Polyommatus coridon
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Fossil der historischen Kulturlandschaft!

Hallo Hermann,

vielen Dank für Deine hochinteressanten Ausführungen. Nein, so kahlgefressen kenne ich in Deutschland keinerlei Habitate, dass die im Mai ohne vorherige Beweidung immer noch vegetationslos aussehen. Und nochmals, nein, die Ostalb ist nicht mein tägliches Ausflugsgebiet. Ich habe eben mal nachgemessen: Nach Bopfingen müsste ich 323 km fahren, nach Martigny im Wallis nur 300 km (und da bin ich drum auch sehr viel öfter). An die italienische Grenze wären es 350 km, Baden-Württemberg ist eben nicht gar so klein. Auf weniger als der halben Strecke kenne ich ein gut besuchtes C. briseis-Habitat im Schweizer Jura. Das ist auch beweidet, aber lange nicht so scharf wie diese Stellen in der Thüringer Rhön. H. semele hat es da übrigens nicht.

Ich erinnere mich jedoch an einen großen Halbtrockenrasen am Freiburger Stadtrand, den ich als Kind oft besucht habe. Später wurde der durch Schafe mehrere Jahre lang immer wieder kahlgefressen. Also völlig kahl, bis kein Grashalm mehr stand. Der war danach biologisch tot. Nur, nach einem Jahr ohne Intensivbeweidung, da flog eine Art sofort wieder in Anzahl, aber auch nur die: Brintesia circe. Und ähnliche Gebiete wie die auf deinen Bildern kenne ich aus Ostanatolien. Auch da wird die Landschaft so intensiv wie nur irgend möglich genutzt. So wie früher eben jede erreichbare Fläche in Mitteleuropa und im Grunde hier auch heute noch (nur eben anders) fast alle agrarisch genutzten Gebiete. Auf den Schafweiden in der Türkei flog im Juni nur noch eine Art: Parnassius mnemosyne. Dort ein nicht totzukriegender Unkrautfalter.
Nicht gar so großflächig kahlgefressene Gebiete kenne ich aus den Zentralalpen. Auch da hat es überreich Satyrinen. Aber eben auch noch andere Arten, weil es dazwischen auch noch etwas dichter bewachsene Stellen gibt.
Dass auf solch intensiv genutzten Viehweiden wie denen in der Rhön S. acaciae und I. podalirius überleben können, solange noch Schlehen wachsen, ist verständlich. Wobei: Irgendwo muss es schon auch noch Nektarpflanzen geben. Aber ich frage mich, welche Bewohner der Krautschicht, von als Raupe nachtaktive Satyrinen einmal abgesehen, können denn da noch überleben?

Viele Grüße
Jürgen

Beiträge zu diesem Thema

Chazara-/Hipparchia-Raupensuche in Thüringen *Foto*
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Imagines, H. semele (Eiablagehabitat) *Foto*
Re: die Raupen...
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Re: Chazara-/Hipparchia-Raupensuche in Thüringen *Foto*
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Nein, ein Fossil der historischen Kulturlandschaft!
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