Polyommatus coridon
Lepiforum: Bestimmung
von Schmetterlingen
(Lepidoptera)
und ihren
Praeimaginalstadien
[Home] [Impressum] [Datenschutzerklärung]
Foren: [1: Bestimmungsfragen (Europa)] [2: Alles außer Bestimmungsfragen] [3: Außereuropäische Arten - Non-European Species] [Test]
Archive Forum 2: [#2 (bis 2017)] [#1 (bis 2013)] Archive Forum 1: [#7 (bis April 2019)] [#6 (2016-2018)] [#5 (2012-2016)] [#4 (2010-2012)] [#3 (2007-2010)] [#2 (2006-2007)] [#1 (2002-2006)]
Bild- und Informationssammlungen: [Bestimmungshilfe] [Schütze (1931): Biologie der Kleinschmetterlinge (Online-Neuausgabe)] [Glossar] [FAQ]
Verein: [Lepiforum e.V.] [Chat (nur für Mitglieder)]

[Hinweise zur Forenbenutzung]     [Forum User Instructions]     [Indications pour l'utilisation des forums]     [Indicaciones para el uso de los foros]     [Avvisi per l'utilizzo dei fori]     [Советы по использованию форума]     [Pokyny k použití fóra]     [Általános tudnivalók a fórum használatához]     [Wskazówki korzystania z forum]

Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina)

Hallo Volker,
im gezeigten Fall befanden sich die Gespinste ausnahmslos an blühenden Pflanzen. Das muss aber nicht so sein; ich fand sie auch schon an sterilen. Das kleine, zuerst gezeigte Gespinst war an relativ kleinen Blättern etwa auf halber Höhe des abgebildeten Blütentriebs in ca. 25 cm Höhe über dem Boden befestigt, während die beiden größeren Gespinste sich an deutlich größeren Blättern einer kräftigen Pflanze nur ca. 10-15 cm über dem Boden fanden. Zur Sichtbarkeit: Alle drei Gespinste konnte man sehen, ohne Blätter oder Pflanzenteile wenden oder beiseite biegen zu müssen. Wie geschrieben war jedoch das kleine Gespinst sehr unauffällig und sozusagen erst "auf den 2. Blick" erkennbar. Die großen Gespinste waren dagegen überraschend auffällig und (jedenfalls mit entsprechend geschultem "Gespinstsucherblick") auf Anhieb zu entdecken.

Größe und Auffälligkeit der Gespinste hängen von der (durchaus variablen) Gelegegröße und (daraus folgend) der Anzahl enthaltener Raupen ab (kleine Gruppen: kleine Gespinste, große Gruppen: größere Gespinste). Bei M. diamina (und M. athalia) vermute ich, dass kleine Raupengruppen mit dementsprechend kleinen/unauffälligen Gespinsten die Regel darstellen, große/auffällige Gespinste (wie die zuletzt gezeigten) dagegen Ausnahmen (M. diamina) oder vielleicht auch gar nicht vorkommen (M. athalia). Ich habe aber noch nicht genügend Gespinste beider Arten gefunden, um diese Vermutung postulieren oder belegen zu können.

Der gezeigte Fundort ist ein streureicher, frischer bis mäßig trockener, mesotropher Saum aus Gräsern und Stauden, der zumindest in diesem Jahr durchgängig brach lag (keine Mahd oder Beweidung). Larvalhabitate von M. diamina können jedoch in einem breiten standörtlichen Spektrum eingenischt sein, das von nassen, streugemähten, beweideten oder brachliegenden Niedermooren (z. B. Alpenvorland) über mesophile Standorte (nicht eutrophierte Kahlschläge, Mittelwaldlichtungen, Säume im Offenland; s. oben) bis in den mäßig trockenen Bereich hineinreicht (z. B. trockene Kalkmagerrasenbrachen der Schwäbischen Alb). Nicht alle Wirtspflanzen des Falters sind allerdings so auffällig wie der oben gezeigte Arznei-Baldrian. Im feuchten/nassen Bereich leben die Raupen oft ausschließlich am kleinwüchsigen Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica), den man auch im nicht blühenden Zustand (er)kennen sollte, um daran Raupengespinste zu finden.

Viele Grüße
Gabriel

Beiträge zu diesem Thema

Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina) *Foto*
Re: Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina)
Re: Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina)
Vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort...
Interessante Dokumentation und Suchanregung! VG Markus *kein Text*