Polyommatus coridon
Lepiforum: Bestimmung
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Nematopogon pilella *Foto*

Nematopogon pilella ist wiederum eine lokal vorkommende Art. In meiner Gegend fliegt der Falter auf Magerwiesen im Bereich von Buschwerk oder von Waldrändern. In den Nordalpen habe ich die Art auf einer steilen Bergwiese auf 1300 bis 1550 Metern Höhe auch schon in grosser Zahl begegnet.

Hier ein typischer Lebensraum im Jura.

Da ich die Raupen in der Bodenstreu der Wiesen vermute, wo sich kaum Gesiebe eintragen lässt, versuche ich der Jugendstadien über eine Eiablage habhaft zu werden.

Im Bild ein Weibchen, welches mit eingetopftem Wiesenbodenausschnitt gehalten wird und eben daran ist, Eier in den Pflanzenstengel von Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) einzubohren. Diesen Vorgang habe ich mehrmals mit verschiedenen Weibchen beobachten können. Er vollzieht sich offenbar stets nach demselben Muster. Das Weibchen sitzt Kopf abwärts am geeigneten Pflanzenstengel und legt in ziemlich regelmässigem Abstand alle 3-4 Millimeter ein Ei. Das Einbohren dauert mindestens 1 Minute pro Ei.

Von blossem Auge ist an den Ablagestellen keinerlei Verletzung der Pflanze zu erkennen. Unter dem Binokular wird aber eine schlitzförmige, 0.1-0.2 mm lange Öffnung sichtbar (Aufnahme vom 6. Mai 2014). [Das eine Bild habe ich vor einiger Zeit im Forum in anderem Zusammenhang schon einmal gezeigt].

Eine knappe Woche später sind am belegten Pflanzenstengel im Durchlicht in regelmässigen Abständen etwas hellere Stellen gerade noch erkennbar (Aufnahmen vom 12. Mai 2014).

Zwei Wochen nach der Eiablage erkennt man im Durchlicht hellere und dunklere Bereiche an den belegten Stellen, vermutlich ausgefressene Höhlung im Stengelinnern (hell), Raupenkopf und Kot (dunkel) (Aufnahme vom 19. Mai 2014).

Obwohl die Pflanzen eingetopft sind, welken die belegten Pflanzenstengel in der Folge langsam. Eine später erfolgte, genauere Untersuchung der mittlerweile ganz abgestorbenen Pflanzenteile fördert zweierlei zu Tage:
- kleine, ovale Öffnungen, welche hoffen lassen, dass es einigen Räupchen gelungen ist, die Stengel zu verlassen um sich nun in der Bodenstreu im Blumentopf weiter zu entwickeln.
- eine in ihrer Höhlung im Stengelinnern abgestorbene Jungraupe, welche im folgenden Bild gezeigt wird (Aufnahme vom 31. Mai 2014).

Ich nehme an, dass die Eier wenig wählerisch in von der Konsistenz her geeignete Pflanzenteile abgelegt werden und dabei die Pflanzenart von sekundärer Bedeutung ist. Dies ist mein erster gelungener Versuch, den Start des Lebens einer Nematopogon-Art zu dokumentieren. Ähnlich dürfte es auch bei den verwandten Arten laufen. Dazu gibt es einige, wenn auch sehr spärliche Hinweise in der Literatur. Ein frisch gelegtes Ei zum Fotografieren aus dem Pflanzengewebe heraus zu präparieren, ist mir allerdings bisher nicht geglückt.

Zum Schluss zwei Aufnahmen eines Männchens. Arttypisch ist die weisse Gesichtsbehaarung der Falter.

Daten zu den Bildern:
Nematopogon pilella, Habitat, Weibchen und Männchen: Schweiz, Bern, Vauffelin, 780m, 5. Mai 2014, Weibchen, Tagfang, Eiablage unter Zuchtbedingungen (leg., cult., det. & Foto: Rudolf Bryner).

Gruss

Ruedi

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