Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Coleophora ibipennella - Jugendsäcke im Herbst *Foto*

Hallo liebes Forum,

einladend wirkt dieser herbstvergoldete Waldrand, nicht?


Deutschland, Niedersachsen, Hannover, Stadteil Bult, 60 m, Gelände der Alten Bult (ehemalige Pferderennbahn) am Rand der Eilenriede, 19. Oktober 2017 (Foto: Tina Schulz)

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Solche Biotope sind hier sehr selten geworden. Der gewöhnliche Anblick ist der, dass bis direkt an den Waldrand gepflügt oder gemäht wird.
Meist wird auch dem Jungaufwuchs keine wirkliche Chance gelassen. Strukturierter Waldrand mit sanfter, gestufter Übergangszone? Fehlanzeige.

Hier befinden wir uns aber nicht im hiesigen landwirtschaftlichen Hochleistungsgebiet, sondern in der Stadt Hannover.
Der Blick fällt von der Alten Bult - ehemals eine Pferderennbahn - auf die Eilenriede, den Stadtwald (es soll übrigens Europas größter Stadtwald innerhalb einer Großstadt sein).

An diesen halbhohen Eichen wurde ich im vergangenen Oktober fündig:

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Ein schwarzseidener Coleophoriden-Jungraupensack!

(Die hellen Jugendsäcke von Coleophora lutipennella/flavipennella waren auch zu finden, sogar in der Überzahl, aber jene interessierten mich an diesem Tag nicht.)

So ein Sack aus dunkler Seide war eine Premiere für mich - der musste ausgezüchtet werden!

Vier weitere Exemplare konnte ich an diesem Morgen eintragen. Alle waren zwischen 2,5 - knapp 3 mm lang.
Die Raupen fraßen winzige Fensterchen in die Blattunterseite, richtige Blattminen waren das nicht.

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Die Säcke wiesen leicht unterschiedliche Krümmungen und damit auch Öffnungswinkel auf. In diesem frühen Stadium ist das aber, denke ich, normal.
Optisch erinnerten sie mich an Miesmuscheln (schwarzer Glanz mit Wachstumsringen!), die mit Kot verkleidet wurden. :D

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Das zweite Exemplar.

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Die dritte Raupe.

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Der vierte Sack.

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Und der fünfte.


Deutschland, Niedersachsen, Hannover, Stadteil Bult, 60 m, Gelände der Alten Bult (ehemalige Pferderennbahn) am Rand der Eilenriede, an Eiche (Quercus spec.), 19. Oktober 2017 (Freilandfotos: Tina Schulz)

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Nachdem die Raupen die Nahrungsaufnahme beendeten - was keine Woche später der Fall war - suchten sie sich zwischen Astgabeln ein ruhiges Plätzchen für den Winter.
Diese kritische Phase überlebten in meiner Zucht leider nur drei von fünf Raupen.
Und von diesen drei Raupen ging im Frühling nur eine gut ans Futter, die anderen liefen zwar kurz auf der angebotenen Eiche herum, rührten sich aber bald nicht mehr.

Ich hatte aber vorgesorgt: aus Neugier ging ich im Frühling am Fundort erneut auf die Suche... (Fortsetzung folgt)

Beiträge zu diesem Thema

Coleophora ibipennella - Jugendsäcke im Herbst *Foto* Bestimmungshilfe
Coleophora ibipennella - nach dem Winter *Foto* Bestimmungshilfe
"Beifang": Coleophora kuehnella *Foto* Bestimmungshilfe