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Ethmia chrysopygella: Zuchtbericht *Foto*

Guten Tag

Anlässlich der letztjährigen Exkursion der Schweizer Microlepidopterologen stiessen wir Mitte Juni im Val d'Anniviers, Wallis, auf eine kräftige Population von Ethmia chrysopygella. Den Lebensraum bildet eine steile Bergflanke durchsetzt mit Felsblöcken in lichtem Lärchenwald auf 1800 Metern Höhe.

Hier gedeihen grosse Bestände von Stinkender Wiesenraute Thalictrum foetidum, einer der Nahrungspflanzen der Art. Mitte Juni waren die Blüten der Wiesenraute erst als grüne Knospen erkennbar. Die beiden nachfolgenden Bilder mit blühender Pflanze entstanden am 1. Juli 2014 an der beschriebenen Fundstelle. Zu dieser Zeit flogen hier keine Falter mehr.

Die Falter hielten sich in der krautigen Vegetation auf, die Männchen flogen nur wenig und die Weibchen (im Bild) sahen wir überhaupt nicht fliegen.

Zur Eiablage wurden zwei Weibchen eingefangen und daheim zu einer eingetopften Wiesenrauten-Pflanze gegeben. Die Eiablage erfolgte problemlos und rasch. Die zuerst perlweissen Eier verfärbten sich rötlich und entliessen nach einer Woche die Räupchen.

Die Raupen lebten einzeln und offen an der eingetopften Nahrungspflanze und sicherten sich lediglich mit einigen wenigen Spinnfäden. Innerhalb eines Monats entwickelten sie sich bis zur Puppe.

Anfänglich waren die Räupchen grünlich mit schwarzen Punktwarzen, wurden dann grau mit weisser, orangegelber und schwarzer Zeichnung und wechselten nach der letzten Häutung zu schwarzer Grundfarbe.



Vor der Verpuppung wurden die Raupen von lang anhaltender Unruhe erfasst. Auf der Suche nach geeigneter Verpuppungsstelle können drei bis vier Tage rastlosen Umherlaufens vergehen, so dass bereits befürchtet werden muss, da finde überhaupt nie eine Verpuppung statt. Das genau gleiche Verhalten kannte ich bereits von Ethmia candidella.
Schliesslich spannen sich die Raupen ein dichtes, weisses Gespinst zwischen Bodenstreu oder an tiefliegenden Pflanzenblättern. Zur Aufnahme wurde ein solches Gespinst aufgeschnitten.

Ab Mitte September überwinterte ich das Zuchtgefäss mit den Puppen draussen und holte es Mitte Februar in Zimmertemperatur. Die Falter schlüpften darauf alle in der ersten Märzhälfte und zwar immer im frühen Morgengrauen. Die Bilder zeigen zwei Männchen.

Gruss

Ruedi

Funddaten: Ethmia chrysopygella: Schweiz, Wallis, Val d'Anniviers, 1800 m, 14. Juni 2014, Tagbeobachtung und Nachzucht (ab ovo). Nach der Überwinterung am 17. Februar 2015 in Zimmertemperatur, e.o. 2. und 3. März 2015 (leg., cult., det. und Foto Rudolf Bryner).

Beiträge zu diesem Thema

Ethmia chrysopygella: Zuchtbericht *Foto* Bestimmungshilfe
Ich schmelze dahin..... super! Herzliche Grüße. *kein Text*
ich schließe mich Thomas gerne an... super *kein Text*
Re: Merci Thomas und Hubertus. VG Ruedi *kein Text*