Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Schneefeld wörtlich: Synanthedon polaris *Foto*

Schon vor einigen Jahren konnte Franz Pühringer (Scharnstein, Österreich) durch Barcoding nachweisen, dass unter Synanthedon polaris zwei gute Arten, S. polaris und S. aurivillii, miteinander vermengt wurden (Boldsystems, Projekt: Sesiidae of the World), auch morphologisch konnte er deutliche Unterschiede finden. Diese Ergebnisse wurden von ihm bei einem Fachtreffen über Sesien am Stuttgarter Museum vorgestellt, aber leider bis heute nicht publiziert. Inzwischen sind sie jedoch allgemein bekannt und fanden auch bereits Eingang in die skandinavische Literatur, z.B. Aarvik et al. (2017) Nordic-Baltic Checklist of Lepidoptera. Norwegian Journal of Entomology, Supplement No. 3. Eine Nachfrage bei Franz Pühringer zu meinem Wunsch diese Erkenntnisse auch dem Lepiforum zur Verfügung zu stellen blieb unbeantwortet, daher gehe ich von seinem Einverständnis aus.

Die Artseiten von Synanthedon polaris und S. aurivillii in der BH müssen umgebaut werden. Synanthedon polaris kommt in Europa nur im Hochnorden und nicht in den Alpen vor, S. aurivillii ist boreo-alpin, also hochnordisch/alpin verbreitet. Sämtliche Fotos und Texte unter S. polaris müssen zu S. aurivillii verschoben und leicht angepasst werden. Sesia rufibasalis Bartel, 1906 ist ein jüngeres Synonym von S. aurivillii.

Auf einer Reise nach Skandinavien im Sommer 2012 konnten meine Frau und ich in Norwegen beide Arten nachweisen. Ein einzelnes Männchen von Synanthedon aurivillii kam Ende Juni, auf dem Filefjell südlich des Jotunheimen Nationalparks, 1 km nördlich Tyinkrysset, 980 m ans Pheromon. Von der echten Synanthedon polaris konnten wir am 5. und 6.Juli 2012 an der Seidenhaarigen Weide (Salix glauca) zahlreiche Fraßstellen, Raupen verschiedenster Größenklassen sowie einige Puppen bei Tydals comun, Stugudalen an der Grenze zu Schweden, 3.8 km NWW Sylsjön, 900-930 m finden. Aus den erwachsenen Raupen und Puppen erhielten wir einige Falter beiderlei Geschlechts. Ein Zuchtversuch mit halberwachsenen Raupen an Kunstfutter scheiterte nach wenigen Wochen. Die Raupen von S. polaris sind oft in kleineren Aggregationen zu finden, im Gegensatz zur fast immer einzeln lebenden Raupe von S. aurivillii. Sie verraten ihre Anwesenheit durch sehr auffälliges, den befallenen Weidenzweigen anhaftendes oder darunterliegendes, weißliches Genagsel. Dieses ist besonders bei Raupen die noch mindestens ein Jahr zur Entwicklung brauchen festzustellen. Bei starkem Befall sterben die betroffenen Zweige meist ab, sehr oft knicken sie im Winter unter der Last des Schnees. Alte Schlupflöcher sind noch nach Jahren zahlreich zu sehen. Die Verpuppung erfolgt ganz ähnlich wie bei S. aurivillii, ohne Kokon, im fein mit Seide ausgesponnenen Fraßgang, der durch eine aus versponnenem Genagsel gebildete Kappe oder durch eine dünne Rindenmembran verschlossen ist. Die Falter schlüpfen am Vormittag und fliegen zur wärmsten Tagszeit.

Wichtigste Unterscheidungsmerkmale: Abdomen nur bei S. aurivillii mit drei, blass gelben Ringen, bei S. polaris rein schwarz; Afterbüschel unterseits bei S. aurivillii rein schwarz, bei S. polaris mit weißgelber Spitze. Vorderflügel-Diskalfleck bei S. aurivillii besonders am Rand mit roten Schuppen, bei S. polaris rein schwarz. Alpine Tiere von S. aurivillii sind etwas reicher orange-rot und gelb gezeichnet als nordeuropäische.

Habitat:

Befallsspuren:

Raupe, Puppe:



Falter:


Norwegen, Tydals comun, Stugudalen, Grenze zu Schweden 3.8 km NWW Sylsjön, 900-930 m, 6.Juli 2012, leg., det. & Freilandfotos, D. Bartsch & J. Berg, Imagines Studiofoto.

Beiträge zu diesem Thema

Schneefeld wörtlich: Synanthedon polaris *Foto* Bestimmungshilfe
Synanthedon polaris Belege *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Synanthedon polaris-Umbau: Endlich!!! Ich gehe da gleich dran; Gruß, E.R. *kein Text*
@ Co-Admins: Synanthedon polaris-Bildeinbau kann losgehen