Polyommatus coridon
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Re: Eiablagemuster
Antwort auf: Eiablagemuster ()

Hallo Jürgen,

primär ging es mir nicht um eine Bewertung des in Tinas Beitrag beschriebenen Eiablagemusters, sondern um die Quelle/n einer offenbar häufiger getroffenen, mir aber nicht geläufigen Aussage zur Suchmethode der Präimaginalstadien dieser Art (das Thema interessiert mich immer).

das ist teilweise schon richtig. Nach der Überwinterung legen die vorzugsweise in trocken-warmer Südhanglage ab. Kleine Pflanzen über offenem Boden werden dann bevorzugt.

Gegen "trocken-warme Südhanglage" habe ich nichts einzuwenden. Solche Standorte werden M. stellatarum nach der Überwinterung immer gerne genommen, wie ich selbst durch eigene Eiablagebeobachtungen und Raupenfunde bestätigen kann (z. B. in Rebböschungen am Kaiserstuhl :)). Aber es ist halt nur eine Option unter anderen (s. u.). Nicht bestätigen kann ich dagegen eine Eiablagepräferenz für "mickrige Galium-Pflänzchen". Letztere würde mich überraschen, denn die Raupen haben im Lauf ihrer raschen Entwicklung einen hohen Nahrungsbedarf. Deshalb würde Eiablage an "mickrigen" (nicht notwendigerweise kleinen!) Pflänzchen wenig Sinn machen. Vielmehr müssen für die Raupen in vollem Wachstum befindliche Pflanzenteile verfügbar sein, die nährstoffreiches Futter (nach)liefern, entweder also Blüten(knospen)nahrung oder junge, proteinreiche Blatttriebe. "Mickrige", nach meinem Verständnis also kränkelnd-schwachwüchsige, trocknisgestresste, nährstoffarme oder bereits abgeblühte Galium-Triebe werden von M. stellatarum-Weibchen deshalb nicht belegt. Solange es sich um insgesamt gut besonnte Standorte handelt (nicht zwingend um direkt besonnte Triebe!) - wie in Tinas Beispiel der Fall - ist das Wärmebedürfnis der M. stellatarum-Raupen auch in klimatisch "normalen" Jahren nicht übermäßig groß, jedenfalls verglichen mit vielen anderen Arten. Selbst in meinem Garten, den erst ab den Mittagsstunden die ersten Sonnenstrahlen erreichen, konnte ich in einer durchschnittlichen Glatthaferwiese mit flächig geschlossener Grasnarbe schon zweimal frühe Eiablagen (April/Mai) von M. stellatarum an jungen Galium mollugo-Trieben beobachten. April-Ablagen der Art sah ich vor Jahren auch auf einer rekultivierten Erddeponie mitten im Wald in einer gemulchten "Wildwiese" mit dicht schließender Gras-Krautschicht. Von Ablagen über "warmem" bzw. "offenem" Boden" kann in diesen Beispielen keine Rede sein. Bedenkt man, dass sicherlich nur ein winziger Bruchteil der Frühjahrsablagen dieser Art überhaupt von Schmetterlingskundler/inne/n registriert werden, dürfte es sich nicht wirklich um Ausnahmen handeln.

Der April 2014 war aber so warm, dass die das nicht nötig hatten. Also haben sie so abgelegt, wie im Sommer üblich: Im Flachland und mitten in den dichten Bewuchs hinein.

Klar. Aber trockene oder überdurchschnittlich warme Frühjahre sind in Mitteleuropa mittlerweile nichts Besonderes mehr, seit 2003 hatten wir sie immer wieder. Insofern sehe ich solches Verhalten als erwartbare Anpassung an sich ändernde Klimaverhältnisse. Bei anderen eher "südlichen" bzw. wärmebedürftigeren Arten finden wir Analogbeispiele. Ich kenne nahezu keine Falterart, deren Eiablagemuster bei genauer Betrachtung ausschließlich einem sehr eng definierten Schema folgen würde. Sobald man genügend Stichproben zusammen hat (Eiablagen, Ei- und Raupenfunde), findet man immer auch Abweichungen vom Regelfall, die sich in klimatischen Extremjahren als für die Art äußerst vorteilhaft oder sogar überlebensnotwendig erweisen können.

Viele Grüße
Gabriel

Beiträge zu diesem Thema

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Re: Macroglossum stellatarum - ein paar (Zucht-)Fotos
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Re: Frühjahrs-Ablage
Nicht vergleichbar
70 °C Bodentemperatur in Deutschland??
Deutschland hört nicht am Main auf ;)
Ich stelle mich :D
Verhaftet! :D
Ich plädiere für ein mildes Urteil und Freigang :)
Dann nutze den Freigang zur Rehabilitation!
An mir soll es nicht scheitern ;). Schöne Grüße. *kein Text*
Re: Macroglossum stellatarum - ein paar (Zucht-)Fotos