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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Ectoedemia heringi Männchen Voilà! Die Dornen

Hallo Horst,

Da glaubt man, man hat ein gar nicht so billiges Mikroskop erstanden und schon bin ich wieder an eine Grenze gelangt :(">.

also ich bin von Deinem "neuen Fotos" ein Fan ;) , nur man kann die Genitalien innerhalb des Fotos noch nicht drehen :D

Zurück zur eigentlichen Problematik:
In der Bestimmungshilfe steht für mich eine problematische Aussage. Zitat:

"Laut Laštůvka können die ♂♂ von Ectoedemia subbimaculella und Ectoedemia heringi auch durch eine Genitaluntersuchung nicht unterschieden werden. Bei den ♀♀ sind die Unterschiede sehr klein und undeutlich. Wichtig zur Bestimmung ist das Habitat und die dort vorherrschenden Eichenarten:
Ectoedemia subbimaculella: feuchter Wald in dem Quercus pubescens oder Quercus petraea vorherrschen
Ectoedemia heringi: trockener Wald in dem Quercus pubescens oder Quercus petraea vorherrschen
Ectoedemia liechtensteini: Wald mit Quercus cerris"

Ich habe zur Bestimmung Deines Falters folgendes Buch verwendet: Fjärilar: Käkmalar-Säckspinnare Lepidoptera: Micropterigidae-Psychidae von Bengt Ä. Bengtsson (Uppsala 2008).
In diesem Buch sind auf Seite 264/265 die Unterschiede der männlichen und weiblichen Genitalien von beiden Arten gegenübergestellt. Die Form der Valven unterscheiden sich geringfügig, aber trotzdem eindeutig in der Vorlage. Beim Phallus ist es ebenso. Bei E. subbimaculella ist nur ein winziger Dorn an der Carina und bei E. heringi sind insgesamt 6 unterschiedliche lange Dornen um die Carina angeordnet. Die Art E. liechtensteini wird im Buch nicht besprochen, daher habe ich hierzu keine Vorlage.

Ich finde die Teil-Aussage von Laštůvka " dass die Männchen der beiden Arten durch Genitaluntersuchung nicht unterschieden werden können" auch in der Verbindung mit der BH unlogisch. Bei beiden Arten sind von Peter Buchner und František Kosorín männliche Genitalfotos eingestellt worden und man kann die Unterschiede der Arten deutlich darauf sehen. Bei allen 4 Faltern wurde keine Zucht durchgeführt, sondern die Falter sind durch Fang nachgewiesen worden. Da bei allen Falter der GU-Fotos kein Barcording durchgeführt worden ist, müssten eigentlich alle Fotos, laut Laštůvka, mit einem großen Fragezeichen versehen werden.
Ich bin aber der Meinung: die Arten, Männchen sowie Weibchen sind per GU unterscheidbar . Daher sollte der Teilsatz aus der BH entfernt werden, da er nur zur Verwirrung führt.

Jetzt noch ein paar Worte zu den Futterpflanzen. Auf der Website bladmineerders.nl (Stand Juni 2020) wird folgendes angegeben:

E. subbimaculella:
Fagaceae, oligophag, Castanea sativa, Q. petrea, Q. robur, Q. rubra, Q. pubescens, und weitere Eichen-Arten, die hier nicht heimisch sind. Außerdem ein Zitat (Websitebladmineerders.nl; Juni 2020):" In Hungary the species also occurs on Q. cerris; the larvae on this host are about a month earlier than those on other oaks in the same area (van Nieukerken ao, 2010a)."

E. heringi:
Fagaceae, oligophag, Castanea sativa, Q. petrea, Q. robur, Q. pubescens, und weitere Eichen-Arten, die hier nicht heimisch sind.

Ectoedemia liechtensteini:
Fagaceae, monophag, Quercus cerris, Und sehr selten an Q. petraea und Q. pubescens.

Folglich ist auch die Aussage von Laštůvka zu den Futterpflanzen ist etwas schwammig und für Mitteleuropa nicht besonders gut anpasst, da hier z.B. in Deutschland (Österreich?) die Arten Q. petrea (Traubeneiche), Q. robur (Stieleiche), Q. rubra (Roteiche) und Castanea sativa (Esskastanie) hauptsächlich in unsere Wäldern angepflanzt worden sind.

Ich habe noch eine weitere Anmerkung zur Unterscheidung E heringi von E. liechtensteini gefunden. Auf der Website bladmineerders.nl (Stand Juni 2020) wird darauf hingewiesen, dass Falter und Minen sich nicht unterscheiden! Nur die Farbe der Larve ist eine andere. E. liechtensteini kann ebenfalls auch nur als Larve von Ectoedemia phyllotomella (Futterpflanze Q. cerris) unterschieden werden. Fazit: Wenn Quercus cerris im Gebiet angepflanzt wurde, dann wird für eine exakte Bestimmung die Larve benötigt!!! Nur Q. cerris findet man in Deutschland eigentlich nur in Botanischen Gärten, in Baumsammlungen von alten Parks oder in Spezialbaumschulen.

Also Horst, wenn an Deinem Fundort keine Q. cerris wächst, dann können die Fotos in die BH unter E. heringi eingebaut werden. Sollte jedoch Q. cerris am Fundort wachsen, dann bleibt nur noch das DNA-Barcoding.

viele Grüße

Monika

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