Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Verkrüppelung und aberrative Färbung bei Faltern durch Trockenheit? *Foto*

Guten Abend/Morgen, liebe Forumsgemeinde!

Ich hatte es kürzlich in einem anderen Beitrag schon einmal erwähnt: 2018 war für mich ein Jahr der "Krüppelfalter". So viele fehlgewachsene und aberrativ gezeichnete/gefärbte Falter wie in diesem Jahr habe ich in keinem anderen Jahr angetroffen. Und ich frage mich, ob die Ursache in diesem vielerorts viel zu trockenen Sommer lag, oder welche andere Ursache(n) das haben könnte.

Als Beispiel: bei Schelingen (Kaiserstuhl) fanden wir am 11. Juli 2018 innerhalb weniger Minuten - also sozusagen an einer Stelle - 6 verkrüppelte Falter (4 jurtina, 1 hyperantus, 1 argyrognomon) und drei aberrative Zeichnungen (2 jurtina und 1 argyrognomon).

Falter 1, weiblicher Maniola jurtina, recht frisch, alle Flügel nicht ganz entfaltet:






Nahrungsaufnahme, Flugfähigkeit und die Reproduktion (oder zumindest der Versuch einer solchen ...) schienen in keinster Weise beeinträchtigt zu sein. Und offenbar hat auch die weibliche Attraktivität unter dem äußeren Erscheinungsbild nicht sonderlich gelitten :D.

Falter 2, nicht mehr ganz so frischer Aphantopus hyperantus, mit verkümmertem linken Hinterflügel, der zudem schon intensiven Kontakt mit mindestens einem Vogel gehabt haben muss...

Falter 3, männlicher Maniola jurtina mit leicht verkümmerten Hinterflügeln, die ober- und unterseits albinistisch erscheinen, oder zumindest teilentfärbt sind. Die Färbung war symmetrisch. Auch die Vorderflügel hatten unterseits hinter dem Augenbereich starke (symmetrische) Aufhellung.


Funddaten für alle Fotos:
Deutschland, Baden-Württemberg, Schelingen (Kaiserstuhl), Scheibenbuck, Steilhänge mit Trockenrasen, Magerwiesen, Gebüschen und kleinen Wäldchen, 300 - 340 m, 11. Juli 2018 (Foto: Jutta Bastian)

Neben den hier gezeigten Beispielen hatten zwei weitere Ochsenaugen reduzierte/nicht komplett entfaltete Flügel, ein Ochsenauge zeigte Aufhellungen auf den Flügeln und ein P. argyrognomon-Männchen hatte eine Flügelverkümmerung mit untypischer Fleckenzeichnung auf der Vorderflügelunterseite (siehe dazu meinen Beitrag in Forum 1: http://www.lepiforum.de/1_forum_2018.pl?md=read;id=46429)

Offenbar wurden die Falter durch die Trockenheit in ihrer Entwicklung behindert. Leicht vertrocknete Puppen? Zu schnelles Austrocknen durch die Hitze/Sonneneinstrahlung beim Schlupf? Oder liege ich ganz falsch, und die Ursache muss woanders gesucht werden: vielleicht die ungesunde Spritzbrühe durch die Weinbergs"pflege", die sich schon auf den Nahrungspflanzen niederschlug und mangels Regen nicht abgewaschen wurde...? Inzucht?

Gruß Jutta

Beiträge zu diesem Thema

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Re: Verkrüppelung durch zuviel Wasser
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