Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Pselnophorus heterodactyla *Foto*

Hallo Forum,

...


Zwar sind Fraßspuren an Pflanzen immer verdächtig, doch häufig findet man ja meist nichts (mehr).
Oder etwas ganz Unerwartetes.

Für mich war das dieses Tierchen hier (an der Blattunterseite):


Ziemlich klein, nur etwa fünf oder sechs Millimeter, also per Auge kaum was Konkretes zu erkennen - trotzdem durchfuhr es mich sofort heiß und kalt.
Konnte das etwa...?

Ja, es konnte! (siehe Betreff)

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Hier noch kurz ein Foto der Nachbarpflanze am Fundort eingeschoben: zwar kann ich Korbblütler ohne Blüten meist nicht bestimmen. Aber bei der geringen Nahrungspflanzenauswahl sieht sie mir doch verdächtig nach Hasenlattich (Prenanthes purpurea) aus.

Die Blätter waren auch nicht stengelumfassend, höchstens halbstengelumfassend.

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Das Habitatfoto zeigt den Wald, nur nicht direkt den Fundort. Das macht aber nichts, weil sich die Stellen sehr gleichen.

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Meine Vermutung bestätigte sich, als das kleine Räupchen knapp eine Woche später in der Zucht die Nahrungsaufnahme einstellte. Es beabsichtigte also, im Larvalstadium zu überwintern.
Das war damals Ende August.

Anfang März 2017 wurde wieder nach ihr gesehen: siehe da, sie wanderte gerade umher (was man sich als seeeeeeeeeeeeeeeehhhhr laaaaaaaaaaaaaaangsaaaaaaaam vorzustellen hat).
Auf Eisbergsalat gesetzt, nahm sie ein paar Bissen und schied winzige Kotkrümel aus.

Dann legte sie eine etwa einwöchige Fraßpause ein (im warmen Zimmer, bei Langtag!). Warum? Interessant. Gehäutet hat sie sich nämlich definitiv nicht.
Danach legte sie endlich los mit Fressen.

Gehäutet - zum letzten Stadium - hat sie sich dann am 28. März.
Beim Fototermin einen Tag später maß sie 9 mm.

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Nach ihrer letzten Larvalhäutung fraß sie noch etwa eine Woche lang am Salat. Dabei wurde sie aber nicht wesentlich länger, nur ihr Körperumfang wuchs.

Am 4. April wurde sie verpuppungsreif, drei Tage später verpuppte sie sich. Einen Tag gab ich der Puppe Zeit zum "Ausfärben". Sie blieb aber sehr ätherisch in ihrem Auftritt, mit rosafarbenen und braun-schwarzen Akzenten.

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Kurz vor dem Schlupf schien jede Schuppe des Falters durch.

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Vergleicht man die Puppenfotos von beiden Zeitpunkten, so fällt auf, dass die weißlich-transparenten Dornen der älteren Puppe schwarze Spitzen bekommen haben.

Dies ist nicht auf eine Verletzung zurückzuführen! Bei Thomas' Exuvie in der BH sehe ich diese schwarzen Stellen auch, sogar noch deutlicher.

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Und nun halte ich euch nicht mehr länger hin. :) :) :)

Mein Osterfalter 2017:

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Daten: Schweiz, Emmental, Arni, Fichten-Tannenforst Gallilochwald bei Arni, 860 m, 24. August 2016, Raupe an Blattunterseite von cf. Prenanthes purpurea, Falterschlupf nach Raupenüberwinterung 17. April 2017 (cult., det. & fot.: Tina Schulz)

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Viele Grüße
Tina

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P.S.: Und weil ich meinen extraterrestrischen gläsernen Lichtfänger so toll finde:

Beiträge zu diesem Thema

Pselnophorus heterodactyla *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Pselnophorus heterodactyla, mal wieder absolut beeindruckend, VG Peter *kein Text*
Beim Habitatfoto fühlte ich mich gleich zuhause :) Gratuliere zum Zuchterfolg! *kein Text*
Danke euch beiden für das Lob, war für mich ein echtes Highlight. :) LG, Tina *kein Text*
Pselnophorus heterodactyla, jetzt ein Raupenfund! *Foto* Bestimmungshilfe