Polyommatus coridon
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Lypusa maurella – Zuchtbericht *Foto*

Guten Tag

Auf der Suche nach Raupen von Nematopogon metaxella fand ich am 9. Oktober 2013 in der Bodenstreu unter Heidesträuchern (Vaccinium uliginosum, Vaccinium myrtillus, Vaccinium vitis-idaea) in einem Hochmoor-Föhren-Birkenwald auch einige noch sehr kleine Raupensäcke, welche ich zuerst für eine Coleophora-Art hielt.

Nach der Überwinterung fanden sich im Zuchtgefäss zwei bereits deutlich grössere Raupensäcke von der Bauweise, wie ich sie von Agnoena- (vormals Pseudatemelia-)Arten kenne.

Über den Sommer hielt ich die Raupen draussen an schattiger Stelle in einem Blumentopf mit feuchter Erde, Sphagnum-Moos, welches bald völlig verwelkt war, und dürren Blättern von Birke.

Die Raupen verhielten sich die ganze Zeit sehr passiv, behielten ihre Gehäuse bei und ersetzten sie nicht durch grössere, wie ich es bei Agnoena-Arten beobachtet habe. Die beiden folgenden Aufnahmen entstanden Mitte August 2014.

Nach der zweiten Überwinterung brachte ich den Blumentopf am 6. März 2015 in Zimmertemperatur. Bereits nach einer halben Woche fand ich die beiden im Aussehen immer noch unveränderten Raupengehäuse in waagrechter Position an die Innenseite des Blumentopfs knapp über der Bodenstreu angesponnen. An einer Seite war die Gehäuseöffnung dicht versponnen, an der andern offen.

Am 23. und 28. März 2015 schlüpften schliesslich die Falter, beides Männchen. Zur Absicherung der Determination führte ich eine GU durch.

Es folgt eine Aufnahme des geöffneten Raupengehäuses mit der Exuvie und eine Fotomontage von Raupensack und Exuvie zur Feststellung der Grösse.

Der Falter ist unscheinbar schwarz. Die Art wurde bisher meistens zu den Tineidae gerechnet.

Dass die ehemaligen Pseudatemelia-Arten, welche immer wieder in anderen Kleinschmetterlingsfamilien untergebracht waren (Oecophoridae, Amphisbatidae, Coleophoridae) nun plötzlich gemeinsam mit der kaum weniger heimatlosen Gattung Lypusa zusammen in einer eigenen Familie Lypusidae geführt werden, hat mich zuerst verblüfft. Angesichts der Raupenbiologie wird mir dies nun verständlich.

Gruss

Ruedi

Funddaten:
Lypusa maurella, Männchen: Schweiz, Bern, Saicourt, 920 m, Hochmoor, 9. Oktober 2013, Raupenköcher aus Bodenstreu gesiebt, e.l. 23. und 28. März 2015 (leg., cult., gen. det. [GP 2015-098] & Foto Rudolf Bryner).

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Eineinhalbjährige Zucht - der Wahnsinn! Und die Fotos! Wow! super *kein Text*
Ich kann mich nur Tina anschließen super, VG Uwe *kein Text*
Absolut wow!!! Ganz liebe Grüße v. Eva *kein Text*
Re: Eineinhalbjährige Zucht