Polyommatus coridon
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Re: Phyllonorycter-Fragen

Guten Abend Erwin,

Da servierst du ein abendfüllendes Programm!

Zuerst stellen sich mir einige grundsätzliche Fragen: Bei den Phyllonorycter-Arten wurden in der Bestimmungshilfe in einer ersten Phase als biologische Hinweise die Nahrungspflanzen gemäss BRADLEY, JACOBS & TREMEWAN (1970) hinzugefügt. Dabei wurden die Pflanzennamen aus diesem Buch, soweit ich sehe, unverändert übernommen. Wenn ich richtig informiert bin, hat Jürgen Rodeland diese erste Arbeit in verdankenswerter Weise gemacht, um den Mineuren eine Hilfe zu bieten.

Vor einiger Zeit wurden in der Bestimmungshilfe zwei Pflanzenlisten (wissenschaftliche und deutsche Namen getrennt) aufgenommen und die Phyllonorycter-Arten zugeordnet. Hier stehen meines Wissens alles nur aktuell gültige wissenschaftliche Pflanzennamen drin.

Wenn ich dein Anliegen richtig interpretiere, so möchtest du die Phyllonorycter als eine Art Voreiter benützen, um später vielleicht auch bei all den andern Arten die Nahrungspflanzen beizufügen? Habe ich da richtig zwischen den Zeilen gelesen?

In diesem Fall wird sich sofort das Problem stellen, ob wir "alle" Literaurangaben einbauen sollen. Damit hätten wir immer wieder Grenzfälle zu beurteilen, von Pflanzen, die eben in unserem Behandlungsgebiet (ist das jetzt D-A-CH oder Europa?) nur noch am Rande vorkommen. Des Weiteren hätten wir unweigerlich all die falschen Angaben dabei, die eben in der Literatur von Buch zu Buch weiter geschrieben worden sind und noch werden. In vielen Fällen werden wir aber nicht in der Lage sein, solche Fehler "einfach so" zu merken und zu eliminieren.

Würden wir umgekehrt nur die von "uns" (wer ist das konkret? Alle Forumsbenutzer?) belegten Nahrungspflanzen aufführen, so wäre das Bild wohl peinlich lückenhaft.

Es bleibt wohl nur ein pragmatisches Vorgehen und dann kommen eben solche Fragen, wie die deinen. Wo ich etwas dazu weiss, versuche ich jetzt zu antworten:

1) Phyllonorycter aemula: Die Art wurde von Andreas Kopp mehrfach im südlichsten Tessin gefunden und gezüchtet. Minen an Ostrya carpinifolia, oberseits.

Du vermutest richtig: Phyllonorycter coryli und Ph. aemula sehen praktisch gleich aus. In der Urbeschreibung von Ph. aemula werden die beiden Arten verglichen: TRIBERTI, DESCHKA & HUEMER (1997): Gracillariidae feeding on Ostrya carpinifolia. Nota lepid.20(1/2): p.82-101.
Da steht auch, dass Ph. coryli an Corylus avellana und Ostrya carpinifolia, Ph. aemula aber nur an der als zweites genannten Nahrungspflanze lebt.

2) Phyllonorycter blancardella: Ja, Malus domestica müsste da sicher ergänzt werden. Die Art wird ja in Kreisen der Obstanbauer als Schädling in Apfelkulturen gehandelt.

3) Phyllonorycter corylifoliella: Hier gilt dasselbe wie bei Ph. blancardella – Malus domestica ist zu ergänzen und übrigens auch Cydonia oblonga (Quitte).

4) Phyllonorycter emberizaepennella: Deine Ergänzung "Die Raupe miniert nach eigenen Beobachtungen unterseits an Gewöhnlicher Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)" finde ich gut. Diese liesse sich nach eigenen Beobachtungen noch durch zwei Arten konkretisieren: Lonicera alpigena, Symphoricarpus albus.

5) Phyllonorycter gerasimovi kenne ich nicht. Bei GREGOR, F. & PATOCKA, J. (2001): Die Puppen der mitteleuropäischen Lithocolletinae. Mitt. Internat. Ent. Verein Frankfurt. Suppl.VIII: p.61f heisst es: "Unterseitige Faltenmine an Malus spp., Überwinterung als Puppe. In Ost-, aber auch Mitteleuropa (Mähren)."

6) Phyllonorycter helianthemella kenne ich nicht. Bei BRADLEY, JACOBS & TREMEWAN (1970) steht tatsächlich "H. guttatura (underside)."

7) Phyllonorycter ilicifoliella: Da stehen in der Bestimmungshilfe die Nahrungspflanzen Quercus petraea und Q. robur.

8) Phyllonorycter issikii: Ich kenne die Art (noch) nicht, da sind die östlich von mir beheimateten Mineure gefragt.

10) Phyllonorycter medicaginella: Bei GREGOR, F. & PATOCKA, J. (2001): Die Puppen der mitteleuropäischen Lithocolletinae. Mitt. Internat. Ent. Verein Frankfurt. Suppl.VIII: p.85f heisst es: "Unterseitige Faltenmine an Vicia, Lathyrus, Trifolium spp. und anderen Fabaceae."

11) Phyllonorycter monspessulanella: Bei GREGOR, F. & PATOCKA, J. (2001): Die Puppen der mitteleuropäischen Lithocolletinae. Mitt. Internat. Ent. Verein Frankfurt. Suppl.VIII: p.87 heisst es: "Unterseitige Faltenmine an Acer monspessulanum (…). In Mitteleuropa bisher nur am Mittelrhein festgestellt (sonst in Kroatien und Italien), bivoltin."

12) Phyllonorycter pastorella kenne ich nicht. Ich weiss auch nicht, was glattblättrige Weidenarten genau sind (solche ohne unterseitige Behaarung??).

15) Phyllonorycter scabiosella kenne ich nicht. Bei GREGOR, F. & PATOCKA, J. (2001): Die Puppen der mitteleuropäischen Lithocolletinae. Mitt. Internat. Ent. Verein Frankfurt. Suppl.VIII: p.77 heisst es: "Unterseitige Faltenmine vorzugsweise an Scabiosa spp."

> So, das soll mal für's Erste reichen ...
Da bin ich gleicher Meinung ... und harren wir der Mondfinsternis, die da kommen soll.

Ruedi Bryner

Beiträge zu diesem Thema

@Ruedi: Phyllonorycter-Fragen
Re: Phyllonorycter-Fragen
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Erledigt *kein Text*
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Re: Der Mond kommt doch wieder ganz schmal heraus ... *kein Text*
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