Polyommatus coridon
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Pyropteron umbrifera aus Griechenland für die zur Aufnahme in die Bestimmungshilfe vorgeschlagen *Foto*

Einen hab ich noch:

Pyropteron umbrifera wurde 1871 von Otto Staudinger nach einer großen Serie von Tieren beschrieben, die ein Herr Erber auf Korfu gesammelt hatte. Das war es dann für lange Zeit. Erst 1995 wurde die Art von Karel Spatenka auf Korfu und ein paar Tage vorher von Markus Salmen und mir an einigen Stellen des Griechischen Festlandes wiedergefunden. Weitere Fundorte des griechischen Festlandes wurden in den folgenden Jahren von Zdenek und Ales Lastuvka entdeckt. Dabei zeigte sich, dass P. umbrifera anscheinend auf wenige Salzmarschen mit ausgedehnten Limoniumbeständen entlang der Ionische Küste beschränkt ist. Diese empfindlichen Habitate werden in zunehmenden Maße beeinträchtigt. Am häufigsten erfolgt eine Beweidung durch Rinder, die große Flächen zertrampeln, aber auch Umwandlung in Fischfarmen oder Entwässerung und anschließende landwirtschaftliche Nutzung sind zu beklagen. Ich halte P. umbrifera mittlerweile für eine der wenigen Sesienarten in Europa die mittelfristig vom Aussterben bedroht ist. Die Art ist zwar noch in Albanien zu erwarten, dürfte aber weiter nördlich entlang der felsigen dalmatischen Küste kaum noch zusagende Lebensräume finden. Im Mai 2012 besuchte ich nach Jahren wieder den Salaora Hügel bei Arta am Ambrakischen Golf, einst die beste Stelle die ich für diese Art kannte. Der Hügel ist durch eine Stichstraße die entlang eines Kanales führt zu erreichen. Nachdem man die letzten Obstplantagen und Felder passiert hat wird das Gelände sumpfig mit Seggen und Schilfbeständen und dann zunehmend salziger bis schließlich ausgedehnte Limonium, Queller und Salzmeldenbestände erreicht werden, oder besser gesagt wurden. Denn inzwischen hatten fleißige Leute den Kanal ausgebaggert und den dabei anfallenden Aushub auf diesen Flächen links und rechts der Straße abgelagert. Wo einst nackter Lehmboden mit eingestreuten Limoniumhorsten den zu finden war wuchern nun fast mannshoch Gräser und Disteln. Eine noch halbwegs intakte Stelle ist hier zu sehen:

Westgriechenland, Arta, Ambrakischer Golf, Salaora, 0 msm, 23. Mai 2012 (Freilandfoto: Daniel Bartsch)

Ein paar Meter weiter sieht es dann so aus: Unkraut überwuchert die konkurenzschwachen Salzpflanzen.

Raupenbefall ist daran zu erkennen, dass die Jungraupe an einer Triebspitze des reichverzweigten Limoniums eindringt und diese durch ihren Fraß zum Absterben bringt. Die im Vordergrund befindliche Pflanze enthielt in einem Seitentrieb eine Raupe, dies war das einzige Tier das ich mitgenommen habe. Da ich die Wurzel nicht zerpflückt habe gibts auch kein Raupenbild. Hier schließlich der geschlüpfte Falter, ein Männchen, dass am 17. Juni 2012 das Licht der Welt erblickte und sich ertmal verwundert die Augen rieb.

Eigentlich reinigte es seine Antennen, dazu ziehen die Tiere diese durch eine von Tibia und Tibialsporn gebildete Putzvorrichtung an den Vorderbeinen.

So jetzt sind wir schön suaber und halten zum Abschluß nochmal still:

Einen ausrutschfreien Restsonntag wünscht Euch,
Daniel

Beiträge zu diesem Thema

Chamaesphecia proximata aus Griechenland für die zur Aufnahme in die Bestimmungshilfe vorgeschlagen *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Chamaesphecia doleriformis aus Griechenland für die zur Aufnahme in die Bestimmungshilfe vorgeschlagen *Foto* Bestimmungshilfe
Pyropteron umbrifera aus Griechenland für die zur Aufnahme in die Bestimmungshilfe vorgeschlagen *Foto* Bestimmungshilfe
Danke für die tollen Bilder, Daniel! Gruß Frank *kein Text*