Polyommatus coridon
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Empfehlungen zur Beschriftung von Zuchtfaltern
Antwort auf: Re: einfache Lösung ()

Hallo allerseits,

ich denke, alle seriösen Lepidopterologen sind sich einig, daß nur das Funddatum – als einziges freilandbezogenes Phänologiedatum einer Zucht – von Bedeutung sein kann. Ein Falter-Schlupfdatum oder jedwede sonstige Daten (Schlupfdatum der Raupe aus dem Ei, Raupenhäutungen, Einspinnen, Verpuppung) können für den Züchter interessant und wichtig sein, aber auch für den ökologisch arbeitenden Entomologen, weil sie Hinweise auf die Entwicklungszeit und -dauer geben können und damit innerhalb gewisser Grenzen Rückschlüsse auf die Freiland-Phänologie erlauben können – immer mit einer guten Portion Vorsicht und Kritik (deshalb habe ich hier dreimal die Einschränkung „können“ verwendet).
Solche ausführlichen Datensammlungen aus Zuchten gehören aber nicht unbedingt alle aufs Etikett; die sind in separaten Aufzeichnungen besser aufgehoben.

Jetzt zu den leidigen Abkürzungen.
Nach der meiner Ansicht nach verbreitetsten Auffassung soll ex ovo/e.o., ex larva/e.l. und ex pupa/e.p. bedeuten: Der so bezettelte Falter wurde aus einem Ei, aus einer Raupe oder aus einer Puppe gezüchtet und das Datum ist das Schlüpfdatum des Falters. So steht es, wenn ich mich richtig erinnere, auch irgendwo im Spuler, im Lampert oder im Berge/Rebel.

Damit wird – darüber sind wir uns auch alle einig – ein solches Belegstück phänologisch wertlos. Das Funddatum könnte ja im vorhergehenden Jahr liegen, oder sogar mehrere Jahre zuvor, falls die Puppe mehrmals überwintert hat.

Was kann man also tun, um das allein relevante Funddatum besser herauszustellen?
Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, die blöden lateinischen Begriffe/Abkürzungen gar nicht mehr zu verwenden. Bei mir steht auf den Etiketten
      Raupe 24.3.2011, Falterschlupf 11.5.2011
oder
      L2 24.3.2011, Falterschlupf 11.5.2011
Man kann noch ein „leg.“ dazusetzen, damit klarer wird, daß das das Fund/Sammeldatum ist – aber damit hat man wieder eine dieser lateinischen Abkürzungen verwendet, die heute nicht mehr jedem bekannt sind:
      L2 leg. 24.3.2011, Falterschlupf 11.5.2011

Ebenfalls denkbar wäre:
      Raupe leg. 24.3.2011, Falter 11.5.2011
und auch dies ist noch verständlich, klingt aber irgendwie merkwürdig:
      Raupe 24.3.2011, ex larva 11.5.2011
Logischer wäre
      Raupe 24.3.2011, Falter ex larva 11.5.2011
Viel kürzer sollte es nicht sein, sonst wird es mißverständlich:
      24.3.2011, e.l. 11.5.2011

Früher habe ich manchmal das Verpuppungsdatum mit dazugeschrieben, aber das wird auf Etiketten oft eng und geht nur noch mit Abkürzungen, die dann wieder verwirren:
      L2 leg. 24.3.2011, VP 20.4., Schlupf 11.5.2011

Eine weitere denkbare Lösung wäre wohl, bei Zuchten ein separates Etikett für die Daten zu verwenden. Bei einem vorgedruckten Etikett würde in der ersten Zeile stehen „Freilandfund:“ und in der letzten Zeile „Falterschlupf:“ Dazwischen kann man – falls man das möchte – Häutungen, Verpuppungen u.a. unterbringen.
     Freilandfund: Ei 28.10.2008
     L1 schlüpft 4.3.2009, L2 9.3., L3 16.3.
     L4 23.3, L5 1.4. Eingesponnen/Vorpuppe
     14.4. Verpuppung ca. Mitte Juni
     
Falterschlupf: 30.8.2009

Bei Eizuchten gehört natürlich das Freiland-Funddatum des Muttertiers aufs Etikett. Etwa so:
     Freilandfund: Weibchen 6.7.1999,
     Eiablage 7.-9.7., Raupenschlupf 15.-18.7.,
     [oder was auch immer man sonst noch
     für Zuchtdaten festhalten möchte]
     
Falterschlupf: Mai/Juni 2000

Und genau wie Carsten mache ich mir oft gar nicht die Mühe, das genaue Falterschlupfdatum zu notieren; da reicht der Monat als Erinnerungshilfe.

Eckard, deine Methode halte ich für mißverständlich, denn das „ex“ heißt „aus“, also aus einem im Freiland gefundenen Ei, einer Raupe oder einer Puppe bis zum Falter gezüchtet. Es heißt nicht – was ja tatsächlich unsinnig wäre – daß ein Falter direkt aus einem Ei oder einer Raupe geschlüpft ist. (Das zeigt nur wieder, wie unglücklich diese Abkürzungen sind, weil sie so unterschiedlich interpretiert werden können.) Ich fürchte, Eckard, daß Leute, die in späteren Zeiten mal mit deiner Sammlung arbeiten, deine Methode nicht ohne weiteres erkennen können. Ich würde dir empfehlen, der Sammlung sicherheitshalber eine schriftliche Information beizulegen, aus der hervorgeht, wie deine Beschriftung zu interpretieren ist.

Schöne Grüße
Axel

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