Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Wieviele in Europa ausgestorbene / verschollene Arten?
Antwort auf: Re: Was ist das? ()

Hallo Josef,

Gibt es eigentlich auch ein Diagramm der ausgestorbenen (verschollenen ) Arten in Europa (Deutschland) ?

Leider nein. Für Europa werden wir das in absehbarer Zeit nicht schaffen, für Deutschland und deren Bundesländer kann man das den Roten Listen entnehmen - die aber meist um viele Jahre hinterherhinken. Für andere Länder ist das nicht viel anders.

Man hat ja sonst fast den Eindruck, als sei trotz des inzwischen fast "amtlichen" Insektensterbens eine Zunahme
der Biodiversität erfolgt.

Meine Aussage ist eine andere: Wir müssten viel mehr Taxonomen einstellen, damit sie wenigstens noch rechtzeitig dokumentieren, was wir bald nicht mehr haben!

Ein Großteil dieser neuen Arten ist doch den Taxonomen bzw. dem Barcoding zu verdanken.

Ich denke, das gilt für nahezu alle 758 seit 2000 neu beschriebenen Arten. Da gibt es kaum Anhaltspunkte dafür, dass einzelne davon Europa erst nach 2000 erreicht haben. Meine Diagramme zeigen m.E. sehr deutlich, dass wir in Europa noch mit vielen hundert - längst anwesenden und oft genug endemischen (!) - unbeschriebenen Arten rechnen müssen. Das gilt für die Schmetterlinge, die doch zu den bestuntersuchten Insektenordnungen gehören dürften. Wir haben hier mehr als 7 % des momentan bekannten Artenbestandes erst nach 2000 für die Wissenschaft beschrieben und können uns sicher sein, dass der Prozentsatz vorhandener, aber noch unbeschriebener Arten noch immer bei weit über 5 %, wahrscheinlich bei weit über 10 % liegt. Wenn ich in andere "große" Ordnungen schaue, dann muss ich davon ausgehen, dass da durchaus ein Drittel aller europäischer Arten noch nicht einmal einen wissenschaftlichen Namen trägt.

Ein Großteil der nach 2000 beschriebenen Arten dürfte regional sehr beschränkte Vorkommen aufweisen, der Anteil an Regional- oder Lokal-Endemiten ist hier wahrscheinlich besonders hoch. Und das gilt auch für die weiteren 5 oder 10 % noch ganz unbeschriebenen Arten. Schon vor diesem Hintergrund ist ihr Aussterberisiko oft besonders hoch. Zur Erhaltung der Biodiversität spielen sie eine herausragende Rolle. Deshalb wäre es gut, wenn wir sie wenigstens ein bisschen kennen würden.

Nur damit kein falscher Eindruck entsteht.

Ja, es ist ziemlich übel, dass sich promovierte Entomologen von Monsanto und Co. einspannen lassen und verkünden, dass Glyphosat und Neonikotinoide nichts mit dem Artenrückgang zu tun haben.

Viele Grüße,

Erwin Rennwald

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