Polyommatus coridon
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Herbst- und Überwinterungshabitat von Lycaena phlaeas im Heckengäu *Foto*

Hallo Forum,
wenn die ersten strengeren Fröste sehr lange auf sich warten lassen, kann man manchmal noch Anfang Dezember die letzten Lycaena phlaeas-Falter antreffen (hier z. B. im Dezember 2006). Momentan, also Ende Oktober, sind Falterbeobachtungen an sonnig-warmen, windgeschützten Standorten dagegen durchaus nicht ungewöhnlich. Heute traf ich bei Aidlingen auf einer Salbei-Glatthaferwiese mit noch reichlichem Nektarpflanzenangebot dieses frische Weibchen.

Bilddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen, südexponierter Hangbereich mit Salbei-Glatthaferwiese in Ortsrandlage, 430 msm, 26. Oktober 2013, Weibchen von Lycaena phlaeas, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Oberhalb der Falterfundstelle grenzt ein Wohngebiet an. Direkt am Rand wurden vor ein paar Wochen Gehölze zurückgeschnitten. Das Häckselmaterial wurde anschließend auf dem Boden neben der gestutzten Hecke verteilt.

Bilddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen, Ortsrandlage, 430 msm, 26. Oktober 2013, Eiablagehabitat von Lycaena phlaeas (Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Zwischen dem inzwischen abgetrockneten, voll besonnten Häckselmaterial wächst eine mittelgroße Rosette des Krausen Ampfers (Rumex crispus). Eines der Blätter ragt direkt über das trockene Schredderholz, das einen guten Wärmespeicher abgibt.

Bilddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen, Ortsrandlage, 430 msm, 26. Oktober 2013, Rumex crispus als Eiablagepflanze von Lycaena phlaeas (Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Solche Rumex-Pflanzen sind für Lycaena phlaeas-Weibchen um diese Jahreszeit unwiderstehlich. Meist schon auf den ersten Blick sieht man auf der Blattoberseite weiße Punkte. Insgesamt zählte ich allein an diesem Blatt 31 Eier des Kleinen Feuerfalters, 23 davon auf der Oberseite, acht weitere auf der Unterseite.

Bilddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen, Ortsrandlage, 430 msm, 26. Oktober 2013, Rumex crispus-Blatt mit Eiern von Lycaena phlaeas, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Bis Ende September muss man im Heckengäu in solchen Fällen stets die Oberflächenstruktur gefundener Lycaena-Eier mit der Lupe überprüfen. Mal sind‘s dann Eier des "Großen Verwandten" (Lycaena dispar) und mal jene von Lycaena phlaeas. Ende Oktober habe ich hier dagegen noch nie (volle) Lycaena dispar-Eier gefunden. Bei den heutigen Eiern ist auch ohne starke Vergrößerung die typische „Golfball“-Struktur schnell zu erkennen, Lycaena dispar damit auszuschließen. Manchmal legt allerdings auch der Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) an Rumex crispus ab, (hier) jedoch niemals Ende Oktober und schon gar nicht in dieser Anzahl.

Bilddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen, Ortsrandlage, 430 msm, 26. Oktober 2013, Rumex crispus-Blatt mit 3 Eiern von Lycaena phlaeas, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Die Winter-Sterblichkeit der Jungraupen dieser Art ist normalerweise ziemlich hoch. Sucht man solch eine Rumex-Pflanze im darauffolgenden März erneut ab, muss man meistens schon froh sein, überhaupt noch eine oder zwei lebende Lycaena phlaeas-Raupen zu finden. Zu Futterverknappung wird es deshalb - trotz der massiven Ei-Belegung - auch an der oben gezeigten Rumex-Pflanze nicht kommen.

Schöne Grüße
Gabriel

Beiträge zu diesem Thema

Herbst- und Überwinterungshabitat von Lycaena phlaeas im Heckengäu *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Herbst- und Überwinterungshabitat von Lycaena phlaeas im Heckengäu
Re: Herbst- und Überwinterungshabitat von Lycaena phlaeas im Heckengäu *Foto*
Bild II *Foto*
Re: Herbst- und Überwinterungshabitat von Lycaena phlaeas im Heckengäu
Lycaena phlaeas *Foto*