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Mormo maura in Ostniedersachsen: Raupen- und Habitatfotos für die BH ? *Foto*

Hallo zusammen,

von Mormo maura befinden sich in der BH noch keine Habitatfotos sowie keinerlei Hinweise, woraus sich der Lebensraum dieser interessanten Eulenfalterart zusammensetzt. Allen bekannt sein dürfte, dass Mormo maura stark an Gewässer gebunden ist. Dies können die verschiedensten Fließgewässer sein, aber auch stehende, wenn die Uferbereiche - das ist die Voraussetzung - Laubholzstrukturen aufzuweisen haben. Eine strenge Zuordnung an bestimmte Laubholzgesellschaften ist bei dieser Art jedoch kaum möglich, da sie sowohl in Weichholz- als auch in Hartholzstrukturen vorkommt. Eine gewisse Präferenz ist jedoch gegenüber Weichholzgesellschaften zu erkennen. Hier im östlichen Niedersachsen konnte eine mittlere bis hohe Falterdichte (maximal 25 Falter) vor allem in Weichholzauen-Gehölzen der Salicetea purpureae-Klasse festgestellt werden, wozu die Bruchweiden-Gesellschaft Salicetum fragilis und die Silberweiden-Pappel-Gesellschaft Salici albae-Populetum nigrae gehören. Bei Letzterer fehlt hier in Ostniedersachsen jedoch die namengebende Schwarzpappel (Populus nigra), die meist durch Hybrid-Pappeln oder Zitterpappel (Populus tremula - meist als Pioniergehölz) ersetzt wird. Als weitere Gesellschaft ist das Mandelweiden-Ufergebüsch Salicetum triandrae zu nennen, das vielerorts durch Kenn- oder Begleitarten mit den anderen genannten vergesellschaftet vorkommt. In allen Gesellschaften kommt die Kratzbeere als Begleitpflanze vor, woran Raupen nachgewiesen werden konnten. Bei privaten und von Umweltbehörden in Auftrag gegebenen Kartierungsmaßnahmen zur Erfassung von Schmetterlingen in geplanten Naturschutzgebieten konnte ich von 2009 an über 30 Fundorte verzeichnen, von denen einige miteinander in Verbindung stehen. Der eigentliche Anlass privat ausgerichteter Erhebungen war allerdings herauszufinden, wie Mormo maura hier im Osten des Bundeslandes Niedersachsen überhaupt verbreitet ist. Auf der Verbreitungskarte der Datenbank des "Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz" (NLWKN) waren bis dahin recht wenige Fundpunkte angegeben, die sich zudem mehr auf südliche, also durch Berg- und Hügelland geprägte Landschaftsteile konzentrierten. Es ist auch bekannt, dass diese Art weiter nördlich, das heißt im norddeutschen Flachland, bisher weniger oder sogar selten gefunden wurde. Dies scheint sich nun zu ändern, denn verschiedene Lepidopterologen haben mir neuere Funde aus mittleren bis nördlichen Landesteilen mitgeteilt, die möglicherweise auf eine Ausbreitung hindeuten. Diese Annahme wird durch zahlreiche frühere Fehlversuche, die Art im Wolfsburger Raum nachzuweisen, untermauert. Grund für diese damaligen Misserfolge könnte aber auch gewesen sein, an falsche Stellen gesucht zu haben, denn für die Suche wurden in erster Linie fast gehölzfreie Bereiche des Flusses "Aller" ausgewählt sowie zahlreiche Waldbäche, die in warmen Sommern regelmäßig austrockneten. Mormo maura besiedelt - klar erkennbar - nur Randbereiche von Gewässern, die dauerhaft Wasser führen. Die letzten bekanntgewordenen Nachweise aus dem Raum Braunschweig gehen weit zurück (HARTWIEG 1930 und 58). Damals wurde die Art als selten bezeichnet, was offensichtlich viele in unserer davon abhielt, gezielt nach dieser Art zu suchen.
Mit der folgenden kleinen Präsentation meiner Untersuchungsergebnisse zu dieser Art möchte ich dazu beitragen, etwas mehr über Verbreitung und Lebensraum in diesem Teil Niedersachsens mitzuteilen. Auch wenn Mormo maura in mittleren und südlichen Teilen Deutschlands gebietsweise recht häufig vorkommt und dort immer wieder von größeren Falteransammlungen unter Brücken gesprochen wird, möchte ich darauf hinweisen, dass die Art hier im Norden, insbesondere in der Südheide, etwas Besonderes ist. Gerade hier im Flachland, wo Agrarlandschaften mit allen negativen Auswirkungen auf die Gewässer dieser Nachtfalterart kaum noch Überlebensmöglichkeiten gegeben hatten, war es für diese Art sehr wichtig, dass frühzeitig Teile einzelner Flüsse erst unter Landschafts-, später unter Naturschutz gestellt wurden. Hierzu gehören vor allem die Flüsse "Aller" und "Oker", worin in Teilabschnitten recht naturnahe Bereiche erhalten geblieben sind. Zuerst möchte ich zwei Raupenfunde und die dazugehörenden Fundorte darstellen. Anschließend gebe ich eine Übersicht über die wichtigsten, sich von der Struktur her etwas unterscheidenden Imaginal-Habitate, die mit Sicherheit auch zu den Larval-Habitaten gehören. Im Anschluss daran zeige ich zahlreiche weitere Aufnahmen von Fundorten sowie einzelne Falterfotos, die so noch nicht in der BH Einzug gefunden haben. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass das eine oder andere Foto mit `reingenommen wird.
Bisher ist in der BH nur ein Hinweis über Freiland-Raupenfunde aufgeführt http://www.lepiforum.de/2_forum_2013.pl?page=1;md=read;id=9581. Hierbei wird Weide als Raupennahrungspflanze erwähnt, wie man sie auch in Weichholzauen als wichtigste Nahrungsgrundlage erwarten würde. Wie erwähnt, gelangen meine Raupenfunde nur an Kratzbeere (Rubus caesius, det. Stefan Grote, Braunschweig).

Fast erwachsene Mormo maura-Raupe an Rubus caesius. Funddaten: Deutschland, Niedersachsen, Fluss "Oker" bei Walle, Landkreis Gifhorn, 61 m, 30.04.2013. (det. und Freilandaufnahme: Wolfgang Rozicki)

Fundort der Raupe des vorigen Fotos: Steile Böschungskante. Die Raupe saß an den unteren Trieben der Kratzbeere ca. 0,5 m von der Wasserkante entfernt.

Raupe (wahrscheinlich) kurz nach der letzten Häutung. Halb verdeckt, weil Freilandfoto in halsbrecherischer Weise nicht anders möglich war (steile, rutschige Böschungskante). Auch diese an Rubus caesius. Funddaten: Deutschland, Niedersachsen, Fluss "Aller" bei Flettmar, Landkreis Gifhorn, 45 m, 03.05.2013. (det. und Freilandaufnahme: Wolfgang Rozicki)

Fundort der Raupe des vorigen Fotos: Breiter Uferbereich, der aber an der Wasserkante steil abfällt. Hier wurde die Raupe direkt über der Wasserkante gefunden.

Fortsetzung folgt.

Schöne Grüße,
Wolfgang

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