20-30 Jahre die Art oft mehrere Jahre in Folge nur äußerst spärlich auftrat, so dass man sich schon ernsthafte Sorgen machen musste.

Heute beobachtete ich auf einer 250 x 70 m großen Rotklee-Gras-Einsaat geschätzte 600 P. brassicae-Falter. P. rapae kam dagegen nur spärlich vor, P. napi nur sehr selten und P. mannii gar nicht (mein Garten mit Iberis ist nur 200 m entfernt). Der Rotklee-Gras-Acker liegt inmitten einer Intensiv-Ackerlandschaft (Löss-Parabraunerde), wo P. brassicae sich normalerweise an Wildem Meerrettich an Ackerrandstreifen und Wegrändern entwickelt. Kohlgemüse wird nirgends kommerziell angebaut, private Gemüsegärten geraten aus der Mode und sind an an einer Hand abzuzählen.

Auffällig ist in meiner Gegend auch die relative Seltenheit von Pieris rapae in diesem Jahr (zumindest bis jetzt).

Genauso verwundert mich, dass aus meiner Gegend niemand das weitgehend völlige Ausfallen von Imaginalüberwinterern im Frühjahr thematisiert hat. Da ich im März und April in Nordafrika war habe ich den Kälteinbruch nicht selbst mitbekommen. Allerdings zeigten meine Transektbegehungen im Hohen Westerwald und im Kellerwald, dass im April nahezu keine Imaginalüberwinterer anzutreffen waren. Üblicherweise wimmelt es dort in dieser Zeit nur so von Gonepteryx rhamni und Aglais io, dieses Jahr fand ich gar keine überwinternden Zitronenfalter (bei einigen Stichproben auch keine Eier oder Raupen). Ähnliches gilt auch für A. urticae und P. c-album. Letztere Art kam 2017 im Kellerwald außergewöhnlich zahlreich vor, dieses Jahr sieht man hier und da einmal wenige Singles.

Zu den Gewinnern des Winterwetters 2017/18 (so interpretiere ich das) zählen heuer erfreulicherweise Arten wie Papilio machaon (sehr weit verbreitet und in Anzahl), Erebia medusa (an fast allen Vorkommensorten ungewöhnlich individuenreiche Bestände, alle iregendwie geeigneten Nischen besetzend) und selbst auch Lycaena virgaureae (Waldwege und -wiesen im Mittelgebirge).

Die Bestände der Tagfalter im Westteil meines Arbeitsgebiets (Westerwald s.l.) erscheinen dieses Jahr ganz auffällig individuenschwächer als diejenigen des ganz offenbar kontinentaleren Ostteils (dort Lee-Lage hinter Rothaargebirge, Hohem Meißner & Co.). Das trifft z.B. ganz auffällig auf E. medusa zu.

Bevor ich aber unzulässige Spekulationen betreibe, will ich schließen. Wer Fragen dazu (oder zu speziellen Arten) hat, kann sie gerne stellen.

In welchem Umfang G. rhamni aktuell im Westerwald fliegt (wo ich im April so gut wie keine Falter und Präimaginalstadien sah), sehe ich erst die nächsten Tage. Ich komme dort nicht ständig hin.

viele Grüße: Hermann

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