Polyommatus coridon
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Larvalhabitat von Hesperia comma in Kalkmagerrasen der Oberen Gäue - Forts. *Foto*

Aber es gibt noch Steigerungsmöglichkeiten. An und neben der nachfolgenden Schafschwingelpflanze fanden sich 7 Eier der Art:

Bilddaten: Eifund von Hesperia comma, Deutschland, Baden-Württemberg, Obere Gäue, Umgebung Weil der Stadt, gemähter Kalkmagerrasen auf Oberem Muschelkalk, 420 m, 27. September 2014, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Solche Mehrfachablagen dürften ein Indiz dafür sein, dass geeignete Ablagestellen im Mangel sind, so infolge von Mahd (statt Beweidung), Unterbeweidung oder Brachfallen. In Magerrasen mit sehr zahlreichen kleinwüchsigen Magergrashorsten konnte ich dergleichen jedenfalls nie beobachten.

Dennoch werden - wie wohl bei allen Falterarten - nie sämtliche Eier nach demselben Schema abgelegt. Felsplatten und offene Bodenstellen erhöhen beim Komma-Dickkopffalter zwar die Ablagegunst der Magergrashorste. Trotzdem findet man Eier gelegentlich auch an Stellen mit zwar kurzrasiger, jedoch dicht schließender Magerrasenvegetation:


Bilddaten: Eifund von Hesperia comma, Deutschland, Baden-Württemberg, Obere Gäue, Umgebung Aidlingen, beweideter Kalkmagerrasen auf Oberem Muschelkalk, 490 m, 7. September 2014, Tagfund (manipuliertes Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Obwohl ich kaum über Freilanddaten zur Raupennahrung verfüge, dürfte das Wirtspflanzenspektrum in den Kalkmagerrasen der Oberen Gäue weitgehend auf kleinwüchsige Horste des Schafschwingels beschränkt sein. Ablagen an anderen Gräsern sind – wie oben gezeigt – in den meisten Fällen als Zufall zu interpretieren, da in jeweils in unmittelbarer Nähe auch ein Schafschwingelhorst stand, der vom betreffenden Weibchen wohl "gemeint" war und später das alleinige (?) Nährmedium der Raupe darstellen dürfte. Es gibt jedoch (mindestens) eine interessante Ausnahme:

Bilddaten: Eifund von Hesperia comma an Frühlings-Segge (Carex caryophyllea), Deutschland, Baden-Württemberg, Obere Gäue, Umgebung Aidlingen, beweideter Kalkmagerrasen auf Oberem Muschelkalk, 490 m, 12. Oktober 2014, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann)

Hier hat das Hesperia comma-Weibchen einen Horst der Frühlings-Segge (Carex caryophyllea) als Ablagemedium gewählt. Weil mir inzwischen knapp ein Dutzend Eifunde von diesem Sauergras vorliegen, vermute ich auch in ihm eine Wirtspflanze, zumal bei diesen Funden nicht die unmittelbare Nachbarschaft eines Festuca-Horstes als Erklärung herhalten konnte.

In anderen Pflanzengesellschaften werden neben schmalblättrigen Schwingelarten weitere, habituell jedoch vergleichbare Grasarten als Eiablagemedium und (potenzielle) Wirtspflanze gewählt, so etwa Silbergras (Corynephorus canescens) auf Sandmagerrasen (z. B. Mecklenburg-Vorpommern) oder Borstgras (Nardus stricta) und Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa) auf Borstgras- und Silikatmagerrasen (z. B. Schwarzwald). Dortige Ablagestellen unterscheiden sich in struktureller Hinsicht kaum von den hier gezeigten. Auch auf den Britischen Inseln und in den Alpen behält die Art dieses Ablageschema im Wesentlichen bei, wie man auch der einschlägigen Fachliteratur entnehmen kann (z. B. dem britischen Millenium-Atlas).

So, nun reicht’s für heute.

Schöne Grüße mit einem bereits eingeschlafenen Hesperia comma-Männchen.

Gabriel


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Larvalhabitat von Hesperia comma in Kalkmagerrasen der Oberen Gäue *Foto* Bestimmungshilfe
Larvalhabitat von Hesperia comma in Kalkmagerrasen der Oberen Gäue - Forts. *Foto*