Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

ein paar Papilio machaon *Foto*

Hallo zusammen,

gestern Nachmittag habe ich am Rheindeich bei Mehrum nachgesehen, wie es dieses Jahr mit der zweiten Generation von Papilio machaon steht. Gut! Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahrzehnten jemals so viele Schwalbenschwänze auf einmal gesehen zu haben, bis zu vier miteinander tanzend und fast durchgehend welche im Blickfeld.

Angeschaut habe ich mir den Rheindeich auf ziemlich genau 1 km Länge, eine lineare Struktur von rund 50 m Breite, am Niederrhein ein "hill". Die Vegetation im Zustand vor der Beweidung ist auf den Habitatbildern zu erkennen (Bild 1 bis 4). Auf diesen fünf Hektar flogen bei leichter Bewölkung und frischem Wind etwa zwanzig Schwalbenschwänze in unterschiedlichem Zustand, mindestens vier davon so gut wie frisch, der Rest schon beschädigt und/oder etwas abgeflogen. Auf den Fotos des Tages sind immerhin vierzehn Individuen (Bild 5 bis 18) zu unterscheiden, und mit Sicherheit haben sich längst nicht alle verewigen lassen.

Unterscheiden lassen sich die einzelnen Falter einerseits anhand der Schäden, die aber natürlich mit der Zeit immer zunehmen, andererseits anhand charakteristischer Details in der Zeichnung. Zum Beispiel ist der schwarze Punkt im Feld zwischen R5 und M1 am Apex des Vorderflügels unterschiedlich groß und von unterschiedlicher Form. Zusätzlich bietet sich am Apex der vorderste gelbe Fleck in der Marginalregion als Kennzeichen an. Mit diesen leicht zu beobachtenden Details sind auch frische Individuen identifizierbar, wobei sogar mäßige Fotos auf große Distanz genügen. Links oder rechts spielt keine Rolle, da die Zeichnung weitestgehend symmetrisch ausfällt. Das könnte in bestimmten Fällen die Markierung ersparen, sozusagen als "berührungslose Fang-Wiederfang-Methode".

Die vierzehn im Bild unterscheidbaren Individuen werden in der Reihenfolge ihrer Erstbeobachtung gezeigt, bzw. der ersten brauchbaren Bilder.

Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Voerde-Mehrum (Niederrhein), Deich am Rhein, 25 m (Deichkrone), 20. Juli 2020, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stoeckhert)

Bild 1: Habitat, alle Beobachtungen und Aufnahmen von der Deichkrone (Fahrweg).

Bild 2: Habitat, Rheinseite des Deichs.

Bild 3: Habitat, Blick ins Binnenland.

Bild 4: Vegetation, reichlich Cirsium als einzige Saugpflanze, andere nur als Ruheplatz genutzt. Sehr viel Daucus.

Bild 5: Falter Nummer 1

Bild 6: Falter Nummer 2, der im schlechtesten Zustand

Bild 7: Falter Nummer 3

Bild 8: Falter Nummer 4

Bild 9: Falter Nummer 5

Bild 10: Falter Nummer 6

Bild 11: Falter Nummer 7

Bild 12: Falter Nummer 8

Bild 13: Falter Nummer 9

Bild 14: Falter Nummer 10

Bild 15: Falter Nummer 11

Bild 16: Falter Nummer 12

Bild 17: Falter Nummer 12 (unten) und 13

Bild 18: Falter Nummer 14

Die Begleitarten auf dem einen Kilometer Teststrecke waren gestern: Pieris rapae (etwa 30), Pieris napi (2), Lycaena phlaeas (1), Polyommatus icarus (> 50, häufigster Tagfalter, vorwiegend Männchen in sehr unterschiedlichem Zustand), Coenonympha pamphilus (etwa 10, recht frisch), Maniola jurtina (etwa 10, abgeflogen), Pyrameis atalanta (4), Inachis io (2), Issoria lathonia (1). Die Zahlen beziehen sich auf Beobachtungen von der Deichkrone. Die Dunkelziffer bei den unauffälligeren Arten ist dementsprechend hoch.

Im September 2019 hatten die frischen Weibchen der dritten Generation von P. machaon an der reichlich vorhandenen Wilden Möhre abgelegt. Kurze Zeit später kamen die Schafe. Im Frühjahr 2020 waren bei mehreren Besuchen zur Flugzeit der ersten Generation keine Schwalbenschwänze am Deich zu sehen. Zufall? Erfolgreiche Reproduktion weniger Individuen der ersten Generation? Massive Zuwanderung der zweiten Generation? Woher?

Der Deich ist lang......

Grüße in die Runde,

Bernhard