Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Ein Beispiel: Gnophos serotinaria [sic]

Hallo Jürgen und andere Interessierte,

ich habe nun mal als Test im Lepindex ( http://www.nhm.ac.uk/our-science/data/lepindex/search/indexadv.dsml ) nach der Art gesucht ( http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Elophos_Serotinaria ), weil mir dieser Nachweis sehr unwahrscheinlich vorkommt. Schreiner (1854) führt in seiner Liste auf: "G n o p h o s ....... Serotinaria, immer nur einzeln". G. dilucidaria taucht nicht auf.
Die Suche danach im LepIndex blieb leider erfolglos. Aber die weitere Recherche war interessant.

Die Website "Lepidoptera and some other life forms" von Markku Savela liefert keinen Hinweis auf Synonyme.
Die Recherche bei Ochsenheimer-Treitschke nennt eine Gnophos serotinaria (Band 6/1, Seite 171). Dort steht zur Verbreitung: "in unserer Gegend [Wien, Österreich? - der Autor], in Ungarn und Steyermark".
Hier müsste Schreiner eigentlich über seine Nachweise gestutzt haben. Ich vermute, er hat das Werk nicht selbst besessen bzw. hat nicht Einsicht genommen bzw. nehmen können. (Was hat denn Martini dazu gesagt?)

In Professor Ernst Hofmanns Werk über die Gross-Schmetterlinge Europas wird Gnophos serotinaria Hb. für die Alpen und den Ural aufgeführt. Gleichzeitig liefert er einen Hinweis über eine mögliche Verwechslung: "Der Dilucidaria sehr ähnlich"!

Die Nachsuche bei Bergmann ("Die Großschmetterlinge Mitteldeutschlands"), ergab nun, dass er (Bergmann) serotinaria nicht im Index hat. Nach seiner Meinung war die Art also kein Bestandteil der mitteldeutschen Fauna. Eine Auffassung, die ich teile. Schaut man aber bei dilucidaria, so führt er z.B. Nachweise aus dem Jenaer Forst an (Band 5/2, Seite 949), aber nicht von Weimar. Für ihn wird also der Vermerk von Gnophos serotinaria bei Schreiner nicht aufzuklären gewesen sein. Ich halte es aber durchaus für möglich, wenn E. dilucidaria im Jenaer Forst nachgewiesen worden ist, dass diese Art auch auf dem 20 km entfernten und 200 m höher gelegenem Ettersberg vorgekommen ist und Schreiner sie mit Elophos dilucidaria verwechselt hat. Es bleibt allerdings bei einer Vermutung, falls nicht in irgendeinem Museum noch alte Belege von z.B. Elophos dilucidaria von Weimar auftauchen. Ich selbst konnte Elophos dilucidaria hier nicht nachweisen, obwohl ich schon in den höchsten und kühlsten Ecken des Ettersberges im Juli Lichtfallen hängen hatte.

Und so wird wohl diese Angabe in Dunkel der Geschichte versinken.

Vielleicht könnte man noch in Speyers Verzeichnis schauen. Schreiners Arbeit sollte wohl eine Zuarbeit dafür sein.
Gesagt, schnell getan: Speyer führt die Geometriden nicht auf. ("Die geographische Verbreitung der Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz")

Viele Grüße und einen schönen Abend noch,

Hartmuth

Schreiner (1854?) "Fortsetzung der Uebersicht derjenigen Schmetterlinge, die bis jetzt in der Umgegend von Weimar aufgefunden worden sind." in "Bericht des lepidopterologischen Tauschvereines über das Jahr 1854", Hofrath Martini, Seite 136ff

PS: Man möge es mir nachsehen, dass ich nicht alles bibliographisch korrekt zitiert habe.

Beiträge zu diesem Thema

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Ein Beispiel: Gnophos serotinaria [sic]
Re: Ein Beispiel: Gnophos serotinaria [sic]
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