Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Re: Insektensterben - in der obersten Politik angekommen...

Hallo zusammen,


Bemerkenswert ist hier, dass alle diese großen, mittlerweile nicht mehr schutzwürdigen FFH-Grünlandflächen von Bio-Bauern bewirtschaftet wurden und werden. Diese expandieren und intensivieren kräftig, denn sie genießen in Hessen, weil sie angeblich "schonend" wirtschaften, auch auf FFH-Grünland fast Narrenfreiheit (z.B. ist Gülledüngung dort ziemlich üblich).

Das finde ich auch einen wichtigen Punkt. Wie im Moment viele Bio-Bauern wirtschaften, das ist weit entfernt von einer regenerativen Landwirtschaft, oft ist es nur gerade so nachhaltig (Status quo - erhaltend). Sie setzen zwar wenig Chemie ein, aber das Bodenleben auf den Feldern ist fast genauso tot wie auf den Feldern der konventionellen Landwirtschaft, weil jedes Jahr gepflügt wird und tiefere Bodenschichten durch den Traktor verdichtet sind, so dass kaum Pilz-Hyphen dort wachsen können. Weil oft auch nicht auf Bodenbedeckung geachtet wird, kann jeder Regen Boden mit wegspülen. Dazu reicht schon eine leichte Neigung der Ackerfläche.
Der Kraichgau (Lößlehmgebiet) z.B. hat auf diese Weise in den letzten 1000 Jahren mehrere Meter Boden verloren. Diese Art von Landwirtschaft könnte man auch Boden-Bergbau nennen. Irgendwann landet der Pflug auf dem Grundgestein und dann ist Sense mit Landwirtschaft...
Es gibt zum Glück Auswege, aber es wäre besser man geht sie jetzt als später!

Was ich mir auch gut denken kann, ist dass viele Bio-Bauern, genauso wie konventionelle, wenig Ahnung von schützenswerten Biotopen und geschützten/schützenswerten Arten haben. Für sie ist eine Wiese gut, wenn sie möglichst kräftig grün ist... Um die Artenvielvalt auf einer Magerwiese und die Unterschiede der Pflanzen zu denen auf der Fettwiese zu sehen, muß man oft etwas genauer hinschauen. Ich bezweifle auch, dass in der Landwirtschaftsausbildung (-studium jetzt bei uns) der Naturschutz eine große Rolle spielt.

Aufgefallen ist mir z.B., dass offenbar die meisten Landwirte Feldhecken als zusätzlichen finanziellen Aufwand betrachten. Dass gut platzierte Hecken durch Windschutz und Nährstoffeintrag ins Feld auch Erträge erhöhen können, das scheint man im Landwirtschaftsstudium nicht zu lernen.

Viele Grüße
Uwe

P.S.: Hermann, bei der Grünlandgeschichte aus Rheinland-Pfalz hatte ich aus zwei Gründen nicht reagiert. Ich habe keinen Einblick in die Rechtslage dort, der Fall schien mir etwas speziell. Und das zweite ist eine Frage, die sich mir gestellt hat: Ist Brachland und Verbuschung wirklich schlechter als Grünland?
Solange die Flächen nicht betoniert werden, wäre das Land dann doch Teil natürlicher Sukzession in Richtung Wald. Das kann man doch eher begrüßen.

Beiträge zu diesem Thema

Insektensterben
Re: Insektensterben
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Insektensterben, heute auch Thema bei NTV
Re: Insektensterben, heute auch Thema bei NTV
Mulchen...
Re: Insektensterben, heute auch Thema bei NTV
Sorry, es sollte hier stehen: Falls es noch interessiert . . . *kein Text*
die Ursachen sind doch so offensichtlich...
Re: Insektensterben
Re: Insektensterben
super Besprechung super, kann ich voll unterschreiben *kein Text*
Re: Insektensterben
Re: Insektensterben
Re: Insektensterben - in der obersten Politik angekommen...
Re: Insektensterben - in der obersten Politik angekommen... *Foto*
Re: Insektensterben - in der obersten Politik angekommen...
Danke für deine klaren Worte, Hilger! VG Hermann *kein Text*
Re: Insektensterben - in der obersten Politik angekommen...
Re: Insektensterben - in der obersten Politik angekommen...
Re: Insektensterben - auch unten bewegt sich was!