Polyommatus coridon
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Nochmals zu Mesapamea remmi (Noctuidae)

An alle Interessierten!

In der Bestimmungshilfe von lepiforum wird über Mesapamea remmi (Noctuidae) nach wie vor eine irreführende Charakterisierung dargestellt. Es wird scheinbar glaubwürdig "hineinsuggeriert", dass M.remmi ein Hybrid zwischen M.secalis und M.didyma=secalella sein soll, dabei werden jedoch Gegenargumente gar nicht erwähnt. Dies kann verursachen, dass sich Lepidopterologen um dieses Taxon gar nicht mehr kümmern, womit seine weitere, sehr nötige Erforschung schwer beeinträchtigt wird.

Derzeitig liegt kein einziger objektiver Beweis für diese Hybridentheorie vor. Es beruht sich einfach auf Glauben, der mit nicht ausreichenden oder gar falschen Argumenten untermauert wird.
1) "Extreme Seltenheit": Immerhin sind schon weit über 100 Exemplare bekannt, und es gäbe sicher viel mehr, wenn mehr Lepidopterologen serienweise Mesapamea genitalbestimmen würden. Weil dies tun anscheinend nur äusserst wenige. Ich persönlich finde bei meinen Aufsammlungen jedenfalls beinahe alljährlich einige neue M.remmi.
2) Wenn jemand behauptet, dass in der Genitalmorphologie von M.remmi "teils intermediäre Merkmale und teils bizarre Sonderformen" vorkommen, der hat noch nie ein remmi-Genital, oder höchstens nur ein einziges gesehen. Diese Behauptung ist schlicht völlig FALSCH.
3) Beim remmi-Weibchen sind Ductus und Corpus bursae immer vorhanden und schön ausgebildet, aber sehr weichhäutig, im Gegensatz zu secalis und didyma=secalella ohne jede Sklerotisierung, weshalb sie beim Auspreparieren leicht kaputt gemacht werden können. Dann scheinen sie natürlich zu "fehlen".
4) Was die bisherigen Barcodings-Ergebnisse betrifft, diese sind auch keine Beweise für diese Hybridentheorie. "Nichtgefundene Unterschiede" sind keine stichfesten Beweise für irgendetwas. Auch bei dieser Methode können die genetischen Unterschiede ohne weiteres in einem nicht untersuchten, anderen Sequenz liegen.
5) Nach wie vor gilt, dass Zuchtversuche (ob alle Nachkommen von secalis, didyma und remmi tatsächlich zum Taxon des jeweiligen Muttertieres gehören) oder Kreuzungsversuche nötig wären.

Weitere, im lepiforum derzeitig nicht zitierte Literatur dazu:
REZBANYAI-RESER, L. (2008): Einige verspätete aber noch immer gültige Bemerkungen und Berichtigungen zur Lepidopterenliste LERAUT (1997) (Insecta: Lepidoptera, Geometridae, Noctuidae). – Lepidopterologische Mitteilungen aus Luzern, 2: 41-50.
REZBANYAI-RESER, L. (2009): Quelques remarques et rectifications tardives mais toujours valables sur la Liste des Lépidoptères de „LERAUT 1997“ (Insecta: Lepidoptera, Geometridae, Noctuidae). – Alexanor, 23 (3) (2003): 197-206.
REZBANYAI-RESER, L. (2011): Mesapamea-Studien XIII. Bemerkungen zum zurzeit grundlos angenommenen Hybridenstatus von Mesapamea remmi REZBANYAI-RESER, 1985 sowie neue Funddaten der Art (Lepidoptera: Noctuidae). – Lepidopterologische Mitteilungen aus Luzern, 7: 1-14.

Mit freundlichen Grüssen,

Lazi Reser
Natur-Museum Luzern

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